Ratatatam

11.11.08

Auf Webstandard werden „Kampagnen“ unter dem Titel „Werbung die Emotionen weckt“ vorgestellt. Einige der vorgestellten Ideen sind gekonnt auf gesteigerte Aufmerksamkeit getrimmt, aber wecken sie „Emotionen“? Wie sehen diese ominösen Emotionen aus, über die der Werber so gerne spricht und die er unter allen Umständen auszulösen versucht? Gehört dazu der Kotzreiz, wenn Rosa Riesen, Autokonzerne und ideenlose Brauereien allgegenwärtig penetieren? Bin ich emotional annektiert, wenn ich lache, weil ein Spot ausnahmsweise lustig war. Gehe ich eine trostlose Symbiose ein, wenn gekonnt in Szene gesetztes Design und verheissungsvolle Technik einsame „Ersatzbefriedigung“ anstacheln? Oder ist das schlicht pure Anmassung, die so tut, als wüsste sie, was in jedem Einzelnen von uns vorgeht, ja herrisch verlangt, was in uns vorzugehen hat, damit wir kaufen? Ich frag ja nur.

   

3 Kommentare

  • 1 — Geschrieben von Ralphs am 11. November 2008 um 00:47:

    „Ansprechendes Design“ als „emotionales Element“ gibt es hier: Wie viel Emotion braucht erfolgreiche Werbung? Zitatus:

    „Die Entscheidung ‚Emotionale versus Informative Werbung‘ muss kalkuliert getroffen werden. Da menschliches Verhalten nie alleine rational, sondern immer auch emotional gesteuert ist, kann auf emotionale Elemente in der Werbung (z.B. ein ansprechendes Design, das Vertrauenswürdigkeit vermittelt) jedoch nie ganz verzichtet werden.“

  • 2 — Geschrieben von Ralphs am 11. November 2008 um 00:59:

    OT über OE: „Vor 7 Minuten gefunden“. Fix!

  • 3 — Geschrieben von ZAF am 11. November 2008 um 15:48:

    Die Vernunft und der Verstand müssen ausgeschaltet, die Emotionen angesprochen werden.

    Was erfolgreich zu Propagandazwecken im 3. Reich genutzt wurde, kann für heutige Werbung sicher nicht verkehrt sein. Da kann ich auch noch die Lektüre von Klemperers L.T.I (Lingua Tertii Imperii) empfehlen.

    Aber trösten Sie sich, Herr Ralphs, zu mehr als zu einem Schmunzeln reicht es u.U. auch bei mir nicht, wenn ich Werbung mal wahrnehme. Mitunter kommt noch Abscheu und Verachtung hinzu. Aber das sind eigentlich normale Empfindungen meinerseits gegenüber meist multinationalen Konzernen, die Unmengen ihres Budgets für Werbung ausgeben, die letzlich nur das Produkt verteuert.
    Und sollte da wirklich mal ein (technisches) Produkt dabei sein, dessen Design mir aufgrund von Plakaten/Bildern zusagt, legt sich diese Begeisterung sicherlich bald, wenn ich durch Recherchen herausbekomme, daß auch das ansprechendste Design nichts bringt, wenn das Produkt den Besitzer gängelt.

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