Ratatatam

Warm Wedding Night mit Jazz, Soul, Swing und Brazil

09.06.15

Im Jazz, Soul und Swing gibt sehr viele schöne Songs, die sich prima als Backgroundmusik eignen, z.B. zur Einstimmung auf eine Hochzeitsparty.

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Eine Auswahl mit meinen Lieblingen habe ich in einem Livemix namens Warm Wedding Night zusammengestellt. Auf einer Hochzeit wiederholte ich diesen Mix fast so ähnlich und sorgte während des Essens für eine angenehme Atmosphäre.

Autor: Ralph Segert   Tags: ,      

Wir sind sein

09.08.14

Eigentlich wollten meine Tochter Lina, ihr Freund Shawn und ich eine Radtour von der Jahrhunderthalle über die Erzbahntrasse zum Rhein-Herne-Kanal machen. Wir trafen uns in der City von Bochum und Shawn hatte gleich einen Platten. Kurzerhand sind wir zu einem Fahrradladen, haben Flickzeug gekauft, Werkzeug geliehen und versiert geflickt. Darauf sind wir zum Westpark, um eine Fotosession mit Picknick zu machen. Dabei sind ein paar schöne Fotos entstanden, die ich mit der FujiFilm X-E2 gemacht habe.

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Überhaupt macht es Spaß, mit den beiden etwas zu unternehmen. Ich lerne nebenbei nicht nur besseres English, sondern es gibt auch immer anregende Gespräche: Über die Website für Shaun, die wir gemeinsam machen, über das Leben als BBoy Iron Monkey und Shawns Philosophie, die an fernöstliche innere Ruhe erinnert. Und immer wieder auch über Gott und die Welt. Wir sind dann Sein.

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Shaun

Wir vergassen die Zeit, derweil der Reifen fröhlich wie wir seine Luft verlor. Ein kleiner Draht hatte es sich gekonnt in einer empfindlichen Stelle des Profils gemütlich gemacht. Aber wir waren Sein und sind kurzerhand zur nächsten Tankstelle gelaufen, um danach mitten im Einkaufsrummel ein Café aufzusuchen, in der Hoffnung, dass die Luft im Reifen bleibt. Sie blieb. Wir auch.

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Autor: Ralph Segert   Tags: ,      

Rezept: Linsendal – spicy and ruddy

31.05.14

Als mir vor einem halben Jahr ein guter Freund das Kochbuch Vegetarisch für Faule empfahl, begann ich, ungeplant Quasi-Vegatarier zu werden. Ich entdeckte einige leckere vegetarische Gerichte, die auch mit einfachen Zutaten zu machen sind.

In dem Buch ist auch das Linsendal für zwei Personen. Nach einigen Versuchen habe ich meine eigene Art der Zubereitung und Bemengung gefunden. Das Ergebnis ist ein 90%-Prozent-Rezept, heißt, die meisten Esser sind begeistert und verlangen hartnäckig das Rezept. Hier ist es:

Im Unterschied zur Zubereitung im Kochbuch, koche ich die Linsen 10 Minuten in einem Extratopf vor. Die Zubereitung:

Als Currypulver verwende ich übrigens das aromatische „Rotes Curry Thailand“ von Demeter. Wenn erst einmal alles geschnitten ist, ist das köstliche Gericht schnell gemacht und schmeckt vor allem lauwarm aber auch kalt vorzüglich.

Autor: Ralph Segert   Tags: , ,      

Mein Zaubertrank: Kühle Ingwerseele

12.05.14

Da ich nicht immer Lust und Zeit habe, einen Ingwertee aufzusetzen, überlegte ich mir eine Art „Kurzen“, den ich täglich kühl und frisch trinken könnte. Ähnlich dieser Knoblauch-Zitronen-Kur, die grad populär ist. Aber mein Drink sollte nicht abscheulich schmecken, sondern gut. Hier das Rezept:

Ingwerknolle mit warmen Wasser abbürsten und die grobporigen und offenen Stellen wegschneiden. Danach die Knollen mit Schale und einer groben Reibe in einen Kochtopf reiben und den Ingwerduft genießen. Zusammen mit Zitronenmelisse in einen Topf geben.

Nun das kochende Wasser darübergießen. Mit der Menge des Wassers variere ich die Schärfe des Tranks. Nun kurz aufkochen sowie 10 Minuten oder länger ziehen lassen. Währenddessen die Zitronen und Orangen auspressen.

Jetzt den warmen bis heißen Ingwersud abseien und auspressen und den Apfeldicksaft und den Honig hineinrühren bis er eins mit dem scharfen Saft. Abkühlen lassen und dann den gepressten Saft dazugeben. Nun Abfüllen in verschliessbaren Flaschen und jeden Tag um die 50 ml frische, köstliche, kühle Ingerseele genießen. Allein die Farbe hat einen Preis verdient. Reicht für ungefähr 2 Wochen.

Ein Tipp noch: Vor dem Trinken riechen. Was für eine Einladung! ;-)

Update: Minze und Zintronenmelisse verfeinern den Geschmack noch, die werden mit dem Ingwer kurz aufgekocht. Und magst Du es weniger sauer, nehme weniger Zitronen und mehr Orangen. Das richtige Verhältnis macht diesen Zaubertrank erst traumhaft.

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Die Siedlung oder der Rest vom Leben

04.01.14

Ich habe eine Erzählung von mir wiederentdeckt. Sie spielt in meiner Jugend in den 70er Jahren in Bochum und beschreibt das Leben in einer verrufenen Siedlung.

Die Junggesellen

Typisch für die Siedlung an der Herzogstraße in Bochum – die von den Anderen Sonnenburg und Asozialenasyl genannt wurde – waren „die Junggesellen“, die auf dem Foto eine Kiste ihres Grundnahrungsmittels zu ihren Kollegen trugen.

Ein alter Bochumer würde wohl erkennen, was für eine Biermarke sie gemeinsam „beschlagnahmt“ hatten. Das war ein Gebräu namens „Fiege Export“, das wohl alle vorlauten Jungs in der Siedlung irgendwann einmal hastig und heimlich durch ihre Kehlen rinnen liessen.

So ein vorlauter Junge war mein Bruder, halt wie die meisten in der Siedlung. Auf dem Bild nutzte er die Gelegenheit, um sich mit seiner giftgrünen Jacke vorzudrängeln, denn ein Fotoapparat in der Nähe war etwas besonderes; und für einen guten Platz im Bild, lohnte es sich zu kämpfen. Die beiden Junggesellen blieben ruhig, wie fast immer. Überhaupt war die Männer-WG in der Siedlung ein stoischer Haufen zwischen großen, verarmten Familien, nicht anders hätten sie auch die Respektlosigkeiten der Rumtreiber-Banden aushalten können, die täglich ihre frechen Schnauzen zum Besten gaben und sich manchen mehr oder weniger gemeinen Streich ausdachten.

Zweikampf auf dem Bolzplatz

Rumtreiber-Banden bildeten sich notwendigerweise, denn wir waren immer draußen. In der Wohnung war es zu eng und wenn alle da waren, war in der Küche oder im Kinderzimmer die Hölle los. Meistens suchten wir freiwillig das Weite. Mit dem Klapprad nach Holland, das war kein Problem, spontan versteht sich. Es gab Tage, da liefen wir unsere 30 Kilometer durch Bochum, um Verwandte am anderen Ende der Stadt zu besuchen, stellten im Dauerlauf Rekorde in Klingelmännchen auf und spielten Abends noch 2 Stunden Fußball auf einem Bolzplatz. Diesen verließen wir nicht selten mit aufgerissenen Knien und Ellbogen. Denn manche gemeinen Hunde stellten Dir im vollen Lauf ein Bein und dann hörte man Dich hart rutschen, danach dann hassen und manchmal auch weinen.

Die Siedlung war ein Kosmos für sich. Als „städtische Wohnunterkunft“ bot sie Ausgegrenzten und kinderreichen Familien eine preisgünstige Wohnung ohne Mietvertrag und somit auch ohne Rechte. Der Verwalter durfte jederzeit die Wohnungen betreten, was er aber zu vermeiden wusste. Besuch war nur bis 22 Uhr erlaubt, was niemand wirklich kontrollierte. Auch Telefonanschlüsse waren lange Zeit nicht vorgesehen, entsprechend nicht erlaubt.

Eine Bande

Die Stadt Bochum machte Sozialpolitik mit einem Drei-Stufen-System. Stufe 3 war die letzte Stufe. Darin verlegte die Stadt die „Problemfälle“, die dort in Zwei-Zimmer-Wohnungen hausten und zwei- oder dreimal in der Woche für 50 Pfenning in den gemeinsamen Duschraum durften – auch „Gaskammer“ genannt. Manchmal gab es auch regelrechte Strafverlegungen in diese letzte aller Siedlungen namens Zillertal. Sie war besonders verrufen und bochumweit bekannt. Von hier aus gingen sozusagen alle Verbrechen der Welt aus und selbst die Bewohner der zweiten Stufe fühlten sich als etwas besseres. Nein, sie seien sicher keine Unschuldsengel aber auch kein Pack wie dieses.

In der Stufe 2 wohnten wir, in der Siedlung Herzogstraße. Auch der sah man von weitem das kleine Ghetto an. Vier rote Backsteinblöcke reihten sich hintereinander, abgegrenzt durch den Bolzplatz, eine Steinfabrik, den Zaun eines Bauern und eine Strasse mit großen Feldern daneben, die zu Kleingärten führten, die im Sommer Opfer von Plünderungszügen wurden.

Treppenaufgang

Es gab Aufgänge zu 3 Etagen, die aus langen Gängen bestanden und Zugang zu den grauen Eisentüren boten. Aber immerhin hatten wir die Dusche in der Wohnung und dazu drei statt zwei Zimmer, so dass wir es mit sieben Personen auf 54 Quadratmetern vergleichsweise gut hatten.

Auch wohnten wir im zweiten „Bau“, so wurden die Blocks immer genannt (wie die Sprache sich eben den Gegebenheiten anpasst). Dieser Block war etwas besonderes, denn dort wohnte der Verwalter, der manchmal mehr soff als die Junggesellen und sich ansonsten nur in wirklich harten Fällen zum Einschreiten genötigt sah. Sein Sohn war mein bester Freund und wir teilten später die Mofaleidenschaft, verliebten uns zugleich in dasselbe Mädchen und lernten zur gleichen Zeit „Strippenzieher“.

Vogelpause auf dem Balkon

Der vierte Bau war gegenüber dem zweiten Bau völlig verrufen in der Siedlung. Dort wohnten die „Zigeuner“ und von dort kamen auch immer die Läuse her. Das behauptete nicht nur meine Mutter, wenn sie uns schimpfend die kleinen Viecher auskämmte. Im vierten Bau war auch am häufigsten die Polizei, denn dort wohnten ja nur Verbrecher. Und tätsächlich endete manche Verfolgungsjagd der Polizei am letzten Bau und öfter hörte man dort das Schreien oder Weinen von Frauen, die geschlagen wurden. Aber wenn ich mich recht erinnere, wurden in jedem Bau Frauen geschlagen. Die rächten sich manchmal mit geheimen und ausdauernden Hetzereien, die hier und dort mit nächtlichen Eierwürfen gegen Fenster oder in Familienschlägereien endeten.

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Die Stufe 1 der Bochumer Sozialpolitik habe ich nie richtig kennengelernt. Ich weiss nur, dass es dort eher einen Telefonanschluss gab und dass die Häuser dort fast normal aussahen. Trotzdem meinte der Rest des Stadtteils Langendreer, dass dort die Asozialen, Kriminellen und Säufer wohnen würden. Und wir hatten sogar noch Junggesellen dabei, die sich in ihrer WG den Rest vom Leben gaben.

Autor: Ralph Segert   Tags: , ,      

Wie haben die Eltern uns damals nur durchgebracht?

14.08.11

Wie konnten Babys und kleine Kinder überhaupt überleben ohne Beikostöl? Gar ohne Testurteil „Sehr Gut“ und ohne ohne Lactose mit Stilldiätplan dazu? Ohne Siegelkunde beim Essen? Ohne das Riesenregal So-machen-sie-alles-richtig-Bücher? Ohne den Nieren- und Hüftultraschall auf hartem Gerät zweikommafünf Sekunden nach der Geburt? Ohne die minutenlange Blutabpresserei am Finger des noch die erste Vormilch verdauenden Säuglings; damit gewiss sei, dass das kerngesunde Neugeborene nicht an einer seltenen Eiweißerkrankung leide? Ohne neu kreierte Impfungen zum Wohle der Pharmawohltäter und ihrer Vertreter? Ohne die Vorstellung, dass der Mensch krank zur Welt komme aber gesund aufwüchse? Ohne Vorsorge der Vorsorge zur Vorsorge der Vorsorge? – Damals muss der liebe Gott noch mitgeholfen haben. Ganz viele Kinder überlebten damals, blieben gesund damals, schulten Intelligenz und Geschick damals, spielten auch mal allein damals und waren oft im Dreck damals. Das grenzt an ein Wunder!

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Vorsicht Arzt!

23.05.11

Geht eine junge Frau mit ihrer Tochter (7 Monate) wegen rotrauher Backen zum Kinderarzt. Der Arzt diagnostiziert kurzerhand Neurodermitis. Er verschreibt eine cortisonhaltige Salbe. Die Mutter behandelt ihre Tochter damit, ohne zu wissen, daß Neurodermitis starken Juckreiz zur Folge hat. Der Arzt hätte das wissen müssen, wollte es aber wohl nicht. Nun weiss ich nicht, was trauriger ist, der zynische Arzt oder die naive Mutter, der später ein Lichtlein aufging: Ihr Baby war nur stark am Zahnen.

Auch unser erster Kinderarzt war schnell mit seiner Diagnose als Verena mit unserem zahnende Raulchen Gewissheit suchte. Verdacht auf Allergie. Daß er nicht auch ADHS diagnostiziert hat und gleich ne Runde Ritalin spendierte, hat mich stark erstaunt.

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Darf ich vorstellen: Raul Johannes Segert

01.11.10

Am 24.10.2010 um 00:46 Uhr war es soweit und es kam in natürlicher Geburt ein kleiner süßer und kerngesunder Raul Johannes mit überaus kräftiger Stimme auf die Welt. Die Vermessung des neuen Erdenbürgers ergab ein Gewicht von 3400 gr. und eine Größe von 52 cm. Die prägnante Nase erinnert an den Vater, der große Mund an die Mutter. Die Ohren müssen von beiden Elternteilen stammen, denn eines zeigt sich als Segert-Segelohr, das andere liegt platt wir eine Flunder. ;-)

Nach 7 Tagen Erdendasein und völlig ausgepumpten Eltern klappt es endlich und Himmel sei Dank mit dem Stillen und dem satten zufriedenen Lächeln beim Einschlafen. Selbst Wickelsessions ohne markdurchdringendes Schreien sind tatsächlich möglich. Das tut allen so gut, dass wir drei uns an diesem nebelig-stillen Novermbertag über Besuch freuen können.

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Guter Irre und schlechter Normale

24.09.09

Manfred Lütz macht in dem FR Interview „Gegen die Tyrannei der Normalität“ Stimmung für sein neues Buch „Irre! Wir behandeln die Falschen. Das Problem sind die Normalen“. Die Wortwahl erinnert mich an populistische Techniken der Meinungsmache, vornehmlich durch Übertreibung und Beschwörung von Dichotomien.

„Verrückte halten sich nicht an die Regeln. Ich meine: Das hält die humane Temperatur in unserer Gesellschaft über dem Gefrierpunkt. Auf die Idee zu dem Buch bin ich ja gekommen, weil ich Tag für Tag mit rührenden Dementen, hinreißenden Manikern, liebenswerten Schizophrenen zu tun habe und abends in der Tagesschau aggressive Kriegstreiber, aalglatte Egomanen und hemmungslose Wirtschaftskriminelle präsentiert bekomme.“

In dem Werbevideo des Buchs auf Youtube werden dann die armen Normalen erst richtig weich gekocht, unterstützt durch peinliche Hintergrundmusik, die höchstens weltfremden Esoterikern Lust auf das Buch macht. Aber vielleicht ist nicht alles falsch, was Herr Lütz da sagt. Vielleicht ist das Buch besser als die Werbung dafür. Vielleicht lese ich es, wenn ich das Video wieder vergessen habe. ;-)

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Ein Jahr nach San Francisco

12.07.09

Da hat meine Tochter Lina (22) grad ihre Ausbildung als Hotelfachfrau beendet und nun fliegt sie bereits morgen früh für ein Jahr in die USA, um in San Francisco als Au Pair Land und Leute kennenzulernen. Finde ich mutig. Schnell habe ich ihr für ihre Erlebnisse noch ein Weblog eingerichtet. Wir sind gespannt, was dort passiert und wünschen auch von hier aus einen erlebnisreichen Aufenthalt. :-)

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Indien aus der Ferne

26.03.09

Hatte ich erwähnt, dass meine Liebste seit knapp einer Woche im nördlichsten Indien ist und dass ich sie schnell wieder bei mir wünsche? Aber was nützt mir wünschen, ich muss mich noch eine ganze Woche gedulden – wir haben danach auch einiges vor, wir leben Aufbruchstimmung in der Krise und freuen uns auf das Redesign unseres Firmenauftritts, erweitert um Texte über Icondesign und unsere Arbeit als Webdesigner.

Derweil lese ich aufmerksam das Blog der Reisenden namens Himalaya Klosterreise 2009. Hört sich jetzt nicht so prickelnd an, aber allein das Hinkommen war Abenteuer genug. Der Flugreise über Dubai nach Delhi folgte nach stundenlangem Warten eine 500 km lange „Autofahrt“ nach Dharamsala, dem „little Lhasa“, dem Zielort. Mensch hat ja sonst keinen Stress und setzt sich zur Weiterfahrt in eine Jeepkolonne, die durch die unvorstellbaren Slums von Dehli und über wahnsinnig toll ausgebaute Serpentinen fahren. Der Indienlaie kann nur staunen darüber, wie wenig im Verkehrschaos passiert, das geprägt sei durch das Recht des Stärkeren. Dass unterwegs ein Fahrzeug ausfällt, fördert das Improvisationstalent. Es bleibt einem da in der Wildnis auch nichts anderes übrig, auf den ADAC würde man jedenfalls vergeblich warten.

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Mensch 3.0

09.03.09

Wie steht es um die totale Vernetzung? Wird es für die sogenannten Digital Natives leicht sein, zwischen Fluch und Segen frei lavieren zu können? Wird ausschalten, abschalten nicht erreichbar sein, intensive Kommunikation, echtes Lernen und Erfahren anstrengender; von inneren Zwängen bestimmt, von schlechtem Gewissen gelenkt? Die Fürsprecher der radikalen Vernetzung, die die Antworten über die Zukunft der Arbeit, der Freizeit und des Internets bereits wissen, reduzieren soziale und kommunikative Kompentenz sowie individuelle Freiheit auf Beschleunigung und Effizienz der Technik und Arbeit. Die Worte Seele und Bedürfnis, Krise und Anstrengung, Unsicherheit und Geborgenheit sind in ihren Verheißungen nicht vorgesehen. Das darf misstrauisch machen.

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Leselacher

05.03.09

Eine Rechtsmedizinerin, die Tatort doof findet, auf der Spur des Verbrechens und mit einigen Tipps für das perfekte Verbrechen:

„Sie dürfen nur nicht den Fehler machen, die Person anschließend verbrennen zu lassen.“

Aufschlussreich eine kleiner Anekdote einer der diesjährige Chamisso-Preisträger. María Cecilia Barbetta im FR-Interview Geschichten vom verlorenen Spiegelbild:

„Die kleine Cecilia geht also aus diesem Kindergarten hinaus und ich sage zu meiner Mutter: ‚Guck mal, Mama, die beiden Herren da streiten sich.‘ Und meine Mutter sagt: ‚Nein, sie streiten sich nicht, sie sprechen Deutsch.'“

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Radio Schauma

05.01.09

Letztens erzählte mir ein alter Weggefährte von Verena, dass ich in dem Buch Als die Welt noch unterging von Frank Apunkt Schneider erwähnt sei. Wie tief muss der Autor gegraben haben, um an Exemplare dieser sinnfreien bis verzweifelten Collagen aus Musik- und Medienzitaten, Nonsenstexten und Umgebungsgeräuschen heranzukommen, die ich damals auf Kassetten in einer Auflage unter einem Dutzend an Artverwandte weitergab und Radio Schauma nannte! Zwei Ausgaben dieses Kassettenzines habe ich in meiner Sammlung gefunden, in der auch 30 Jahre alte Aufnahmen archiviert sind, die erstaunlicherweise immer noch gut klingen (die CD hätte längst eingepackt). Aufnahmen, die ich damals mit meinem kleinen tragbaren Cassettenrekorder überall und nirgendwo gemacht habe, ob im Fussballstadion von Bochum, zu Hause, in der Kneipe, im Jugendheim oder später bei Punkaufnahmen im Proberaum. Anscheinend war ich bereits in jungen Jahren reproduktionssüchtig.

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Autor: Ralph Segert   Tags: ,      

Was kann trotz Arbeit und Fest sehr erholsam sein?

03.01.09

Ich habe zum Jahresende eine kleine Website für die Automotive Claim Consulting GmbH mit Portraitfotografie und kleiner Geschäftsausstattung fertiggestellt und einen zufriedenen Kunden gewonnen. Ansonsten haben wir es in diesen Fest- und Kaufrauschtagen ruhig angehen lassen und mit Familie und Freunden das Zusammensein genossen. Verena und ich haben zudem eine Reihe genialer französischer Filmklassiker von Chabrol, Bresson, Melville und Verneuil gesehen. Welt Welt und Dummheit Dummheit sein lassen, sich auf seine Arbeit konzentrieren und dabei das Netz locker links liegen zu lassen, das kann sehr erholsam sein. :-)

Webdesign für die Automotive Claim Consulting GmbH

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Die Dinge des Lebens

24.12.08

Die Dinge des Lebens von Claude Sautet aus dem Jahre 1970 gesehen. Nebenbei fiel mir das Unvirtuelle der Alltagstechnik auf, ohne Glücksversprechen auf Zweck und Nutzen reduziert, nicht immer und überall die Sinne einnehmend und beschäftigend. Technik nahm uns nicht das Leben ab, der Alltag machte mehr Mühe und gab uns die Zeit dafür. Zeit für Erfahrung. Alles auf Knopfdruck gab es nicht. Technik war schwerer, größer, beständiger, realer, langsamer, nicht immer und überall und in so rasanten Verfallszeiten verfügbar, nicht erschwinglich oft. Niemand hatte auch nur eine Ahnung davon, wie umfassend sich eine Gesellschaft beliebigen Produkten und technisch geprägten Massenartikulationen hingeben würde, um sich über das Wegwerfen und Neukaufen zu definieren. Nein, kein Kulturpessimismus. Vielleicht Abneigung gegen eine Mentalität der mühelosen Verschwendung, vielleicht – Pause jetzt!

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Herr Search Request

13.12.08

Herr Search Request wusste nicht wie traurig er war. Den ganzen Tag versuchte er vergeblich ein Plattencover auf den iPod zu übertragen. Der iPod grinste höhnisch und das Plattencover suchte das Weite, so blieb Herr Search Request ohne Einsicht in das, was er war. Traurig.

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Blogrunde: Bilder und Geschichten

07.12.08

Mein Blogwurf Dein schönstes Bild im Raum hat einige Blogger dazu angeregt, das Stöckchen aufzunehmen, obwohl mein Wunsch etwas mehr Zeit als gewöhnlich abverlangt. Ich danke allen für die überaus gute Unterhaltung. Entdeckt habe ich bis heute folgende Beiträge:

Das war eine spannende Blogrunde. Und überhaupt machte es Spass, mich von einem Link zum anderen zu hangeln, um immer wieder überraschende Geschichten zu entdecken. Und es wären wohl noch mehr zu finden, wenn mich jetzt nicht der Laufdrang vom Compi weglocken würde. ;)

Edit – Auch schön: Sven Scholz über den Vater am Schlagzeug.

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Wir leben

06.12.08

Als leise Easy Living von Bryan Ferry anklang, kam mir der Gedanke, dass die Welt zwar krank sein mag und dass es so unendlich viel gibt, was unsere Herzen kränkt; aber wir leben! Früher als Kind staunte ich und fragte, warum kann ich mich bewegen? warum kann der Arm sich heben? warum geht der Mensch, wie macht der das –? Später kam hinzu, dass er denken kann, dass er im Glück gar was bewegen kann. Was nützt das Selbstmitleid, wenn man sichs leisten kann? Wir leben, was soll mehr noch zählen?

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Kaufrauschmob

03.12.08

Könnwe uns nich ma zusammraufen und unzen geilen Kaufrausch gönn? Einfach so mitte Horde unterwegs inne Konsumtempels drinne; laut, staunend, wie blöd auffa Suche. Sich kaputtlachend drüber, watt Kollege Mobnachbar sich antun will zu kaufen, anstatt die Kohle am Kaufrauschtag generöös zu verbrennen und laut zu rufen: Kohle! ich komm aus Dir! Und da datt allet so schön is, werden vorm Fest die Becha gehoben, dattet kracht! Datt macht am Ende zwar soooo! en Kopp, abba der erinnatt immahin drööhnend dran, watt man am Vortach so verbrochen hat. Datt geht, in echt gezz, nich so spurlos an einem vorbei. Aussa, man hatts soweit getrieben, datt man sich an gar nix mehr erinnatt. Abba dann is man eh ausgeschieden. Datt isso! —

Autor: Ralph Segert   Tags: ,   2 Kommentare    

Lina malt den DJ Ralpf

27.11.08

Gestern unter den gesammelten Zeichnungen meiner Tochter entdeckt: Lina (9) malt „DJ Ralpf“. Es war zu meiner Anfangszeit, als ich feuereifrig und ohne DJ-Erfahrung einen Laden für meine Sets suchte. Ich lebte bereits seit zwei Jahren getrennt von meinen Kindern und wohnte in einer ziemlich chaotischen Studenten-WG in der Nähe der Ruhr-Uni. — Jetzt würde ich allzugerne wissen, wer da draussen Ruhe ins Fenster schrie.

Autor: Ralph Segert   Tags: ,   1 Kommentar    


Ansichten:  ragini · Frank · aurora · Ping

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