Ratatatam

04.04.08

Im Jahr der Mathematik gibt es hier und dort erstaunliche und banale Geschichten rund um Zahlen und Zahlenspiele. Mich faszinieren Zahlen immer dann, wenn sie nicht mehr vorstellbar sind und Vergleiche der Vorstellungskraft auf die Sprünge helfen, so wie ich es in meinem Beitrag Zahlen zur Globalisierung versucht habe. Daneben gibt es eine seltsame Magie der Zahlen, von der sich wohl kaum ein Mensch ganz freisprechen kann.

Zwar ist die 42 wie die 66 recht abgenutzt, doch als Ersatz könnte auch die Hälfte der Wahrheit reichen. Die 21 hat für mich ihre eigene Ästhetik und ihre Quersumme 3 führt schnurstraks zum Zahlenzauber, den auch die magische Zahl 7 ausstrahlt, die gleich zweimal in meinem Geburtsdatum enthalten ist und sich ein drittes Mal in den beiden letzten Ziffern meines Geburtsjahres als Quersumme versteckt.

7 Design Seit ich denken kann, ist die 7 meine Lieblingszahl, ohne dass ich gleich zu sagen wüsste, warum. Sie sei einfach schön, sie habe etwas geheimnisvolles. Das ist wohl einer der Gründe, dass ich eine Website von 1998 einmal 7 Design genannt habe. Für den einen oder anderen Menschen mag die 7 so banal sein wie die 24 – die als die Online-Zahl für eCommercer gelten kann, wurden doch für manche Domainnamen mit der Zahl 24 horrende Summen verlangt, wohl in der Hoffnung, dass der Kaufrausch rund um die Uhr stattfinde.

Interessant sind Zahlen, die nur dazu da zu sein scheinen, um unser Gehirn nicht allzu stark zu überfordern, als sei das ein Trick, um das Unvorstellbare vorstellbar zu machen. So habe unsere Galaxie einen Durchmesser von 100.000 Lichtjahren. 100.000 nur? Das ist in der Tat nicht viel im Vergleich zur Entfernung der faszinierenden Sombrero-Galaxie M104, deren Entfernung kein Mensch wirklich weiss, die man aber mit einer großzügigen Spanne auf einen Abstand zwischen 30 und 50 Millionen Lichtjahre beziffert. Auf die eine oder andere Million kommt es nun wirklich nicht an im Universum.

Angesichts dieser weiten Entfernung scheint unsere Galaxie recht klein. Wäre aber ein Wesen so groß wie unsere Galaxie, wären beide Galaxien recht nah beieinander. Wenn unserer Galaxie 1 Kilometer breit wäre, betrüge die Entfernung zu M104 lediglich 300 bis 500 Kilometer. Dächten wir uns unsere Galaxie mit dem Auto unterwegs, würden wir sicher nicht von einer großen Entfernungen reden. Mit deutscher Rasermentalität wäre sie in ein paar Stunden da. ;-)

Galaxie M104
Der „Sombreronebel“ aufgenommen vom Hubble-Weltraumteleskop.

Doch wie belanglos wird der Vergleich zwischen 100.000 und 50 Millionen Lichtjahren, wenn ich mir vergegenwärtige, dass ein Lichtjahr etwa 9,5 Billionen Kilometer hat. Wir können uns ja nicht einmal den Erdumfang in seiner ganzen prächtigen Ausdehnung mit satten 40.000 Kilometern vorstellen! Was soll unser Kopf dann mit einem Lichtjahr anfangen, ausser dass er damit abstrakte Entfernungen zusammenrechnet oder bestenfalls ein faszinierendes Staunen zuläßt? Aber die Zahlen geben uns wenigstens eine Ahnung von unserer Ahnungslosigkeit.

Faszinierendes Staunen angesichts des unvorstellbar Großen und unvorstellbar Kleinen (wobei beides einen Freifahrtschein in die Unendlichkeit hat) ist verwandt mit dem Spieltrieb und was wäre der Spieltrieb ohne Zahlen? Gar nicht denkbar? Nur halb so schön? Ähnliches sagte sich wohl die Natur, ließ aber Taten folgen und machte sich schön nützlich mit Fibonaccizahlen. Auch Designer und Künstler mit ihrer Verehrung des goldenen Schnitts singen das Lied der schönen Zahl.

Halten wir fest, Zahlen sind schön, Zahlen sind unbegreiflich, Zahlen sind faszinierend. Wie geht es Euch mit Zahlen? An welche Zahlenerlebnisse denken Blogger, die gerne mal auf ein Blogstöckchen reagieren? Mich würde zum Beispiel interessieren, wie es um die Zahlenmagie und Zahlenabneigung, die Lieblingszahlen und Zahlenerlebnisse beim Herrn Paulsen und Pixelgangster, bei Lazerte und Gabi steht. Und der Herr Basic, der offen seinen Blogverdienst mit 3500 Euro bekannt gab, vielleicht macht der glückliche Robert ja auch mit. Und wer immer auch Bock hat, seine Zahlenerlebnisse loszuwerden, der Kommentarbereich steht offen. ;-)

Und was stelle ich beim Posten dieses Textes fest: Er wurde geschrieben am 4.4.2008. Wenn das kein harmonisches Datum ist, um über Zahlen zu schreiben. Zufall, aber trotzdem faszinierend und oben im Karteireiter sogar mit 04 dabei. Das passt!

   

8 Kommentare

  • 1 — Geschrieben von Verena am 4. April 2008 um 22:00:

    Meine Zahlenerlebnisse stehen eng im Zusammenhang mit meinem Geburtstag am 14.04. Früher war ich mit jemandem zusammen, der hatte Geburtstag am 13.03. – das fand ich schon ganz witzig. Noch besser gefallen hat mir das Schalke-Spiel an meinem letzten Geburtstag: Geboren bin ich nämlich auch um kurz nach 4 (16.05 Uhr) und wünschte mir für ebendiese Zeit ein Geburtstagstor – das Asamoah mir fast pünktlich um 16.04 Uhr bescherte. Und welche Nummer trägt Asamoah auf dem Rücken? Die 14 natürlich :-)

  • 2 — Geschrieben von Herr Paulsen am 5. April 2008 um 12:47:

    Da haben Sie zumindest in meinem Fall in ein Wespennest aus bösen Kindheitserinnerungen und lebenslänglichem Trauma gestochen! Ein Wunder dass ich die Zahlen im Spamschutz-Kästchen addieren konnte.
    Aber lesen Sie selbst:
    http://antsinp.antville.org/stories/1780394/

  • 3 — Geschrieben von ralphs am 5. April 2008 um 13:54:

    Das freut mich ja sehr, dass Sie trotz der bösen Erfahrungen prompt mitmachen und einen Text hinlegen, der mich an ähnliche aber längst nicht so schmerzliche Erfahrungen erinnert. In der Hauptschule habe ich mich immer als Matheniete betrachtet, nichts wollte ich so richtig begreifen. In der Ausbildung als Elektroinstallateur bin ich dann so einigermassen durchgekommen, da waren die Lehrer einfach besser. Erst viel später, als ich das Abi nachmachte, hatte ich im ersten Semester einen genialen Mathelehrer, der schaffte es sogar, mir Rechnen mit Buchstaben beizubringen ;-) – meine Tochter und mein Sohn würden heute müde drüber lächeln. Naja, das half mir, in Bezug auf Mathe etwas selbstbewusster zu werden.

  • 4 — Geschrieben von Lazerte am 6. April 2008 um 18:15:

    Hui, da muss ich erst mal in mich gehen. Ich leg’s mir als Stöckchen beiseite und komme ganz bestimmt darauf zurück.

  • 5 — Geschrieben von Andreas am 18. April 2008 um 10:53:

    Manueller Trackback:
    http://lazerte.de/index.php?id=9

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