Ratatatam

24.02.08

Sich im Web auszuziehen und gedankenlos die eigene Privatsphäre temporär aufzugeben, ist offenkundig das, was das Web 2.0 ausmacht. „Vulgäre Sucht nach kurzfristiger Prominenz“ nennt der Soziologe Wolfram Sofsky das und die Frankfurter Rundschau klärt in dem Artikel Nach dem digitalen Exhibitionismus über die Folgen auf, die die allzu offenherzige Preisgabe persönlicher Vorlieben, Fotos, Podcasts und Videos für manchen „Social-Networker“ haben könnte.

Da suchten Personalchefs gezielt nach Personeninformationen und fänden Fotos von Besäufnissen oder peinliche „Blödelvideos“. Dass das keinen guten Eindruck macht, ist klar. Dass man das später bereut, kommt wohl zunehmend häufiger vor. Und dass auch die Entblössungen in Videos zunehmend besser gefunden würden, dafür sorgten Suchmaschinen wie Blinkx. Die durchsucht Videos und Audio-Podcasts nach Stichwörtern: „40 Großrechner durchstöbern permanent das Web und verschlagworten per Spracherkennung die Schnipsel automatisch“.

Die Personenrecherche im Internet wird zur Selbstverständlichkeit – „34 Prozent aller Personalchefs nutzen gezielt das Internet“. Zugleich wächst das Bedürfnis nach Anonymität. Das ruft findige Geschäftsleute auf den Plan. Sie entwickeln Suchmaschinen wie yasni.de – Slogan: Was weiss das Netz über Dich? -, die auf Personenprofile spezialisiert sind. Das Ziel dieser Dienste ist, „Biografische Daten, Adresse, Telefonnummer, Fotos, Blog-Einträge, Amazon-Wunschlisten und Clubmitgliedschaften ganz ohne mühsames Googlen“ zusammenzustellen.

Dienstleister wie Deinguterruf.de versprechen dagegen unter dem Slogan „Suchen, Schützen, Entfernen“ die Wiederherstellung der Anonymität mit Entfernung peinlicher Entgleisungen im Netz. Da die Betreiber sozialer Software nicht zu einer Löschung gezwungen werden können, setzt die Firma auf Kooperation. Entsprechend kostet die Entfernung eines einziges Eintrags 24,95. Macht mit Trinkgeld 25 Euro. Umtriebigen und lautstarken sozialen Netzwerkern käme eine Entsorgung ihrer Netzoffenbarungen unter Umständen teuer zu stehen.

   

2 Kommentare

  • 1 — Geschrieben von Andriz am 26. Februar 2008 um 23:12:

    „Berechne bitte 6 + 9″… Mann, keiner hat mir gesagt das ich mich wieder an diese Sache mit den Grundrechenarten erinnern muss, wenn ich beim Ralf vorbeischaue.
    Meinereiner ist auch einfach mal die Runde gegangen bei verschiedenen Portalen, denen ich die Ehre hatte angedeihen lassen mich einzutragen.
    In Stayfriends findet man nunmehr nur noch einen Mr. Winzig, ähnliches gilt für StudiVZ. In Xing bin ich beruflicherweise darauf angewiesen unter meinem „echten“ Namen zu agieren, der Rest der Welt kennt mich als Andriz oder Literoy.
    Je nachdem.
    Das Netz ermöglicht einem nun einmal das geschickte Ausleben der eigenen gespaltenen Möglichkeit, also sollten wir das auch nutzen.

  • 2 — Geschrieben von ralphs am 27. Februar 2008 um 23:14:

    Bringt Xing Dich denn beruflich wirklich weiter? Ich war dort in den Anfangstagen eine Zeit einfaches Mitglied, hatte auch ein paar Kontakte, leider aber dann nur mit Labertaschen, die meinten, Vorentwuerfe und Wissen abgraben zu können.

    Ansonsten nutze ich so gut wie keine zentralisierten sozialen Netzwerke, bloggen ist mir sozial genug. ;-)

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