Ratatatam

Archiv: Juli 2014

Iterationen:
Kleine Geschichte über ein Interaktionselement

11.07.14

Für das User Interface einer App habe ich im Mai eine Ordnerverwaltung gestaltet. Am ersten Tag war ich in meinem Kopf der Windows-Welt mit dem Windows Explorer und seinem Ordnerbaum verhaftet. Dabei hatte ich bereits beim Entwerfen leichtes Magendrücken. Schien mir doch dieser Ansatz allein aus Platzgründen nicht passsend. So ging ich mit einem Unbehagen in die Nacht und entschied am nächsten Tag, mich vom Ordnerbaum („Tree“) zu verabschieden.

appddesign-iterationen-notizenverwaltung

Ich entwarf nun die oberste Ebene der Ordner als Flächen, die groß genug zum Touchen waren. Ein „Plus“ sollte signalisieren, dass weitere Unterordner vorhanden sind. Das war ein Schritt in die richtige Richtung. Allerdings sah das nicht sehr sexy aus, eher buchhalterisch und zu eng gesetzt. Das mannigfache Pluszeichen verstärkte den Eindruck noch. Und da Unzufriedenheit für mich das untrügliche Zeichen dafür ist, dass ich die Lösung noch nicht gefunden habe, verwarf ich den Entwurf wieder.

Nun besann ich mich auf moderne App-Entwürfe und fand heraus, dass es keine Schande ist, Interaktionselementen genügend Platz zu gewähren. ;-) Die Grafik oben zeigt letztendlich das Ergebnis und einen deutlichen Fortschritt, wie ich finde. Die Kreuzchen-Invasion ist gebannt, die Flächen bieten genügen Platz für die Benennung der Ordner und es bleibt trotzdem aufgeräumt. Da das „Scrollen“ auf mobilen Geräten schneller und mit weniger „Energieaufwand“ funktioniert, als mit der Maus an Desktop-Rechnern, ist die größzügige Bemessung von Platz kein Nachteil. Der Gewinn ist schnellere Orientierung.

So bin ich also innerhalb von 2 langen Tagen durch die Geschichte eines Interaktionselements gerast und bei einer zeitgemäßen Variante gelandet. Danach habe ich den kompletten App-Entwurf für iOS-Geräte ausgelegt und dabei das Design weiter verfeinert:

appddesign-interaktionselement

Es bleibt mir noch recht viel Arbeit mit meiner App-UI. Das Einfache und Konsistente im Designprozess ist nur mit viel Geduld zu erreichen und wer sich daran abarbeitet, der spürt und begreift, wieviel Arbeit die UX eines intuitiven User Interfaces macht. Entscheidend ist, ständig zu hinterfragen und jegliche Selbstverliebtheit, die wohl öfter auf Eigenentwürfe übertragen wird, erst gar nicht zuzulassen. ;-) Entscheidend für einen erfolgreichen Designprozess sind zudem Anregungen, Ideen und Kritik von den unterschiedlichsten Leuten. Bin ich bereit aufmerksam und offen zuzuhören, lassen sich nicht selten wertvolle Anregungen entdecken. Und manchmal kommt es auch soweit, dass das Konzept hinterfragt werden muss, was durchaus zu einem besseren Konzept führen kann. In einer solchen Sitaution befinde ich mich zur Zeit mit meiner App-Idee. Es bleibt spannend und lehrreich!

Autor: Ralph Segert   Tags: , , ,   1 Kommentar    


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