Ratatatam

Zukunftsmarkt Grüne IT

02.03.08

Vom Umweltsünder zum Klimaretter, ein Bericht der FR anläßlich der Cebit 2008, die im Zeichen grüner IT stehe. Die Zahlen machen deutlich, um was es geht. Strom und Geld sparen mit effizienterer Technik. Weltweit entspreche der jährliche CO2-Ausstoß der IT dem von 320 Millionen Kleinwagen. Allein in Deutschland stehen 1,6 Millionen Server in 50.000 Rechenzentren. Mit den bereits heute zur Verfügung stehenden energieeffizienten Technologien könnten in Deutschland in drei Jahren 21 Terawattstunden oder 13,6 Millionen Tonnen CO2 eingespart werden. Betreiber von Rechenzentren könnten bis 2010 um die 2,5 Millarden Euro an Stromkosten einsparen. In Büros liessen sich durch Einsatz von Thin Clients hierzulande „pro Jahr eine Million Tonnen CO2 und 100 000 Tonnen Material sparen“.

Ein Meister der Zahlenspiele

01.03.08

Bill Bryson zeigt sich in seinem populärwissenschaftlichem Bestseller Eine kurze Geschichte von fast allem als Meister verblüffender Zahlenspiele, die dem Vorstellungsvermögen auf die Sprünge helfen:

Zur Unmöglichkeit, das Sonnensystem in einem korrekten Maßstab abzubilden: Wäre die Erde so groß wie eine Erbse, wäre der Jupiter mehr als 300 Meter entfernt, der Pluto 2,5 km (in der Größe einer Bakterienzelle). Der nächste Fixstern Proxima Centuri läge mit seinen 4,3 Lichtjahren Entfernung bei 15.000 km Abstand.

Zur Größe der Atome schreibt er: “Wollte man ein Pantoffeltierchen mit bloßem Auge in einem Wassertropfen schwimmen sehen, müsste man diesen Tropfen bis auf einen Durchmesser von 12 Metern vergößern. Wollte man jedoch die Atome in diesem Tropfen erkennen, müsste er einen Durchmesser von 23 Kilometern haben.” München 2006, S.168

Software-Update 1.1.4 für iPod Touch

29.02.08

Das Firmware-Update 1.1.4 für den iPod Touch wartet laut fscklog zwar mit einem besseren MobileSafari auf, „der nun mit mehreren offenen Seiten deutlich besser umgehen kann“, doch von den in meinem iPod-Touch Software-Test besprochenen Mängeln ist keiner behoben worden, was ich nicht wirklich zu hoffen gewagt habe. ;-)

Life Caching

28.02.08

Die totale Speicherung des persönlichen Lebens. Gordon Bell liege bei 300.000 Datensätzen mit 150 GB. Industrie und Militär sehr interessiert an der totalen Protokollierung. – Life Caching als „Megatrend“ und welche Technik für Trendbewusste zum Einsatz kommt. Was wird aus dem Vergessen?

Super-Computer und Computersimulation

28.02.08

Vor kurzem wurde Jugene, zweitschnellster Super-Computer der Welt, in Betrieb genommen. 65.000 Prozessoren schaffen 170 Billionen Additionen oder Multipliaktionen pro Sekunde. Schnellster Super-Computer ist der BlueGene/L im Lawrence Livermore National Laboratory bei San Francisco. Er schafft mit mehr als 200 000 Prozessoren „beinahe 500 Billionen Rechenschritte pro Sekunde“ und hat 73728 GB Hauptspeicher. Der Stromverbrauch spricht für sich.

Im FR-Artikel Virtuelle Blutpumpen, Turbinen und Asteroide wird beschrieben, für was man solche unvorstellbar schnellen Superrechner braucht; und das sie immer schneller veralten! Gefragt ist zunehmend wirklichkeitsnahe Simulation für Produktentwicklungen und astronomischer wie naturwissenschaftlicher Ereignisse. Folge: Beschleunigung der technischen Entwicklung und Forschungsarbeit in bisher ungeahnten Ausmassen. Am Beispiel einer designorientierten Architektur zeigt die aktuelle Technology Review Fotos von Gebäuden, die ohne Computersimulation gar nicht möglich gewesen wären und nennt sie digitale Gebäude.

4000 Bücher

27.02.08

Ich las, habe vergessen, wer von wem zitiert wurde: Der Mensch schaffe 4000 Bücher in seinem Leben. Ich rechne: Das wären 60 Jahre lang alle 5 Tage ein Buch. Die Wahl ist bei 90.000 neuen Titel im Jahr allein in Deutschland keine einfache Aufgabe – lächerlich erscheinen heute die damaligen Untergangsrufe, als mit der Popularisierung des Internets der Tod des Buches prophezeit wurde. Trotz Internet bleibt es eine Herausforderung, die Bücher zu finden, die mich jenseits der Klischees weiterbringen, die anregen, herausfordern und manchmal sogar zu Schlüsselerlebnissen führen.

Das Glück der Unschuld

26.02.08

Da der Zufall der „große Meister aller Dinge“ sei, ist es für Luis Buñuel folgerichtig eine lästige und allgegenwärtige „Manie“, alles verstehen zu wollen. Es mache die Dinge mittelmäßig und würdige sie herab.

„Wären wir in der Lage, unser Geschick dem Zufall anzuvertrauen und das Geheimnis unseres Lebens mutig anzunehmen, wären wir einem bestimmten Glück nahe, das der Unschuld ähnelt.“ – Mein letzter Seufzer, Berlin 2004, S. 249ff

Die Unschuld der Phantasie

26.02.08

Der großartige Filmemacher Luis Buñuel in seinem Erinnerungsbuch Mein letzter Seufzer: Erst im späten Alter von sechzig oder mehr Jahren habe er die „Unschuld der Imagination ganz begriffen“. Frei übersetzt: Keine Sorge bei plötzlich auftauchenden Mord- oder perversen Gedanken, sie gehören allein Dir, denn Deine Phantasie, was immer sie hervorbringe, sei keine „Sünde“, sie sei die „völlige Freiheit“ des Menschen. Berlin 2004, S. 254

Datenmengen und Stromrechnungen

26.02.08

Wenn Daten sich durch ihre „schiere Übermenge selbst schützen“ oder der „Vatikan des Überwachungswesens“ und seine Stromrechnung. Das Datenzentrum der National Security Agency (NSA), genannt „Crypto City“, habe eine jährliche Stromrechnung von umgerechnet 21,2 Millionen Euro. „Der in der TOP 500-Liste der Supercomputer führende BlueGene/L von IBM beispielsweise verbraucht 1.770 Kilowattstunden, leistet zwischen 200 und 600 TeraFLOPS und produziert eine Stromrechnung von gut einer Million Euro im Jahr“, so Peter Glaser unter dem Titel Einblicke.

Der arme Verstand

25.02.08

Leseerlebnis erster Güte, hurmorvoll und unterhaltsam: Die Vermessung der Welt von Daniel Kehlmann. Der Naturforscher Alexander von Humboldt und der Mathematiker und Astronom Carl Friedrich Gauß in ihrer Gedankenwelt:

„Aber der Verstand, sagte Humboldt, forme die Gesetze!
Der alte kantische Unsinn. Gauß schüttelte den Kopf. Der Verstand forme gar nichts und verstehe wenig. Der Raum biege und die Zeit dehne sich. Wer eine Gerade zeichne, immer weiter und weiter, erreiche irgendwann wieder ihren Ausgangspunkt. Er zeigte auf die niedrig im Fenster stehende Sonne. Nicht einmal die Strahlen dieses ausbrennenden Sterns kämen auf gerade Linien herab. Die Welt könne notdürftig berechnet werden, aber das heiße noch lange nicht, daß man irgend etwas verstehe.“ – Hamburg 2007, S. 220

Netzvergangenheit 2.0 bitte löschen

24.02.08

Sich im Web auszuziehen und gedankenlos die eigene Privatsphäre temporär aufzugeben, ist offenkundig das, was das Web 2.0 ausmacht. „Vulgäre Sucht nach kurzfristiger Prominenz“ nennt der Soziologe Wolfram Sofsky das und die Frankfurter Rundschau klärt in dem Artikel Nach dem digitalen Exhibitionismus über die Folgen auf, die die allzu offenherzige Preisgabe persönlicher Vorlieben, Fotos, Podcasts und Videos für manchen „Social-Networker“ haben könnte.

Da suchten Personalchefs gezielt nach Personeninformationen und fänden Fotos von Besäufnissen oder peinliche „Blödelvideos“. Dass das keinen guten Eindruck macht, ist klar. Dass man das später bereut, kommt wohl zunehmend häufiger vor. Und dass auch die Entblössungen in Videos zunehmend besser gefunden würden, dafür sorgten Suchmaschinen wie Blinkx. Die durchsucht Videos und Audio-Podcasts nach Stichwörtern: „40 Großrechner durchstöbern permanent das Web und verschlagworten per Spracherkennung die Schnipsel automatisch“.

Die Personenrecherche im Internet wird zur Selbstverständlichkeit – „34 Prozent aller Personalchefs nutzen gezielt das Internet“. Zugleich wächst das Bedürfnis nach Anonymität. Das ruft findige Geschäftsleute auf den Plan. Sie entwickeln Suchmaschinen wie yasni.de – Slogan: Was weiss das Netz über Dich? -, die auf Personenprofile spezialisiert sind. Das Ziel dieser Dienste ist, „Biografische Daten, Adresse, Telefonnummer, Fotos, Blog-Einträge, Amazon-Wunschlisten und Clubmitgliedschaften ganz ohne mühsames Googlen“ zusammenzustellen.

Dienstleister wie Deinguterruf.de versprechen dagegen unter dem Slogan „Suchen, Schützen, Entfernen“ die Wiederherstellung der Anonymität mit Entfernung peinlicher Entgleisungen im Netz. Da die Betreiber sozialer Software nicht zu einer Löschung gezwungen werden können, setzt die Firma auf Kooperation. Entsprechend kostet die Entfernung eines einziges Eintrags 24,95. Macht mit Trinkgeld 25 Euro. Umtriebigen und lautstarken sozialen Netzwerkern käme eine Entsorgung ihrer Netzoffenbarungen unter Umständen teuer zu stehen.

Software-Test: iPod Touch

23.02.08

Hier geht es um einen detaillierten Software-Test mit dem iPod Touch, der die Stärken und Schwächen auslotet. Ich möchte zeigen, wo Apple nacharbeiten könnte, um die Benutzerfreundlichkeit und Funktionalität des iPod Touch zu optimieren.

Mit der Software-Version 1.1.3 ist der iPod Touch kostenpflichtig aufgewertet worden. Jetzt lassen sich Emails schreiben und verwalten, im Kalender können Termine festgehalten werden und die Notizfunktion erlaubt das Notieren täglicher Gedankenblitze, wenn man das will.

Schreiben mit dem gewissen Touch

Ich beginne mit einem Schreibtest. So öffne ich Safari, rufe ein Weblog auf und tippe einen Kommentar. Halte ich den iPod Touch quer, dreht sich das Bild auf dem Display und die Tastatur wird breiter. So kann ich auch mit den beiden Daumen schreiben, was mit ein wenig Übung schneller geht, als mit einem Zeigefinger. Leider aber, das vorweg, wird das Querformat nicht von „Mail“, dem „Kalender“ und nicht von „Notizen“ unterstützt.

Schreiben mit dem iPod Touch

Vorteilhaft beim Schreiben einen Kommentars und vor allem beim Ausfüllen eines Formulars ist, dass es eine Taste für die Tabulatorfunktion gibt (names „Weiter“), so dass ich von einem zum nächsten Formularfeld springen kann.

Derweil sind sonderbare kryptische Texthilfen eher hinderlich beim Schreiben. Zudem muss man sie wegdrücken, wenn sie unpassend ein Wort ersetzen wollen, was den Schreibfluss hemmt. Leider läßt sich die Texthilfe nicht abschalten, noch ist ersichtlich, nach welchen Kriterien sie funktioniert oder gar lernt.

Umlaute und Texthilfe auf dem iPod Touch

Etwas schreibverzögernd ist auch die Wahl der Umlaute. Dazu muss ich einen Buchstaben wie „u“ oder „a“ gedrückt halten – etwas lange wie ich finde, eine Einstellmöglichkeit der Verzögerungszeit wäre eine feine Sache -. Es erscheint dann eine Auswahl von Sonderzeichen, die man wählen kann, indem man die drückende Fingerkuppe auf das gewünschte Sonderzeichen zieht. Das hört sich anstrengender als es ist. Das iPod Touch-Display ist sehr berührungsempfindlich, ein leichter Druck reicht vollkommen aus, Muskeltraining ist also nicht von Nöten.

Schreibmarke platzieren Beim Schreiben kann es vorkommen, dass Korrekturen im Text nötig werden (das passiert ;-). Um zu der Fehlerstelle zu kommen, drücke ich auf die entsprechende Zeile und halte den Druck bis eine Lupe kommt. Sodann ziehe ich die Schreibmarke an die Stelle, die korrigiert werden soll. Eine elegante Lösung wie ich finde. Schade nur, dass sich Textpassagen so nicht mehr markieren lassen, um sie zu kopieren oder zu verschieben. Aber vielleicht verlange ich auch zuviel von einer Touchnavigation. Andererseits liegt der Reiz des iPod Touchs für mich eben auch in der Möglichkeit des Schreibens. Die sehr gute Tastaturlösung kommt Vielschreibern entgegen. Warum also nicht weitere sinnvolle Optionen für das Schreiben implementieren?

Da wir grad beim Kommentare schreiben sind: Das setzt voraus, online zu sein. Erfreulich ist am iPod Touch, dass sich mit drei Touchs Wi-Fi für eine WLAN-Anbindung aktivieren läßt; und ebenso schnell läßt sich das deaktivieren, denn Wi-Fi ist sehr stromhungrig. Nach weniger als zwei Stunden beglückt mich der Akku bereits mit einer Versorgungswarnung. Es mögen mit den Gerät zwar „neun Stunden“ Musikgenuss am Stück möglich sein, von neun Stunden surfen ist es dagegen weit entfernt.

Safari macht Spaß

Gute Lesbarkeit in Safari Bleiben wir noch kurz beim kleinen Bruder von Safari. Im Querformat und mit einem Doppeltouch für Zoomen lassen sich Website-Texte sehr gut lesen. Gescrollt wird mit schnell ziehender Fingerkuppe über das Touchpad. Ein schöner Effekt ist dabei die Beschleunigung des Scrollens, die mit der Schnelligkeit der ziehende Fingerkuppe zunimmt und zum Ende hin langsamer wird. Das sieht so „geil“ aus, da könnte Scrollen fast zum Hobby werden. ;-).

Auch das Öffnen und Wählen von Tabs ist unkompliziert möglich und eine kleine Lesezeichenverwaltung ist auch integriert. In den Einstellungen läßt sich Safari wie sein großer Bruder sinnvoll konfigurieren. So kann ich JavaScript deaktivieren, „Plug-Ins“ ausschalten und „Pop-Ups unterdrücken“, ich kann Cookies, den Verlauf und auch den gesamten Cache löschen. Zudem kann ich als Suchmaschine entweder Google oder Yahoo wählen.

Neben der fehlenden Flash-Unterstützung ist mir bisher nur ein Darstellungsfehler negativ aufgefallen: Grafiken, die via CSS als Hintergrundbild eingebunden sind und zudem einen Hover-Effekt haben (der optimiert ist durch negative Werte, CSS-Coder wissen, was ich meine), werden von Safari nicht richtig angezeigt. Die folgende Abbildung zeigt, dass lediglich die Hovergrafik zu sehen ist und das in höchst ungewöhnlicher Weise:

Safari mit Darstellungsfehler

Billiges Notizbuch

Keinen Spaß macht das Interface für „Notizen“. Die billigen, so gar nicht zu Apple passenden Icons sind ja noch verzeihlich, aber nicht die schlecht lesbare Kinderschrift, die man leider nicht ersetzen kann durch einen sachlicheren und größeren Font. Praktisch dagegen ist, dass man ohne Umschweife seine Notizen als Email versenden kann: einfach auf das Email-Icon touchen, Email-Adresse eintragen, auf „Senden“ drücken und schon können die Notizen in die Welt hinaus.

Gutes Mail

Das Programm „Mail“ kann sich auch sehen lassen: Ich kann mehrere Accounts anlegen und verwalten, PDF-Anhänge werden problemlos dargestellt, Email-Adressen kann ich mir beim Schreiben aus dem Adressbuch holen, andersherum kann ich Email-Adressen mit wenigen Touchs ins Adressbuch eintragen, egal ob ein „Kontakt“ besteht oder erst neu angelegt werden muss. Das ist praktisch und spart ungemein viel Tippzeit. Nachträglich können Emails zudem gelöscht werden. Auch ein Verschieben in andere Postfächer ist möglich. Einziger Wermutstropfen: Ich kann nicht wie in Safari quer schreiben, wie oben bereits bedauert.

Mail auf dem iPod Touch Schön ist auch – mit Blick auf ein alternatives Notizbuch -, dass ich Email-Entwürfe anlegen und abspeichern kann. Möchte ich während des Schreibens etwas im Internet nachschauen, verlasse ich das Email-Programm über die Home-Taste und wähle den Safari zum Surfen. Wenn ich danach das Email-Programm erneut aufrufe, bin ich wieder beim Entwurf und kann ohne lästiges Navigieren weiter am Text arbeiten. Auch im Programm Notizen merkt sich der iPod Touch das zuletzt gewählte Fenster. Im Programm „Kontakte“ bleibt die zuletzt geöffnete Einstellung leider nicht erhalten.

Kontakte ohne Leerzeichen

Das Programm Kontakte akzeptiert zudem kein Sonder- und Leerzeichen zwischen Vorwahl und Telefonnummer, auch wenn die Adressen via Synchronisation von einem Apple-Computer kommen. Auch werden manche Einträge bei der Synchronisation vom Rechner (iMac Power-PC) zum iPod Touch nicht übertragen. Die Grund ist mir rätselhaft, ich hoffe, hier findet keine softwareinterne Zensur statt ;-).

Tücken der Synchronisation

Misslich ist auch, dass ich Kontakte und Termine nur über einen iTunes-Account synchronisieren kann. Als wollte es Apple nicht erlauben, dass man mit einer iTunes-Installation Musik verwaltet und mit einer zweiten auf einem anderen Rechner eben nur Termine und Kontakte.

Schön wäre für die Zukunft, wenn ich – neben Notizen – vor allem auch Email-Accounts mit einem Client wie Thunderbird synchronisieren könnte. Es soll tatsächlich Apple-Freunde geben, die mit „Mail“ nicht zufrieden sind und deshalb auf MAC OS X ein anderes Programm einsetzen. Aber das wird wohl Zukunftsmusik bleiben.

Alarm ohne Ton

Etwas misslich ist auch, dass die Alarmfunktion nicht zu hören ist, wenn unter Einstellungen die „Toneffekte“ ausgeschaltet sind. Das bedeutet, wer keine Töne beim Schreiben hören möchte, bekommt auch keinen Warnhinweis bei Kalendereinträgen zu hören (im Gegensatz zum Wecker).

Etwas mickrig ist zudem die Auswahl der Warntöne (versteckt unter den Optionen für den Timer), fünf an der Zahl und zudem kaum zu hören. Kalendereinträge mit Alarm sind entsprechend höchsten bei der Meditation im Ruheraum zu hören und dabei sehr kurz angelegt. Zudem hören sie sich an, wie die Töne der frühen PDAs von anno 1998.

Der Musikplayer aus Sicht eines DJs

Musikplayer auf dem iPod Touch Den Musikplayer beurteile ich aus der Sicht eines DJs, der im Auto oder zu Fuss bis dahin vergessene und oder eben neu gekaufte Musik kennenlernen möchte. Ist der iPod Touch verriegelt, zeigt ein schneller Doppeldruck auf die Home-Taste nur den Titel an, der gerade läuft. Bei wenig gehörter Musik würde ich aber gerne auch den Interpreten wissen. Bei entriegeltem iPod Touch bekomme ich nach einem Doppeldruck den Titel, Interpreten und das Album angezeigt. Das ist wunderbar, wenn nur die Schrift nicht so itzeklein wäre. Während der Autofahrt ist das kaum zu lesen. Die Unleserlichkeit wird noch dadurch erschwert, dass Interpret und Album in dunkler Schrift vor dem dunklen Hintergrund der Hauptseite dargestellt sind. Wer da keine Adleraugen hat, hat schlechte Karten, wer über nachlassende Sehkraft klagt, noch schlechtere.

Auch wenn ich den eigentlichen Musikplayer selbst aufrufe, bleibt die Schrift sehr klein. In der Listendarstellung ist zwar alles etwas besser zu lesen, aber leider wird wieder nur der Titel angezeigt. Ärgerlich ist dabei, dass sehr viel Platz für die Anzeige eines Covers verschwendet wird, zumal bei meiner Musik selten Cover angezeigt werden, da ich ausgewählte Titel von meinen Original-CDs digitalisiere und eher selten virtuelle iTunes-Musik kaufe – ich stehe immer noch auf ein schönes Cover mit Booklet und den Informationen und Bildern darauf, vom haptischen Aspekt einmal abgesehen.

Steuerung des Musikplayers auf dem iPod Touch

Läuft der Musikplayer und drehe ich den iPod Touch in die Längsposition, so erscheint die CoverFlow Darstellung. Es hat eine Zeit gedauert, bis ich begriffen habe, was da eigentlich durchblättert werden kann. Die Titel der aktuell laufenden Wiedergabeliste sind es nicht. Ok, es sind schlicht die Cover der Alben, die hier dargestellt werden, leider aus meiner Sicht wieder zu ungusten der Lesbarkeit und zum Nachteil der Leute, die Musik von eigenen CDs und Platten hören. – Nachtrag: Auch für digitalisierte gekaufte CDs lassen sich Cover nachladen, siehe die freundlichen Hinweise in den Kommentaren.

Apropos Platzverschwendung: Falls ein Cover fehlt, macht der helle Hintergrund den iPod Touch bei laufendem Player zu einer kleinen Taschenlampe. Also wenn es mal dunkel an der Haustür ist, einfach den Player einschalten. Über die Energieverschwendung, auch wenn die Helligkeit auf Automatik gestellt ist, will ich heute schweigen. ;-)

Nervend wird übrigens das automatische CoverFlow dann, wenn man das Gerät aus der Tasche holt, um nachzusehen, was gerade läuft oder um zu navigieren. Oft musste ich die CoverFlow-Darstellung wegdrehen, um zur eigentlichen Player-Ansicht zu kommen. Die Option der Deaktivierung von CoverFlow wäre hier nicht ganz sinnlos.

Fazit

Die Touchpad-Navigation von Apple ist ohne Zweifel eine innovative technische Entwicklung und macht auf Anhieb Spaß. Nur leider ist die angebotene Software nicht immer ausgereift und ich habe den Eindruck, dass Apple manches Programm lieblos und unter Zeitdruck zusammengehackt hat. Meine dringlichsten Wünsche: Wahlmöglichkeit größerer Schrift für alle Programme, sinnvolle Erweiterung der Optionen für ein „Notizbuch“, das auch für Vielschreiber geeignet ist.

Links

Asoziale Software und soziale Suche

12.02.08

Zeitlich gesehen ist die folgende Meldung ne olle Kamelle, trotzdem zeigt sie, wie asozial soziale Software sein kann. So habe Facebook um die Jahreswende zahlreiche User vergrault, weil es die Weihnachtseinkäufe an Freunde und Verwandte ausgeplaudert habe: „Hey! Dein Bekannter Michael hat sich gerade das Computerspiel Lego Star Wars gekauft.“ Das hat ja nicht nur Nachteile, man bedenke, wie cool das ist, wenn man vorher weiss, was für eine Scheisse man wieder geschenkt bekommt. Da kann man sich seelisch bereits aufs Umtauschen vorbereiten.

Aber Späßchen beiseite, einigen sozialen Netzwerkern scheint der Ausverkauf ihrer Daten schon länger nicht zu gefallen und sie kämpfen für A Bill of Rights for Users of the Social Web (deutsche Übersetzung von Thomas Kalka). Ob man damit aber das, was erfolgreiche soziale Netzwerke so scheinbar wertvoll und faktisch teuer macht, entschärfen kann, nämlich den gläsernen User zu etablieren, der gezielt mit Werbung angesprochen werden soll und dessen persönliche Daten dafür ausgewertet werden, bleibt abzuwarten.

Andererseits zeigen die Proteste der jüngsten Vergangenheit, ob bei Xing, Facebook oder studieVZ, dass ohne das Prinzip der Freiwilligkeit soziale Netzwerke nicht funktionieren können (ausser das Netzwerk für Schafe). So wird wohlmöglich die Option gezielter Datenfreigabe das wichtigste Feature sozialer Software, auch wenn klar ist, dass Auswertung, Verkauf und Tausch millionenfacher persönlicher Daten längst stattfindet.

Andererseits behagt es mir nicht mehr, soziale Netzwerke pauschal in die Ecke der Privatsphärenkiller zu stellen. Linke Affekte blockieren das Nachdenken. Zum Beispiel darüber, ob die Arbeit neuer Start-ups vielversprechend und usernützlich werden wird, Suchmaschinen zu entwickeln, die die (freiwilligen) Daten sozialer Netzwerke finden und auswerten. Hier wird meiner Meinung nach an der Suchmaschine der Zukunft gearbeitet, Google ist wohl erst der Anfang intelligenter Suchmaschinentechnologie.

Ich stelle mir vor, ich suche Usererfahrungen zu bestimmten Produkten. Welche Zeitersparnis, wenn ich mich nicht mehr durch den Wust reiner Produktangebote oder Preisvergleiche kämpfen müsste, sondern gleich alle relevanten Erfahrungs- und Testberichte gelistet bekäme. Oder ich möchte etwas über einen Film, Schriftsteller oder Schauspieler aus der Sicht der Fans und Kritiker wissen, die im Web darüber geschrieben haben. Oder denken wir an fachlich orientierte Netzwerke, die Problemlösungen veröffentlicht hätten, deren Ergebnisse mir nach einer Suchanfrage ohne lästige Penetranz von Marktführern präsentiert würden.

Über die kollektive Leistung der Netzwerk-Nutzer allein in Sachen Tagging berichtet der Artikel Suchen im Netz der Nutzer in der aktuellen Technology Review. Darin wird der Internetdienst Librarything.com vorgestellt, der Usern anbietet, ihre gesamten Bücher zu registrieren und mit Schlagworten und Kommentaren zu versehen. „Auf diese Weise ist seit Mitte 2006 ein kollektiver Katalog mit rund zwanzig Millionen Einträgen entstanden.“

Das ist nicht nur im Hinblick auf das urmenschliche Mitteilungsbedürfnis und seine große Bedeutung für soziale Netzwerke faszinierend, es vermittelt auch eine Ahnung davon, dass „Wissen teilen“ mit Wikipedia und Social Bookmarking erst der Anfang ist. Man stelle sich nur einmal Luhmanns Zettelkasten als soziales Netzwerk vor, eine Sammlung thematisch strukturierter Exzerpte und Zitate aus allen Wissensgebieten.

Die Beispiele für die sinnvolle Nutzung sozialer Software und Suche liessen sich fortführen. Und so einfach sie sich anhören, so hoch sind die Hürden für technisch ausgereifte Systeme, die aus dem riesigem Datenmeer der User das wirklich Gesuchte finden. Der oben verlinkte Artikel in der Technology Review verweist da zum Beispiel auf den Wildwuchs beim Tagging, das von vielen Usern nach subjektiven Eindrücken zwischen „nett“ und „schön“ eingesetzt wird. Die Relevanz für eine Suche geht im Dschungel der Beliebigkeit gegen Null. Auf der anderen Seite läßt der „Jargon“ Rückschlüsse auf die Interessengruppe zu.

Sprache, Subjektivität, Fragmentierung der Interessen, da haben sich Entwickler sozialer Suchmaschinen etwas aufgehalst, was an Indifferenz und Differenz nicht zu überbieten ist und von Maschinen geordnet und sinnvoll ausgegeben werden soll, ohne den Suchenden mit seinen Interessen und Motiven, Vorlieben und Erwartungen jemals wirklich kennen zu können. Das wird eine spannende Suche.

Modernes Verpackungsdesign

12.02.08

Wie ich vor kurzem berichtete, vertraute uns die ProSaldo GmbH nicht nur die Erstellung von Application-Icons und fotografischen Illustrationen für Website-Header an, sondern auch das Verpackungsdesign. Der zeitliche Rahmen war mit 2 Wochen recht knapp, aber Verena meisterte die Aufgabe mit schneller Idee und feinem Händchen.

Verpackungsdesign mit Köpfchen

Kommentare jetzt doch, ja!

11.02.08

Ich kann gut Nein sagen, aber genauso gut Ja. Deshalb komme ich dem Email-Wunsch zweier Webfreunde nach und aktiviere für das Blog hier die Kommentarfunktion. Den Spam habe ich ja ganz gut im Griff und Trollalarm besteht hier erst einmal auch nicht. Also, dann last Euch mal nicht lumpen hier… ;-)


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