Ratatatam

Vergessen Sie Google, es gibt doch Buugle

20.09.10

Drüben beim Kollegen Christian Fischer entdeckt: X3: Buugle – was Google kann können wir schon lange!

Autor: Ralph Segert   Tags: , ,   1 Kommentar    

Gefährlich geheime Nanotechnologie

22.10.09

Im Juni 2008 gab es eine recht breite Presse über die Gefahren der Nanotechnologie. Getan hat sich bis heute nur eins: Produkte mit Nanoteilchen von Nano-Food bis Kleidung und IT-Artikel haben zugenommen, aber eine dringend notwendige Kennzeichnungspflicht und Gesetze, die den Einsatz von Nanoteilchen regeln, gibt es nicht, einmal abgesehen davon, dass es nur wenig Öffentlichkeit über das Gefahrenpotential dieser Technologie gibt. Umso lobenswerter, dass endlich das Umweltbundesamt Warnungen ausspricht. Eine Gefahr liege zum Beispiel in der Gefährdung der Trinkwasserversorgung. In dem WDR-Artikel Klein, aber gemein – Nanoteilchen heißt es:

„Silberteilchen aus Kleidung werden beim Reinigen ausgewaschen. Und damit gelangen die hochwirksamen Silberteilchen in die Kläranlage. Aber sie wirken immer noch antibakteriell und bringen die Bakterienkulturen durcheinander, auf deren Arbeit die Kläranlage dringend angewiesen ist. Und nach der Kläranlage? Über den Verbleib dieser Silberpartikel in der Umwelt, in Pflanzen und Fischen, ist kaum etwas bekannt.“

So begrüßenswert die Warnung des Umweltbundesamtes ist, politisch wird sich solange nichts tun, bis die Nanopest genügend Kranke hervorgebracht hat oder der Verbraucherdruck stärker wird. Wie wärs mit einer Scheiß-auf-Nano-Partei als zukünftiger Koalitionspartner der Piratenpartei? Der Anti-Nano-Verbaucher braucht dringend eine Lobby. Allein in Deutschland versuchen 800 Unternehmen ihr Geld mit Nanotechnik zu machen und stellen den Verbraucher vor vollendete Tatsachen, obwohl es bereits einige Studien gibt, die die potentiellen Gefahren für Mensch und Umwelt nahelegen. Das heraufbeschworene „Potential“ mag Arbeitsplätze schaffen und tolle Effekte haben, aus meiner Sicht als Konsument verzichte ich aber gerne auf all die untergejubelten Scheinvorteile aus der Büchse der Pandora – stell Dir den genialen Löffel vor, auf dem der Honig nicht mehr klebt, lästiges Ablecken entfällt, oh Wahnsinnsfortschritt!
Video: Nanotechnologie: Umweltbundesamt warnt vor Folgen für die Gesundheit

Fortsetzung:
Die FR listete gestern Nano-Produkte auf. Dabei fällt mir ein, dass eine Webdatenbank mit Nanoprodukten nicht die schlechteste Idee wäre. Vertreten wären unter anderem Beiersdorf und der Großteil ihrer Sonnencremes, diverse Hersteller von Anti-Falten-Cremes sowie Socken, Bettwäsche und Sportkleidung (darin enthalten Nano-Silber), Glasreiniger Sidolin von Henkel mit dem „Nano-Protect“-Effekt, IT-Produkte jeder Art: Prozessoren, Displays und Bildschirme mit Oled-Technologie. Auch Kühlschränke würden verstärkt auf Nano-Silber setzen. Mercedes setzt Lack mit Keramikpartikeln ein.

Weitere Links: Interview mit Patricia Cameron, Umweltexpertin vom BUND: „Die Risikoforschung hinkt hinterher“ und wie das Umweltbundesamt die Nanogefahren anscheinend schönredet:

Die Nanopartikel sind bislang nur in den abgestorbenen oberen Hautschichten nachweisbar. Tiefere Hautschichten mit lebenden Zellen werden nicht erreicht, so das Umweltbundesamt. Forscher der Universität Tokio sind da nicht so optimistisch. Sie zeigten jüngst im Tierversuch mit Mäusen, dass Titandioxid-Nanopartikel sehr wohl bis in den Fötus wandern und dort die Umsetzung von Erbgutinformationen in Eiweiße stören. Betroffen seien Gene, die bei Gehirnstörungen eine Rolle spielten.

Autor: Ralph Segert   Tags: ,   8 Kommentare    

Kluges zur Krise

16.12.08

Darf ich der Runde die Frage nach klugen Texten zur Krise stellen, die über Knallfroschrhetorik hinausgehen? Gemein, gewiss, denn allzuviel scheint es nicht zu geben. Entsprechend erwarte ich Sprachlosigkeit, die manchmal auch nicht schlecht sein muss. ;)

Mein Text der Woche zum Thema Krise ist ein Interview mit Wolfgang Schivelbusch. Unter dem Taz-Titel „Demokratie ist ein Wohlstandsprodukt“ zeigt Herr Schivelbusch historisch gesättigten Realitätssinn, der nur gut tun kann und dem engstirnigen Gegenwartsversauern selbstbewusst Parolie zu bieten vermag.

Wolfgang Schivelbusch hat hochinteressante und wunderbar zu lesende Bücher geschrieben, die ich Anfang der 90er Jahre entdeckt habe. Sie zeigen, das nicht nur die Angelsachsen komplexe Themen allgemeinverständlich vermitteln können. Folgende Bücher, Symbiosen aus Wissen und Unterhaltung, möchte ich ans Herz legen: Das Paradies, der Geschmack und die Vernunft – Eine Geschichte der Genussmittel (6. Auflage, 2005, Originalausgabe: Carl Hanser Verlag 1980). Lichtblicke – Zur Geschichte der künstlichen Helligkeit im 19. Jahrhundert (Originalausgabe: Carl Hanser Verlag 1983) und Geschichte der Eisenbahnreise (Originalausgabe: Carl Hanser Verlag 1977).

schivelbusch-buecher

Autor: Ralph Segert   Tags: , ,   1 Kommentar    

Teures Wissen, aber ich brauche das Papier

18.11.08

Freunde meiner Weblogs werden festgestellt haben, dass ich öfter Artikel der taz vorstelle. Keineswegs heißt das, dass ich fixiert bin auf diese Tageszeitung. Gerne würde ich auch Artikel aus der Frankfurter Rundschau und der Süddeutschen Zeitung besprechen, aber Jahresabos von überregionalen Tageszeitungen sind nicht grad billig und bisher habe ich noch Niemanden gefunden, der mir ein Abo sponsert. *hüstel*

Wie teuer Bildung und Information sind, zeigt sich am Gesamtpreis der Vollabos. Die taz will für den Standardpreis 390 Euro im Jahr haben. Der ermässigte Strandpreis für all die saturierten linken Geizhälse beträgt nur 276 Euro im Jahr. Die Frankfurter Rundschau mag es krumm und verlangt 383,40 Euro. Die Süddeutsche dagegen baut auf den Bayernbonus und kostet 460,80 Euro. So kommen wir zum Höchstpreis von 1234,20 Euro im Jahr. Das ist fast ein Drittel von dem, was einem Bezieher von Hartz IV im Jahr zum Leben zusteht.

Dann und wann bestelle ich Miniabos dieser Tageszeitungen. Empfehlenswert zum Beispiel das Angebot der FR: Drei Monate lesen, zwei Monate zahlen und zudem noch ein Werbegeschenk erwarten, der Überfluss und China machen es möglich. Die Süddeutsche hatte ich einmal zum weihnachtlichen Vorzugspreis drei Monate meiner Liebsten vermittelt. Die taz haben wir nun fast ein Jahr zum halben Preis des günstigen Jahresabos bezogen. Es lohnt sich, auf Aktionen zu achten.

Warum aber Abo, viele Artikel gibt es doch online? Diese Frage hörte ich grad in manchen Köpfen drängeln. Richtig, aber ich lese sie nicht aufmerksam, ich bin zu sehr der flirrende Scannertyp am Rechner. Ich brauche das Papier. Das Knistern in den Händen, das Vorlesen im Bett beim Kaffee, die Ruhe auf der Couch. Papier ist geduldig und das überträgt sich auf das Lesen. Ich lese einfach konzentrierter, halte öfter inne und lasse den Gedanken Raum. Ich nehme Notizbuch und Stift zur Hand und notiere das Besondere der Artikel. Keiner wird bestreiten (wehe!), dass ich danach bessere Texte schreibe.

Lust hätte ich drauf: Täglich aus den drei besten überregionalen Tageszeitungen (oder was davon übrigbleibt ;) die interessantesten Artikel aus den Ressorts Wissen und Internet, Politik und Wirtschaft, Alltag und Kultur sprachlich geschliffen vorzustellen. Das wär doch was für den gebeutelten Horizont.

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Zwölf Gläser Wein am Tag

30.07.08

Nichts zeigt uns häufiger als die Natur, wie relativ alles ist. Während wir Menschen Alkohol in den meisten Fällen nicht vertragen, zeigen uns trinkfeste Pelztierchen namens Federschwanz-Spitzhörnchen wie man viel Alkohol trinken kann, ohne die Mitgeschöpfe mit Ausfallerscheinungen zu belästigen. ;-)

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Wem gehört die DNA?

15.07.08

In der Juni-Ausgabe der Le Monde Diplomatique gibt es das hochintessante Dossier „DNA – Forschung, Nutzen, Gebrauch“ mit folgenden Artikeln:

Autor: Ralph Segert   Tags:      

Wissenschaft konträr

15.07.08

Ja, doch, das sind folgend zwei interessante taz-Beiträge: Der eine über die geistigen Schranken von Physikern und über Mathematik als Kunst, der andere über das Lebenswerk des Ethnologen und Anthropologen Claude Lévi-Strauss, der im November 100 Jahre alt wird und in die Klassikerausgabe La Pléiade aufgenommen wurde. Hat der wilde Denker doch eindrucksvoll gezeigt, wie man mit unvoreingenommer Beobachtungsgabe eine Wissenschaft vom Menschen revolutionieren kann.

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Geht der Sonne die Puste aus?

11.06.08

Ich weiss, die Frage geht von einem übertriebenen Gedanken aus. Aber niemand hat die Gewissheit, das nicht morgen schon der Motor des Lebens einfach ein wenig schlapper wird, so dass sich die Sorgen der Menschen mit einem Schlag erledigt hätten. Sicher würden wir alle gerne auf solch ein einmaliges Erlebnis verzichten. Stattdessen fragen wir uns lieber, was es mit der Pause auf der Sonne auf sich hat, macht diese tatsächlich keine Anstalten, auf den Höhepunkt ihres elfjährigen Aktivitätszyklus zuzusteuern! Tse!

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Die verblüffenden Reisen des Wüstenstaubs

29.05.08

Die Süddeutsche ist im Hinblick auf ihre Online-Headlines bemüht, dem großteilig primitiven Niveau von Spiegel online zu folgen. Das fällt vor allem dann auf, wenn man die Headlines der Printausgabe mit denen, die online zu lesen sind, vergleicht. So heißt ein sehr interessanter Artikel schlicht und schön „Die Sahara über Deutschland“, was dann online so klingt: Wenn der „Blutregen“ fällt. Immerhin hat man sich zu Anführungszeichen durchringen können, aber die könnten schon wegen eines geringen journalistischen Anspruchs zu Desinteresse führen. ;)

Aber Desinteresse hat der Artikel nicht verdient, denn er offenbart die erstaunlichen Reisen des Staubes aus den Wüsten Afrikas und Asiens rund um die Welt, um z.B. die Regenwälder in Südamerika zu düngen. Zudem bildeten Staubwinde „sogar die Grundlage der karibischen Inseln“, denn ein Großteil der oberen Schichten der Karibik bestehe aus Sahara-Staub. Neben Staub und Dünger würden auch Krankheitskeime über die Meere transportiert, die wohl unter anderem Korallenriffe bedrohten. Keime, die über Jahrzehnte im Wüstenstaub überdauerten.

Faszination Erde, dachte ich beim Lesen, passend zum Wetter der letzten Tage, mit dem gelben Regen und einem fast unheimlichen Licht bei Temperaturen um die 26 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit. Phantasieanregend anscheinend, denn ich stellte mir vor, was wäre, wenn die Temperatur einfach nur langsam aber kontinuierlich weitersteigen würde. Wie lange würden wir so tun, als ob nichts wäre?

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Die 21 und der Mond

28.05.08

Da bin ich wieder bei den Zahlen. Dass 21 nur die halbe Wahrheit ist, wusste ich bereits. Unbekannt war mir die Behauptung auf Kamelotopia: „Wenn man eine durchschnittliche Tageszeitung 21 mal in der Mitte faltet, kommt man damit bis zum Mond.“ Oder anders: Wenn es die Wochenend-Ausgabe der Süddeutschen mit 2 cm Durchmesser wäre, könnte man die Strecke zum Mond ca. fünf Mal zurücklegen. Mein Schätzchen nimmt mir das nicht ab. ;-)

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Galaxien-Hochzeit in 2,5 Millionen Jahren

26.04.08

Zusammenstoß zweier Galaxien - NASA/ESA Das Hubble-Weltraumteleskop hat sensationelle Fotos von kollidierenden Galaxien aufgenommen. 11 Bilder davon sind in der FR online zu sehen. Dazu gibt es einen Text über Zusammenstöße im All, in dem folgender Absatz zu lesen ist, der mich geradezu zum Lachen reizte: „Auch unserer eigenen kosmischen Heimat steht ein derartiges Schicksal bevor: Die Milchstraße und ihre Nachbargalaxie Andromeda rasen mit einer Geschwindigkeit von 500 000 Kilometern pro Stunde aufeinander zu. Noch beträgt der Abstand zwischen den beiden Sternsystemen rund 2,5 Millionen Lichtjahre. Zum Zusammenstoß kommt es deshalb erst in zwei Milliarden Jahren.“

Autor: Ralph Segert   Tags:      

Qubit und Quantencomputer

25.04.08

Folgend ein spannender Artikel über die Computer der Zukunft. Christian Meier erklärt verständlich das Rechnen in der Quantenwelt . Faszinierend das Qubit: Müssen heutige Prozessoren die Zustände 1 und 0 als 2 Bits hintereinander verarbeiten, so verarbeitet ein Qubit das parallel. Ein Qubit ist also 1 und 0, An und Aus gleichzeitig, auch wenn mein Kopf das spontan nicht wahrhaben will. ;-) Diese „Fähigkeit quantenmechanischer Teilchen, mehrere physikalische Zustände gleichzeitig einzunehmen, bezeichnen Physiker als Superposition“.

Autor: Ralph Segert   Tags: ,      

Zahlenerlebnisse

04.04.08

Im Jahr der Mathematik gibt es hier und dort erstaunliche und banale Geschichten rund um Zahlen und Zahlenspiele. Mich faszinieren Zahlen immer dann, wenn sie nicht mehr vorstellbar sind und Vergleiche der Vorstellungskraft auf die Sprünge helfen, so wie ich es in meinem Beitrag Zahlen zur Globalisierung versucht habe. Daneben gibt es eine seltsame Magie der Zahlen, von der sich wohl kaum ein Mensch ganz freisprechen kann.

Zwar ist die 42 wie die 66 recht abgenutzt, doch als Ersatz könnte auch die Hälfte der Wahrheit reichen. Die 21 hat für mich ihre eigene Ästhetik und ihre Quersumme 3 führt schnurstraks zum Zahlenzauber, den auch die magische Zahl 7 ausstrahlt, die gleich zweimal in meinem Geburtsdatum enthalten ist und sich ein drittes Mal in den beiden letzten Ziffern meines Geburtsjahres als Quersumme versteckt.

7 Design Seit ich denken kann, ist die 7 meine Lieblingszahl, ohne dass ich gleich zu sagen wüsste, warum. Sie sei einfach schön, sie habe etwas geheimnisvolles. Das ist wohl einer der Gründe, dass ich eine Website von 1998 einmal 7 Design genannt habe. Für den einen oder anderen Menschen mag die 7 so banal sein wie die 24 – die als die Online-Zahl für eCommercer gelten kann, wurden doch für manche Domainnamen mit der Zahl 24 horrende Summen verlangt, wohl in der Hoffnung, dass der Kaufrausch rund um die Uhr stattfinde.

Interessant sind Zahlen, die nur dazu da zu sein scheinen, um unser Gehirn nicht allzu stark zu überfordern, als sei das ein Trick, um das Unvorstellbare vorstellbar zu machen. So habe unsere Galaxie einen Durchmesser von 100.000 Lichtjahren. 100.000 nur? Das ist in der Tat nicht viel im Vergleich zur Entfernung der faszinierenden Sombrero-Galaxie M104, deren Entfernung kein Mensch wirklich weiss, die man aber mit einer großzügigen Spanne auf einen Abstand zwischen 30 und 50 Millionen Lichtjahre beziffert. Auf die eine oder andere Million kommt es nun wirklich nicht an im Universum.

Angesichts dieser weiten Entfernung scheint unsere Galaxie recht klein. Wäre aber ein Wesen so groß wie unsere Galaxie, wären beide Galaxien recht nah beieinander. Wenn unserer Galaxie 1 Kilometer breit wäre, betrüge die Entfernung zu M104 lediglich 300 bis 500 Kilometer. Dächten wir uns unsere Galaxie mit dem Auto unterwegs, würden wir sicher nicht von einer großen Entfernungen reden. Mit deutscher Rasermentalität wäre sie in ein paar Stunden da. ;-)

Galaxie M104
Der „Sombreronebel“ aufgenommen vom Hubble-Weltraumteleskop.

Doch wie belanglos wird der Vergleich zwischen 100.000 und 50 Millionen Lichtjahren, wenn ich mir vergegenwärtige, dass ein Lichtjahr etwa 9,5 Billionen Kilometer hat. Wir können uns ja nicht einmal den Erdumfang in seiner ganzen prächtigen Ausdehnung mit satten 40.000 Kilometern vorstellen! Was soll unser Kopf dann mit einem Lichtjahr anfangen, ausser dass er damit abstrakte Entfernungen zusammenrechnet oder bestenfalls ein faszinierendes Staunen zuläßt? Aber die Zahlen geben uns wenigstens eine Ahnung von unserer Ahnungslosigkeit.

Faszinierendes Staunen angesichts des unvorstellbar Großen und unvorstellbar Kleinen (wobei beides einen Freifahrtschein in die Unendlichkeit hat) ist verwandt mit dem Spieltrieb und was wäre der Spieltrieb ohne Zahlen? Gar nicht denkbar? Nur halb so schön? Ähnliches sagte sich wohl die Natur, ließ aber Taten folgen und machte sich schön nützlich mit Fibonaccizahlen. Auch Designer und Künstler mit ihrer Verehrung des goldenen Schnitts singen das Lied der schönen Zahl.

Halten wir fest, Zahlen sind schön, Zahlen sind unbegreiflich, Zahlen sind faszinierend. Wie geht es Euch mit Zahlen? An welche Zahlenerlebnisse denken Blogger, die gerne mal auf ein Blogstöckchen reagieren? Mich würde zum Beispiel interessieren, wie es um die Zahlenmagie und Zahlenabneigung, die Lieblingszahlen und Zahlenerlebnisse beim Herrn Paulsen und Pixelgangster, bei Lazerte und Gabi steht. Und der Herr Basic, der offen seinen Blogverdienst mit 3500 Euro bekannt gab, vielleicht macht der glückliche Robert ja auch mit. Und wer immer auch Bock hat, seine Zahlenerlebnisse loszuwerden, der Kommentarbereich steht offen. ;-)

Und was stelle ich beim Posten dieses Textes fest: Er wurde geschrieben am 4.4.2008. Wenn das kein harmonisches Datum ist, um über Zahlen zu schreiben. Zufall, aber trotzdem faszinierend und oben im Karteireiter sogar mit 04 dabei. Das passt!

Autor: Ralph Segert   Tags: ,   8 Kommentare    

Zahlen zur Globalisierung

03.04.08

Gingen wir von einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 75 Jahren aus, so hätte der Mensch eine Lebenszeit von 657.000 Stunden. Im Vergleich zum geschätzen Vermögen von Bill Gates ist das eine läppische Zahl. 56.000.000.000 Dollar (hoch geschätzt) oder 56 hoch 9 = 56 Milliarden Dollar. Pro Stunde dürfte der Mann 85.236 Dollar ausgeben, selbst im Schlaf. Pro Sekunde wären das immerhin noch 1420 Dollar. Was könnte man derweil mit 1420 Dollar in einem Land wie Indien oder Nigeria anfangen, letzteres in bitterster Armut trotz reicher Ölvorkommen?

Apropos Öl: Der Ölkonzern Shell hat im Jahr 2007 einen Gewinn von 30 Milliarden Dollar gemacht. Desweiteren werden laut Experten in der aktuellen Finanzkrise am Ende um die 600 Milliarden Dollar „verbrannt“ worden sein.

Rechne ich diese 3 Summen zusammen, komme ich auf die unvorstellbare Summe von 696 Milliarden Dollar. Pro Stunde könnten davon 75 Jahre lang 1.059.361 Dollar in Projekte investiert werden, die die Welt sozialer, gerechter und schöner machen würden. Das wären über 25 Millionen Dollar pro Tag. Die „Entwicklungshilfe“ ist im Hinblick darauf in der Tat mehr Schein als Sein.

Finanzexperten schätzen, dass rund 4000 Milliarden Dollar im Umlauf sind, die nicht investiert werden, sondern durch Finanzspekulationen vermehrt werden sollen. Vier Billionen Dollar, um kurzfristig angelegt und mit Gewinn wieder verschoben zu werden.

Diese Zahlen sind zwar abstrakt, aber sie machen die pervertierten Auswirkungen der unkontrollierten Gier einer Männerelite deutlich. Sie machen zudem deutlich, dass die Welt reich genug ist, um sich die Utopie einer Welt ohne Hunger und Krieg leisten zu können.

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Krankengeschichten und Todesängste

02.04.08

Von dem Artikel Hypochonder und das Netz: Krank durch und im Web fühle ich mich als zur Hypochondrie neigender Mensch angesprochen, lese aber bei anbahnenden Leiden keine Meinungen und Erfahrungsberichte aus dem Web, denn das kann in der Tat kränker machen, als man ist. So krank bin ich dann auch nicht. ;-)

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Nanotechnologie in Nano-Food

04.03.08

Nanotechnologie erobert fast unbemerkt die Welt. Nanotechnologie wird zunehmend in Nahrung und für Verpackungen eingesetzt, ohne dass es Diskussionen und ausreichend Forschung über gesundheitliche Gefahren gibt. Nano-Partikel wie Titandioxide werden eingesetzt, um Konsistenz, Farbe, Geschmack oder Aussehen von Lebensmitteln zu beeinflussen oder die Lagerfähigkeit zu verlängern. Im Lebensmittelbereich geht es um viel Geld, Prognosen „sagen Nano-Food bis 2010 einen Zwanzig-Milliarden-Dollar-Markt voraus – von vergleichsweise mageren 2,6 Milliarden im Jahr 2003 über 7 Milliarden 2006.“ Siehe Zeit-Fragen: Appetit auf Nano? – via ZAF.

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Zukunftsmarkt Grüne IT

02.03.08

Vom Umweltsünder zum Klimaretter, ein Bericht der FR anläßlich der Cebit 2008, die im Zeichen grüner IT stehe. Die Zahlen machen deutlich, um was es geht. Strom und Geld sparen mit effizienterer Technik. Weltweit entspreche der jährliche CO2-Ausstoß der IT dem von 320 Millionen Kleinwagen. Allein in Deutschland stehen 1,6 Millionen Server in 50.000 Rechenzentren. Mit den bereits heute zur Verfügung stehenden energieeffizienten Technologien könnten in Deutschland in drei Jahren 21 Terawattstunden oder 13,6 Millionen Tonnen CO2 eingespart werden. Betreiber von Rechenzentren könnten bis 2010 um die 2,5 Millarden Euro an Stromkosten einsparen. In Büros liessen sich durch Einsatz von Thin Clients hierzulande „pro Jahr eine Million Tonnen CO2 und 100 000 Tonnen Material sparen“.

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Ein Meister der Zahlenspiele

01.03.08

Bill Bryson zeigt sich in seinem populärwissenschaftlichem Bestseller Eine kurze Geschichte von fast allem als Meister verblüffender Zahlenspiele, die dem Vorstellungsvermögen auf die Sprünge helfen:

Zur Unmöglichkeit, das Sonnensystem in einem korrekten Maßstab abzubilden: Wäre die Erde so groß wie eine Erbse, wäre der Jupiter mehr als 300 Meter entfernt, der Pluto 2,5 km (in der Größe einer Bakterienzelle). Der nächste Fixstern Proxima Centuri läge mit seinen 4,3 Lichtjahren Entfernung bei 15.000 km Abstand.

Zur Größe der Atome schreibt er: “Wollte man ein Pantoffeltierchen mit bloßem Auge in einem Wassertropfen schwimmen sehen, müsste man diesen Tropfen bis auf einen Durchmesser von 12 Metern vergößern. Wollte man jedoch die Atome in diesem Tropfen erkennen, müsste er einen Durchmesser von 23 Kilometern haben.” München 2006, S.168

Autor: Ralph Segert   Tags: ,      

Super-Computer und Computersimulation

28.02.08

Vor kurzem wurde Jugene, zweitschnellster Super-Computer der Welt, in Betrieb genommen. 65.000 Prozessoren schaffen 170 Billionen Additionen oder Multipliaktionen pro Sekunde. Schnellster Super-Computer ist der BlueGene/L im Lawrence Livermore National Laboratory bei San Francisco. Er schafft mit mehr als 200 000 Prozessoren „beinahe 500 Billionen Rechenschritte pro Sekunde“ und hat 73728 GB Hauptspeicher. Der Stromverbrauch spricht für sich.

Im FR-Artikel Virtuelle Blutpumpen, Turbinen und Asteroide wird beschrieben, für was man solche unvorstellbar schnellen Superrechner braucht; und das sie immer schneller veralten! Gefragt ist zunehmend wirklichkeitsnahe Simulation für Produktentwicklungen und astronomischer wie naturwissenschaftlicher Ereignisse. Folge: Beschleunigung der technischen Entwicklung und Forschungsarbeit in bisher ungeahnten Ausmassen. Am Beispiel einer designorientierten Architektur zeigt die aktuelle Technology Review Fotos von Gebäuden, die ohne Computersimulation gar nicht möglich gewesen wären und nennt sie digitale Gebäude.

Autor: Ralph Segert   Tags: ,   1 Kommentar    

Der arme Verstand

25.02.08

Leseerlebnis erster Güte, hurmorvoll und unterhaltsam: Die Vermessung der Welt von Daniel Kehlmann. Der Naturforscher Alexander von Humboldt und der Mathematiker und Astronom Carl Friedrich Gauß in ihrer Gedankenwelt:

„Aber der Verstand, sagte Humboldt, forme die Gesetze!
Der alte kantische Unsinn. Gauß schüttelte den Kopf. Der Verstand forme gar nichts und verstehe wenig. Der Raum biege und die Zeit dehne sich. Wer eine Gerade zeichne, immer weiter und weiter, erreiche irgendwann wieder ihren Ausgangspunkt. Er zeigte auf die niedrig im Fenster stehende Sonne. Nicht einmal die Strahlen dieses ausbrennenden Sterns kämen auf gerade Linien herab. Die Welt könne notdürftig berechnet werden, aber das heiße noch lange nicht, daß man irgend etwas verstehe.“ – Hamburg 2007, S. 220

Autor: Ralph Segert   Tags: ,      


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