Ratatatam

Kaffeeparade

26.11.08

Kann denn Kaffee Sünde sein? zitiert Bio Emma das Motto eines Blog-Karnevals und ich fühlte mich als alter Kaffeejunkie gleich angesprochen von dieser Kaffeeparade, die Manuel Rosenboom, der vitale Geniesser und der Kaffee-Satz-Blogger von Maskal ausgerufen haben. Und et gibt wat zu gewinnen. ;) — Die 5 Fragen und meine Antworten:

Wie bereitest Du Dir Deinen Lieblingskaffee zu und was muss für Dich in einen „perfekten“ Kaffee rein: nix, Milch(schaum), Zucker, Sirup… ?

Nachdem ich ungefähr tausend Techniken und Maschinen ausprobiert hatte, kam ich zurück zur alten Methode: In eine vorgewärmte Thermoskanne mit der richtigen Wassertemperatur einen starken Kaffee aufgiessen. Danach mische ich den Kaffee mit warmer Vollmilch. Auf die Mischung kommt es an. Thermoskanne deshalb, da wir in relativ kurzer Zeit drei Tassen vernaschen. Manchmal mache ich auch Milchkaffee mit einer schlichten Espressokanne und einem Milchaufschäumer. Schmeckt auch ohne Crema erste Sahne.

Achtest Du beim Kaffeekauf auf bestimmte Siegel (Bio, Transfair, UTZ Certified, Rainforest Alliance)? Wenn ja, warum?

Auf Bio und Transfair. Bin aber auf keine Marke festgelegt. Manchmal kaufe ich den Bio Bio bei Plus, manchmal im kleinen Öko-Laden (leider nicht grad um die Ecke liegend). Ich probiere immer mal wieder einen neuen Kaffee aus. Ich werde immer auf Kaffee neugierig bleiben. ;)

Ist Kaffee Deiner Meinung nach ein Problem für die Umwelt? Warum (nicht)? (C02-Verbrauch, Anbau, Pestizid- u. Herbizideinsatz, Energieverbrauch etc.)

Hm, beim Kaffee hört bei mir die Kritikfähigkeit auf, deshalb habe ich mir wohl darüber noch keine Gedanken gemacht. Oder könnte ich am Ende gar nichts mehr geniessen, wenn ich ständig das Umweltthema im Kopf hätte?

Fühlst Du Dich beim Kaffeekauf genügend informiert (Angaben auf der Packung, Webseite des Herstellers etc.) oder welche Informationen vom Kaffeeanbau bis zur Zubereitung vermisst Du?

Ganz ehrlich, mich interessiert in erster Linie, ob der Kaffee schmeckt, ob er Aroma hat, ob er gut durch den Filter läuft und ob er manchmal in der Küche noch nach Stunden zu riechen ist.

Was war bislang Dein schönstes Kaffee-Erlebnis (Flirt am Kaffee-Automaten, Diskussionen in der Espressobar… was auch immer)?

Häßliche Erlebnisse hätte ich mehr zu bieten, vor allem häßliche Geschmackserlebnisse. Aber Spass beseite und Freude vor. Mein schönstes Kaffee-Erlebnis war der erste Kaffee mit meiner Frau Verena. Wer die eine Geschichte dazu liest, wird das verstehen . :)

Schnell noch nachgetragen: Ein dickes Lob an Hans-Jürgen Langenbahn, den Betreiber von Maskal – fine coffee company. Das Webdesign ist einladend und die Site selbst bietet detaillierte Informationen rund um Kaffee, Kaffeeregionen, Kaffeegenuss und exklusive Kaffeesorten, die dort auch bestellt werden können. Das alles gefällt mir sehr gut und verlockt in diesen Tagen zum Beschenken von Kaffeeliebhabern.

Autor: Ralph Segert   Tags: ,   3 Kommentare    

Laufen im Schnee: Spritzplatschnass

24.11.08

Spätestens seit Murakamis Buch Wovon ich rede, wenn ich vom Laufen rede weiss ich jede billige Ausrede meines Körpers und seines Freundes (das ist der innere feige Faulsack) mit aller Härte zu kontern. Schließlich geht es um die Verhinderung des gemeinen biertrainierten Schmerbauchs. Den Plauzen-Paul und Wampen-Olli hebe ich mir für die Pflegestufe 3 auf. Denn die Wampe im Alter habe ich geerbt. Tue ich nichts, kommt sie und das sieht einfach Scheisse aus. Also ging ich heute Laufen. Über weisse Landschaften wirst du schweben, dachte ich. Von wegen schweben! Schwimmen vielleicht. Im Ruhrgebiet fällt Schnee nur, um gleich zu Matschbrei und weitläufigen Seen zu werden. Nicht nur auf der Straße, auch im Vorstadtwald, im Stadtpark, in Grünzonen jeder Art. Wer erst vor 20 Jahren geboren und niemals den Pott verlassen, wird nichts anderes kennen. Schnee ist hier Matsche, der fällt bereits als Matsche. Und was für eine Matsche! Den ersten Kilometer lief ich, als wollte ich Clusterbomben von Rheinmetall ausweichen. Die wenigen Spaziergänger, die ich traf, verdrückten sich spritzgeschützt in gestrüppgesäumte Seitengassen und schauten mich an, als käme ich von den Polkappen. Und wie die Matsche spritzte! Selbst die Meise im Dickicht duckte sich und zeterte, Scheiß Wetter oder so. Derweil übersah ich vor lauter Fluchen das heimelige Weiss der Bäume. Besonders gemein waren diese mit einer verlockenden hauchzartdünnen Eisschicht getarnten metertiefen Pfützen, in die ich mit Vorliebe hineinsprang, bis mir das kalte Wasser an den Füssen einfach scheissegal war. Echt! Waren ja nur noch 7 Kilometerkes. Also tröstete ich mich mit der Erfahrung des Strandgängers bei Ebbe zu kalter Jahreszeit und den Sprüngen über Flüsse im Sand, die oft mindestens mit nem nasskalten Fuss endeten. Wobei der Fuss aber trotzig mit Erwärmung konterte. Füsse sind das! Füsse müssen was besonders sein. Und so war es auch heute beim Hüpfen, Springen und Matschen. Bin einfach halbfröhlich ohne Lauern auf die nächste Untiefe weitergelaufen, habe einfach den feigen Faulsack ignoriert und bin nicht zurück ins warme Heim, nein! Spritz, Platsch, Nass, echt gezz, scheissegal. Schau nur an die weisse Pracht der Bäume — und die Luft! Obwohl. Unweit tobten bereits die Vorboten des feinstaubigen Ich-hetz-nach-Hause-Verkehrs. Aber auch das tangierte mich nicht. So lief ich auf Wasser jeder Art locker meine Runde und wünsche mir für Morgen endlich Schnee, der endlich hält, was er verspricht. Wehe, wenn nicht, doo!

Autor: Ralph Segert   Tags: ,   1 Kommentar    

Blogwerfen: Dein schönstes Bild im Raum

23.11.08

Als Freund von Geschichten, die sich um alte oder neue Fotos oder Bilder bewegen, möchte ich nach Deinem schönsten Bild im Raum fragen und nach einer kurzen oder langen Geschichte dazu. Mein Betrag heißt: Es lief wie im Traum. Und da niemand mitmachen wird, wenn man nicht das Stöckchen wirft, wird jetzt geworfen. Und jetzt ab! Werfe zum Herrn Paulsen, zum Mann in LA, zum Herrn Konigorski, der mit dem gekonnt reduzierten Layout, zum Jungblogger Lorenz, zum Onno, der nicht nur ein filapper, zur Gabi im Bloghäuschen, zum photo.grapf und zu allen, die mitlesen und sich angeprochen fühlen, aber eigentlich keine Zeit dafür haben. ;-)

Autor: Ralph Segert   Tags: ,   10 Kommentare    

Teures Wissen, aber ich brauche das Papier

18.11.08

Freunde meiner Weblogs werden festgestellt haben, dass ich öfter Artikel der taz vorstelle. Keineswegs heißt das, dass ich fixiert bin auf diese Tageszeitung. Gerne würde ich auch Artikel aus der Frankfurter Rundschau und der Süddeutschen Zeitung besprechen, aber Jahresabos von überregionalen Tageszeitungen sind nicht grad billig und bisher habe ich noch Niemanden gefunden, der mir ein Abo sponsert. *hüstel*

Wie teuer Bildung und Information sind, zeigt sich am Gesamtpreis der Vollabos. Die taz will für den Standardpreis 390 Euro im Jahr haben. Der ermässigte Strandpreis für all die saturierten linken Geizhälse beträgt nur 276 Euro im Jahr. Die Frankfurter Rundschau mag es krumm und verlangt 383,40 Euro. Die Süddeutsche dagegen baut auf den Bayernbonus und kostet 460,80 Euro. So kommen wir zum Höchstpreis von 1234,20 Euro im Jahr. Das ist fast ein Drittel von dem, was einem Bezieher von Hartz IV im Jahr zum Leben zusteht.

Dann und wann bestelle ich Miniabos dieser Tageszeitungen. Empfehlenswert zum Beispiel das Angebot der FR: Drei Monate lesen, zwei Monate zahlen und zudem noch ein Werbegeschenk erwarten, der Überfluss und China machen es möglich. Die Süddeutsche hatte ich einmal zum weihnachtlichen Vorzugspreis drei Monate meiner Liebsten vermittelt. Die taz haben wir nun fast ein Jahr zum halben Preis des günstigen Jahresabos bezogen. Es lohnt sich, auf Aktionen zu achten.

Warum aber Abo, viele Artikel gibt es doch online? Diese Frage hörte ich grad in manchen Köpfen drängeln. Richtig, aber ich lese sie nicht aufmerksam, ich bin zu sehr der flirrende Scannertyp am Rechner. Ich brauche das Papier. Das Knistern in den Händen, das Vorlesen im Bett beim Kaffee, die Ruhe auf der Couch. Papier ist geduldig und das überträgt sich auf das Lesen. Ich lese einfach konzentrierter, halte öfter inne und lasse den Gedanken Raum. Ich nehme Notizbuch und Stift zur Hand und notiere das Besondere der Artikel. Keiner wird bestreiten (wehe!), dass ich danach bessere Texte schreibe.

Lust hätte ich drauf: Täglich aus den drei besten überregionalen Tageszeitungen (oder was davon übrigbleibt ;) die interessantesten Artikel aus den Ressorts Wissen und Internet, Politik und Wirtschaft, Alltag und Kultur sprachlich geschliffen vorzustellen. Das wär doch was für den gebeutelten Horizont.

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Videobeweis

12.11.08

Sind Sie noch nicht zusammengebrochen unter der Last der technikgesättigten Laien-Multimedia im niveaudrückenden Web 2.0? Sie ahnen also, dass das Alles Teil einer Chance um dringend benötigte Aufmerksamkeit sein kann. Das zeigen die im Westjordanland an Bauern verteilten Kameras, die rechtlich anerkannte Videobeweise gegen Misshandlungen liefern.

Heruntergestuft auf die Ebene der Saturierten wäre die Anerkennung des Videobeweises gegen dreiste Drängler und dressierte Raser hierzulande auch ein Fortschritt. — Ich dachte grad, ich täusche mich.

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Glück im Unglück ;-)

09.11.08

Mit Verena bei Freunden im dunkelverrauchten Wohnzimmer gesessen und gesehen, wie sich Schalke 04 von den Bayern hereinlegen liess. Nach ner Pommes beim „lustigen Bosnier“ mit dem Fahrrad in gemäßigter Luft nach Hause gefahren und überrascht worden von einem intensiven Kaffeeduft in unserer Küche. Wenn Räume so riechen, dann leben sie und das fasziniert mich. Das erinnert mich an ein Treppenhaus aus meiner Kindheit. Warmer Holzgeruch vermischt mit Gerüchen aus der Küche und altem Stein.

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Runterkommen und einen Film geniessen

05.11.08

Den Rechner ausschalten, von Obama runterkommen, schnell die Glotze an, noch schneller auf arte umschalten und ab 23.40 Uhr auf den folgenden Film von Ivo Trajkov gespannt sein: Der Tag, als Stalins Hose verschwand (Mazedonien/Tschechische Republik/USA 2004). Einige Szenenbilder, die vielleicht Lust drauf machen.

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Bin ich wirklich schon so alt?

04.11.08

Da bin ich nah an der Opagrenze, auch wenn ich nicht so aussehe, seit 21 Jahren Vater und 15 davon der Wochenendzampano. Und ich war perplex, ja schockiert, als ich hörte, dass Eltern Geburten mit Kaiserschnitt ohne Wehen bestellen können und das tun! — Und entsprechend wie am Fließband abgefertigt werden.

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Hausarbeit im Feinripp

23.10.08

Was hielt mir meine Verena heute Mittag beim Stöbern unter die kaffeesuchende Nase? Ein Foto mit Ausrufpotenzial: Dat-warn-noch-Zeiten! Vielmehr mein Geburtstag im Jahr 2000, immer noch frisch verliebt himmelhochjubelnd. Mein Büro war da noch in Witten und ein fetter Flash-Auftrag drängte. Da saß ich dann kurz nach dem Aufstehen zwischen Tür und Sofa und machte Hausarbeit im Feinripp.

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Ein Trostbär via Schneckenpost

18.10.08

Als mich letztens ein Freund meiner Anleitungen dazu aufforderte, eine Wunschliste anzulegen, habe ich das prompt getan. Und was passiert ein paar Wochen später? Ein freundlicher Mensch, der „meine Arbeit zu schätzen weiss“ schickt mir einen Trostbären, der mir mitteilen soll: „Kopf hoch, alles wird gut!“. Dabei war auch eine CD mit dem Namen Groove Train, feinster Soul Jazz aus dem Hause Blue Note. Ich möchte dem netten Spender hiermit herzlich danken, denn Buch und Musik machten diesen Tag.

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Lust auf Veränderung

18.10.08

Lust auf ein neues helles Layout und eine Idee für das Blog hier weckten den CSS-Bastler in mir. Für das Hauptmenü oben lasse ich mir am Wochenende etwas einfallen. Ich möchte es einsetzen, um dort zentral meine Arbeit vorzustellen, die ich auf der alten Startseite von ralph-segert.de anreissen werde: Mein Webdesign, die Arbeit als Autor und das Beste aus meinem Archiv der S/W-Fotos. Auch überlege ich, an einem Profil für Beratungsleistungen zu feilen. Mein Slogan: Content rockt. ;-)

Mit diesem Redesign ist auch Schluß mit dem Bloggen hier und Bloggen dort. Da wusste am Ende ja niemand mehr, wo mein virtuelles Zentrum ist; es ist jetzt hier in diesem Blog. Einige andere Weblogs werde ich aufgeben, auf thematisches Bloggen habe ich zur Zeit keine Lust. Die gewonnene Zeit und Konzentration nutze ich für das Lesen. Mit Aufräumen meiner Bücherwand habe ich einige Schätze wiederentdeckt, vor allem Klassiker: Büchner, Heine, Tucholsky, von mir bewunderte Menschen und Schriftsteller. Sie zu lesen, das schult auch mein eigenes Schreiben.

So, nun hoffe ich noch, dass Hip Shake heute Nacht so richtig rockt. Drückt uns bitte die Daumen, dass genügend Gäste kommen. :-)

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Sorry für die Leseumstände…

12.10.08

…aber über Nacht kam der Gedanke, dass ich manche Dinge einfach nicht mehr in die Google- und Blogwelt hinausposaune, auch wenn sie distanzierlich formuliert worden sind.

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Keine echt italienische Pizza im Ruhrgebiet?

22.08.08

Verena und ich sind Fans echter italienischer Pizza, haben bisher aber, trotz zahlreicher Versuche und freundlich gemeinter Tipps aus dem Freundeskreis, keine Pizzeria gefunden, die eine Pizza ohne 2 Tonnen Glitschkäse, ohne dicken bis labrigen Teig und ohne Belag bis zum Kinn des Gastes anbietet. Gibt es denn keine Pizzeria im Ruhrgebiet, die echt italienische Pizzen serviert, dass es eine Freude ist? Große, hauchdünne und knusprige Pizzen mit reichlich Tomate und sparsam dosiertem Mozzarella-Käse drauf, mit frischen Zutaten von Parma-Schinken bis frisch geschnittenen Champignons und mit Feingefühl belegt! Wir sind der Verzweiflung nahe und für einen echten Tipp würden wir den Tippgeber glatt einladen.

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Die Filme meines Lebens

20.07.08

Als leidenschaftlicher Bewunderer der Nouvelle Vague, als Freund des Autorenfilms und Sammler von Filmen, die dem großen Thema Leben auf der Spur sind, freue ich mich auf die Nacht vom Montag auf den Dienstag. Denn der HR sendet um 00:15 Uhr Elf Uhr Nachts (Pierrot le fou, F./I. 1965) von Jean-Luc Godard. Auf der Suche nach weiteren Informationen über Pierrot le fou, habe ich die Website Mitternachtskino des Regisseurs Björn Last entdeckt. Dort werden zahlreiche internationale Filme vorgestellt, die man nur selten im Fernsehen sieht. Der Filmkenner Björn Last geht es dabei nicht zu sehr um Interpretationen als vielmehr darum, „umfassend zu informieren, den Film qualitativ zu bewerten – ihn vorzustellen. Für jene Filmbegeisterten, die jenseits von normalen Geschichten, gängigen Formen und konventionellen Techniken schauen wollen – für jene Menschen, die völlig (unabhängig vom Alter des Films) neue und andersartige Filme entdecken wollen.“

Das liest sich sehr gut und erinnert mich an meine Idee, die Filme meines Lebens ausführlich vorzustellen, ähnlich wie ich es hier einmal mit Rivettes Die Nonne getan habe. Das Projekt ist langfristig gedacht. Zur Zeit lese ich alles, was ich über und von François Truffaut bekommen kann. Angetan haben es mir auch einige Meisterwerke von Claude Chabrol, Jean-Pierre Melville, Claude Sautet und vor allem Louis Malle, dessen Filme Das Irrlicht (Le Feu Follet, F./I. 1963) und Zazie (Zazie dans le metro, F. 1960) mich nicht mehr loslassen.

Was sind das für geniale Filme und wieviele gibt es noch zu entdecken! Wenn ich die vergleiche mit dem Tatort Schicht im Schacht, den ich mir heute wegen der Ruhrpottkulisse und einer schlechten taz-Besprechung angesehen habe (auf Tatort-Filme, die jünger als 20 Jahre sind, verzichte ich eh immer freiwillig). Eine Zumutung, nicht nur wegen eines Schimanskis, der beim Reden mit Essen spuckt. Dreht man sowas, wenn man keine Phantasie hat oder verachtet man einfach das Publikum? Eine an den Haaren herbeigezogene Story, selbst die Kulisse wirkte bei soviel stümperhafter Dramatik ohne Glaubwürdigkeit. Film und Fernsehen auf den Hund gekommen.

Autor: Ralph Segert   Tags: ,      

Urgestein und Gulaschsuppe

07.07.08

Sven Lennartz hat unter dem Titel 33 schöne, deutschsprachige Blogs dieses Weblog hier vorgestellt, danke dafür. Dass da unter anderem steht, „Urgestein Ralph Segert setzt auf minimale Eleganz“ und dass ich genau am Tag meines Geburtstages so genannt werde, ist ein witziger Zufall. Derweil kann ich versichern, dass ich trotz meines Lebens- und Webalters immer noch quicklebendig bin und jede Anmutung eines alten Sacks vermissen lasse. ;-). In diesem Sinne freue mich heute Abend auf eine kleine Runde im Freundeskreis und auf eine Gulaschsuppe, die heute am zweiten Tag göttlich munden wird.

Autor: Ralph Segert   Tags:   9 Kommentare    

Wir werden sehen

01.07.08

2006 und 2007 waren gute Jahre für uns, dafür verspricht das aktuelle Jahr umso schlechter zu werden. Wir sehen dies als das übliche Auf und Ab von freuberuflichen Webworkern, die ohne Werbeetat den Laden am Laufen halten. Zusammen mit meiner englischversierten Liebsten sind das jetzt gut 8 Jahre. Nun, anstatt zu jammern, nutzen wir die freie Zeit für sinnvolle Webprojekte, die unseren Credit im Netz auf einem erfreulichen Niveau halten. Zudem haben wir – wir können das kaum glauben – nun endlich eine englische Version unserer Firmensite im Netz, die unter segert.co.nz zu erreichen ist. Zumindestens im Hinblick auf Icondesign sind auch Anfragen aus anderen Ländern nicht unrealistisch. Wir werden sehen.

Autor: Ralph Segert   Tags: ,   8 Kommentare    

Zahlenerlebnisse

04.04.08

Im Jahr der Mathematik gibt es hier und dort erstaunliche und banale Geschichten rund um Zahlen und Zahlenspiele. Mich faszinieren Zahlen immer dann, wenn sie nicht mehr vorstellbar sind und Vergleiche der Vorstellungskraft auf die Sprünge helfen, so wie ich es in meinem Beitrag Zahlen zur Globalisierung versucht habe. Daneben gibt es eine seltsame Magie der Zahlen, von der sich wohl kaum ein Mensch ganz freisprechen kann.

Zwar ist die 42 wie die 66 recht abgenutzt, doch als Ersatz könnte auch die Hälfte der Wahrheit reichen. Die 21 hat für mich ihre eigene Ästhetik und ihre Quersumme 3 führt schnurstraks zum Zahlenzauber, den auch die magische Zahl 7 ausstrahlt, die gleich zweimal in meinem Geburtsdatum enthalten ist und sich ein drittes Mal in den beiden letzten Ziffern meines Geburtsjahres als Quersumme versteckt.

7 Design Seit ich denken kann, ist die 7 meine Lieblingszahl, ohne dass ich gleich zu sagen wüsste, warum. Sie sei einfach schön, sie habe etwas geheimnisvolles. Das ist wohl einer der Gründe, dass ich eine Website von 1998 einmal 7 Design genannt habe. Für den einen oder anderen Menschen mag die 7 so banal sein wie die 24 – die als die Online-Zahl für eCommercer gelten kann, wurden doch für manche Domainnamen mit der Zahl 24 horrende Summen verlangt, wohl in der Hoffnung, dass der Kaufrausch rund um die Uhr stattfinde.

Interessant sind Zahlen, die nur dazu da zu sein scheinen, um unser Gehirn nicht allzu stark zu überfordern, als sei das ein Trick, um das Unvorstellbare vorstellbar zu machen. So habe unsere Galaxie einen Durchmesser von 100.000 Lichtjahren. 100.000 nur? Das ist in der Tat nicht viel im Vergleich zur Entfernung der faszinierenden Sombrero-Galaxie M104, deren Entfernung kein Mensch wirklich weiss, die man aber mit einer großzügigen Spanne auf einen Abstand zwischen 30 und 50 Millionen Lichtjahre beziffert. Auf die eine oder andere Million kommt es nun wirklich nicht an im Universum.

Angesichts dieser weiten Entfernung scheint unsere Galaxie recht klein. Wäre aber ein Wesen so groß wie unsere Galaxie, wären beide Galaxien recht nah beieinander. Wenn unserer Galaxie 1 Kilometer breit wäre, betrüge die Entfernung zu M104 lediglich 300 bis 500 Kilometer. Dächten wir uns unsere Galaxie mit dem Auto unterwegs, würden wir sicher nicht von einer großen Entfernungen reden. Mit deutscher Rasermentalität wäre sie in ein paar Stunden da. ;-)

Galaxie M104
Der „Sombreronebel“ aufgenommen vom Hubble-Weltraumteleskop.

Doch wie belanglos wird der Vergleich zwischen 100.000 und 50 Millionen Lichtjahren, wenn ich mir vergegenwärtige, dass ein Lichtjahr etwa 9,5 Billionen Kilometer hat. Wir können uns ja nicht einmal den Erdumfang in seiner ganzen prächtigen Ausdehnung mit satten 40.000 Kilometern vorstellen! Was soll unser Kopf dann mit einem Lichtjahr anfangen, ausser dass er damit abstrakte Entfernungen zusammenrechnet oder bestenfalls ein faszinierendes Staunen zuläßt? Aber die Zahlen geben uns wenigstens eine Ahnung von unserer Ahnungslosigkeit.

Faszinierendes Staunen angesichts des unvorstellbar Großen und unvorstellbar Kleinen (wobei beides einen Freifahrtschein in die Unendlichkeit hat) ist verwandt mit dem Spieltrieb und was wäre der Spieltrieb ohne Zahlen? Gar nicht denkbar? Nur halb so schön? Ähnliches sagte sich wohl die Natur, ließ aber Taten folgen und machte sich schön nützlich mit Fibonaccizahlen. Auch Designer und Künstler mit ihrer Verehrung des goldenen Schnitts singen das Lied der schönen Zahl.

Halten wir fest, Zahlen sind schön, Zahlen sind unbegreiflich, Zahlen sind faszinierend. Wie geht es Euch mit Zahlen? An welche Zahlenerlebnisse denken Blogger, die gerne mal auf ein Blogstöckchen reagieren? Mich würde zum Beispiel interessieren, wie es um die Zahlenmagie und Zahlenabneigung, die Lieblingszahlen und Zahlenerlebnisse beim Herrn Paulsen und Pixelgangster, bei Lazerte und Gabi steht. Und der Herr Basic, der offen seinen Blogverdienst mit 3500 Euro bekannt gab, vielleicht macht der glückliche Robert ja auch mit. Und wer immer auch Bock hat, seine Zahlenerlebnisse loszuwerden, der Kommentarbereich steht offen. ;-)

Und was stelle ich beim Posten dieses Textes fest: Er wurde geschrieben am 4.4.2008. Wenn das kein harmonisches Datum ist, um über Zahlen zu schreiben. Zufall, aber trotzdem faszinierend und oben im Karteireiter sogar mit 04 dabei. Das passt!

Autor: Ralph Segert   Tags: ,   8 Kommentare    

Anruf einer Suchenden

25.03.08

Heute kam ein Anruf von einer älteren Dame, die noch gelernt hat, ins Telefon zu schreien. Sie fragte, ob hier die Aldi-Zentrale sei. Ich verneinte und fragte zurück, wie sie darauf käme. Hier stünde Ralph Segert im Impressum. Ich stutzte und dachte, was macht Aldi mit meinem Impressum. Auf welcher Seite sie das gefunden hätte, hakte ich nach. Sie wäre in Google gewesen und hätte die Wörter eingegeben und in dieser Liste hätte sie geklickt. Sie zitierte das Impressum und sagte noch Ruhrpottbilder. Verstehe, gab ich zurück. Das sei doch nur ein Foto von mir, klärte ich auf. Ach so, gab sie unberührt zurück und fragte pragmatisch, ob ich nicht die Telefonnummer der Aldi-Zentrale wüsste. Ich verneinte. Und bevor ihr noch einen Tipp für die erfolgreiche Suche geben konnte, war sie schon weg.

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Quiet Earth und ein Traum

21.03.08

Quiet Earth Zum ersten Mal das Endzeit-Drama Quiet Earth von Geoff Murphy gesehen, gedreht 1985 in Neuseeland nach einem Roman von Craig Harrison. Mit bedrückendem Realismus in Szene gesetzt, überzeugende Handlung mit einem Minimum an zum Gähnen bringenden Klischees, mit überraschenden Wendungen, wenn wir es nicht erwarteten. Das Gefühl, wie schlagartig alles wertlos würde, wäre man ganz allein auf der Welt; wie nah auch am Wahnsinn. In der Nacht darauf träumte ich intensiv. So dunkelte sich immer wieder die Sonne vollständig ab, ich schien das als Einziger zu bemerken. Tag und Nacht wechselten im Minutentakt. Dann schlingerte die Sonne trunken über einen schwarzen Himmel, ich fühlte die Erde rasen und wusste, es ist gleich aus mit uns. Schrecken und schnelles Abfinden, dann das Bedauern, dass man danach nichts darüber in der Zeitung lesen könne, geschweige denn darüber bloggen. So ein Erlebnis ohne Feedback! Das beträfe jetzt ausnahmslos alle Menschen, war ein Trost im Traum.

Autor: Ralph Segert   Tags:   2 Kommentare    

Flauberts Beobachtungsgabe

12.03.08

Gustave Flaubert in Lehrjahre des Gefühls, Insel Verlag, 2001, S. 302f:

„Hussonet war nicht gut aufgelegt. Dadurch, dass er täglich über alle möglichen Themen schrieb, viele Zeitungen las, vielen Diskussionen beiwohnte und, um zu beeindrucken, paradoxe Behauptungen von sich gab, hatte er schließlich den genauen Begriff von den Dingen verloren und sich mit den schwachen Raketen seines Geistes selbst blind gemacht. Die Sorgen eines ehemals leichtsinnigen, jetzt aber schwierigen Lebens hielten ihn in dauernder Erregung; und seine Ohnmacht, die er sich nicht eingestehen wollte, machten ihn bissig, sarkastisch.“

Autor: Ralph Segert   Tags: ,   1 Kommentar    

Im Berliner WLAN-Netz

11.03.08

Bergmannstraße, Berlin Kreuzberg, buntes Treiben in vormittaglicher Frühlingssonne. In der Hoffnung einen offenen Hotspot zu finden, aktiviere ich Wi-FI in meinem iPod Touch. Es gab kein offenes Funknetz aber sage und schreibe 21 WLANs. Ein wahres Strahlennetz und immer wieder interessant die ganzen WLAN-Namen von banal über konzerngeführt bis kryptisch und poetisch. Der moderne Ausdruck sprachlicher Phantasie (oder was davon übrig blieb) in Zeiten der unaufhaltsamen und rasanten Digitalisierung des Alltagslebens. Überhaupt in manchen Cafés der tausend Berliner Szenen: Nicht der notebookvertiefte Gast fällt auf, nein, der ohne. Aber Surfen mit dem iPod Touch macht auch in Berlin noch was her. ;-)

Autor: Ralph Segert   Tags: ,      


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