Ratatatam

Archiv: März 2009

Indien aus der Ferne

26.03.09

Hatte ich erwähnt, dass meine Liebste seit knapp einer Woche im nördlichsten Indien ist und dass ich sie schnell wieder bei mir wünsche? Aber was nützt mir wünschen, ich muss mich noch eine ganze Woche gedulden – wir haben danach auch einiges vor, wir leben Aufbruchstimmung in der Krise und freuen uns auf das Redesign unseres Firmenauftritts, erweitert um Texte über Icondesign und unsere Arbeit als Webdesigner.

Derweil lese ich aufmerksam das Blog der Reisenden namens Himalaya Klosterreise 2009. Hört sich jetzt nicht so prickelnd an, aber allein das Hinkommen war Abenteuer genug. Der Flugreise über Dubai nach Delhi folgte nach stundenlangem Warten eine 500 km lange „Autofahrt“ nach Dharamsala, dem „little Lhasa“, dem Zielort. Mensch hat ja sonst keinen Stress und setzt sich zur Weiterfahrt in eine Jeepkolonne, die durch die unvorstellbaren Slums von Dehli und über wahnsinnig toll ausgebaute Serpentinen fahren. Der Indienlaie kann nur staunen darüber, wie wenig im Verkehrschaos passiert, das geprägt sei durch das Recht des Stärkeren. Dass unterwegs ein Fahrzeug ausfällt, fördert das Improvisationstalent. Es bleibt einem da in der Wildnis auch nichts anderes übrig, auf den ADAC würde man jedenfalls vergeblich warten.

Autor: Ralph Segert   Tags: ,      

Annäherung an ExpressionEngine

24.03.09

Es kann sein, dass ich die nächste Zeit abtauchen werde und es in meinen Blogs noch ruhiger wird (oder das Gegenteil, was grad dann vorkommt, wenn Arbeit ansteht ;-). Nicht deshalb, weil bei uns die Webdesignschmiede (im Gegensatz zum Icondesignlabor ;-) brummen würde, sondern weil intensive autodidaktische Weiterbildung angesagt ist. So hat mich dankenswerterweise Carola Heine mit begeisternden Argumenten dazu motiviert, mich einmal ExpressionEngine zuzuwenden. Und da ich eine gute Nase für geniale Software habe, bekam ich nach einer Testinstallation der Core-Version ziemlich fix eine Ahnung vom Potential dieses Blog- und Content Mangament Systems mit einer bisher ungeahnten Modulflexibilität. Jetzt gibt es viel zu lernen und auszuprobieren. Natürlich geht es dabei in erster Linie nicht darum, meinen viel zu ausgeprägten privaten Spieltrieb im Web auszuleben, sondern um Kundenansprüche differenziert bedienen zu können.

Ich werde beizeiten über meine Lernfortschritte berichten, damit potentielle Interessenten partizipieren können. Im deutschsprachigen Web gibt es erstaunlich wenig Tutorials über ExpressionEngine zu finden, liegt vielleicht auch an der ausgeprägten Saugermentalität hierzulande, die Lizenzgebühren meidet, wie der Teufel das Weihwasser. Uns schrecken die Preise aber nicht, zumal sie moderat sind und sie zudem zu einem schnellen und persönlichen Support berechtigen sollen. Wir werden sehen. Noch scheint mir der Berg sehr hoch, aber oftmals war ich schneller oben, als ich dachte. Entscheidend ist, die hellen Momente der Motviertheit ohne Umschweife zu nutzen. ;-)

Erste Links für Einsteiger in meinem neu angelegten EE-Ordner. Wer weitere kennt, der behalte sie unbedingt für sich. ;)

Edit: Da sich ExpressionEngine hervorragend für die Pflege mehrere Webprojekte pro Installation zu eignen scheint, steht zudem die Überlegung an, damit meine Anleitungen Mit Firefox per Du und Mit Weblogs per Du zu pflegen, um einmal zwei Beispiele zu nennen. ;-)

Autor: Ralph Segert   Tags: ,   3 Kommentare    

Probleme mit CSS-Frameworks

24.03.09

Was Sie über CSS-Frameworks wissen sollten! kann ich Euch nicht genau sagen, die beiden Autoren Dirk Jesse und Nils Pooker wissen es aber ganz genau. Kleine Kritik am Rande: Das Lesen wird durch einen Mischmasch aus Deutsch und Englisch etwas erschwert. Ein „Essay“ gewinnt durchaus durch die konsequente Wahl einer Sprache, auch wenn man zitiert. Das englische Original der Zitate läßt sich bei Bedarf durch Linksetzung jederzeit nachprüfen. – via pixelgraphix.

Autor: Ralph Segert   Tags:   1 Kommentar    

Achtung! „Externer Link“

23.03.09

Ein Auto sollte vor dem Start vor Verkehrstod warnen, so wie MySpace vor Phishing warnt, wenn man Links anklinkt. Im Himmel könnten die Betroffenen dann bedauernd gestehen, Opel oder ein anderer Popel hätte sie gewarnt.

psihing

Autor: Ralph Segert   Tags:   2 Kommentare    

Abgrundtiefe Betroffenheit

15.03.09

Die mediale Ausschlachtung des Amoklaufs nahm ich nur aus den Augenwinkeln wahr. Mehr als ein Schulterzucken habe ich zur Zeit nicht übrig dafür. Zu oft und detailreich hatte ich etwas in der Art in den letzten Jahren beobachtet. Mit der Ära 11. September, mit der Rechtfertigung des Afghanistan-Krieges und in den Tagen von Heiligendamm traten die medialen Muster zwischen Desinformation und Krokodilstränen, die getragen von kaltherzigen Zynikern, halbwissenden Experten und hörigen Rezipienten, deutlicher denn je hervor.

Zu beobachten ist auch der Verlust sprachlicher Feinmotorik selbst bei der sich um Seriösität bemühenden Presse. So titelte die Frankfurter Rundschau einen Tag nach den Geschehnissen selbstgerecht auf der Titelseite: „Der Amoklauf von Winnenden“. Als wüsste die Zeitung bereits alles über den Fall, als wäre alles gesagt und geklärt, als hätte der Amoklauf von … bereits in der Pipeline gestanden. So zeigt der Freitag Sinn für die Ausschlachtung medialer Konjunkturwörter und läßt Nachrichten Amok laufen. Weniger verzeihlich dagegen ist ein anderes Beispiel medialer Verfehlung. So belegt die Süddeutsche Zeitung aufschlussreich die These, dass journalistische Recherche sich untertänigst an kompetenzfreie Aussagen staatlicher Organe zu orientieren habe.

Verstärkt hat sich in den letzten Jahren eine Art ritualisierter Kleinkrieg zwischen „etablierter Online-Presse“ und „engagierten Bloggern“, die bei besonders heiß diskutierten Themen vor allem von Spiegel online genutzt wird, um Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Das wird, anders gesagt, mit Hilfe der Gerechten bewusst als mediale Masche eingesetzt. Im Verlauf entfernt sich der Empörungsfokus weg vom Geschehnis hin zum Feindbild Berufsjournalist und das in einer Aufgeregtheit und Wut, die jeder Verhältnismäßigkeit spottet.

Derweil schlägt das kalte Herz des deutschen Beamtenapparates tagtäglich gegen Recht und Würde zu. Nur schaffen es die Menschen zweiter und dritter Klasse nicht auf die Titelseiten und in die beste Sendezeit. Beamte des „Frankfurter Flughafenasyls“, eine der ersten Adressen der Flüchtlingsabwehr unter dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, hatten einem 17jährigen hochschwangeren Mädchen kurz vor der Entbindung eine „angemessene Betreuung“ verweigert. Erst öffentlicher Druck half die Beamten zur Einsicht. Zuvor muteten sie dem Mädchen noch ein quälendes Verhör zu, schließlich gelten Flüchtlingskinder ab 16 Jahren als „asylmündig“ – „eine Form der Volljährigkeit, die es nur für Flüchtlinge gibt“.

In diesem Licht erscheinen die aus allen Ecken der Nation kriechenden Tiefbetroffenen wie ein häßlicher Haufen der Heuchelei. Die Gleichen, die hierzulande per Gesetz den Flüchtlingen das Leben so schwer und unwürdig wie möglich zu machen versuchen und dabei auf zahlreiche Beamte ohne einen Funken Mitgefühl zurückgreifen können, die Gleichen stellen sich vor das Mikrofon, um ihrer abgrundtiefen Trauer öffentlichkeitswirksam Ausdruck zu verleihen.

Autor: Ralph Segert   Tags: ,      

Mensch 3.0

09.03.09

Wie steht es um die totale Vernetzung? Wird es für die sogenannten Digital Natives leicht sein, zwischen Fluch und Segen frei lavieren zu können? Wird ausschalten, abschalten nicht erreichbar sein, intensive Kommunikation, echtes Lernen und Erfahren anstrengender; von inneren Zwängen bestimmt, von schlechtem Gewissen gelenkt? Die Fürsprecher der radikalen Vernetzung, die die Antworten über die Zukunft der Arbeit, der Freizeit und des Internets bereits wissen, reduzieren soziale und kommunikative Kompentenz sowie individuelle Freiheit auf Beschleunigung und Effizienz der Technik und Arbeit. Die Worte Seele und Bedürfnis, Krise und Anstrengung, Unsicherheit und Geborgenheit sind in ihren Verheißungen nicht vorgesehen. Das darf misstrauisch machen.

Autor: Ralph Segert   Tags: , ,   5 Kommentare    

Ergiebige Filmsite

05.03.09

Ulrich Behrens hat auf Follow me now eine Website mit zahlreichen Filmrezensionen und Kurzbiografien aufgebaut, die durch eine lebendige und persönliche Art des Schreibens neugierig macht auf vielseitige Filmkunst. Beim Stöbern und Querlesen wurde ich an den Film Ekel (1965) von Roman Polanski erinnert, den ich nicht nur wegen der herausragenden schauspielerischen Leistung von Catherine Deneuve gerne noch einmal sehen möchte.

Autor: Ralph Segert   Tags: ,      

Harvey Milk hätte einen besseren Film verdient

05.03.09

Letztes Wochenende Milk von Gus Van Sant gesehen. Danach wieder gewußt, warum mich „großes Gefühlskino“ langweilt. Ich habe bereits nach einer halben Stunde auf die Uhr geschaut, aber es folgten weitere anderthalb Stunden gepanschte Handlung mit einem austauschbaren Helden, der für den politischen Erfolg leiden und büssen muß. Genial schlicht das zentrale Motiv des Helden, der einfach alles hinter sich läßt, in die weite Welt nach San Franzisco hinauszieht, um im Leben endlich etwas Gutes zu tun. Dies hat er im Bett mit seinem jüngeren Liebhaber beschlossen, den er zufällig auf einer Treppe kennenlernte in einer Weise, als würden sie sich bereits seit hundert Jahren kennen, als würde eine intime Vertrautheit innerhalb von Sekunden entstehen.

In der durch tausend Schnitte, Dokumaterial und Dialogfetzen getarnten Handlungsarmut ohne spannenden roten Faden geht Harvey Milks Idee des Outings fast unter. Sie war einfach da, aus heiterem Himmel wurde ihm klar, wie man den Gegner in die Enge treibt. Erkenntnis reduziert auf hektischen Aktivismus.

Symptomatisch für eine Dramaturgie der Beliebigkeit: Nach dem Erfolg, Milk war bereits Stadtrat, kam der Selbstmord seines hysterischen jungen Freundes hinzu, der für Milks seelischen Frieden ausserhalb der Politik zuständig war. Das brachte die Handlung zwar nicht weiter, aber man konnte kräftig auf die Gefühlstube drücken. Das gemeine Schicksal aber auch!

Milk erzählt einem Tonband sein Leben. Er erzählt sogar fleissig weiter, nachdem er im Film bereits erschossen war. Das reiht sich prima ein in einen Handlungsverlauf, der ein paar politische Niederlagen und Liebesaffären aneinanderreiht, eine typische Zweifelphase eines müden Helden zeigt, die Unvereinbarkeit von politischer Karriere und Glück in der Liebe wiederkäut, eine Frau als rettende PR-Managerin auftauchen und ein paar Mitstreiter zu großen Aktivisten werden läßt, um dann die Süsse des Erfolgs mit ein paar Gags auf das Niveau einer Soap Opera zu heben.

Passend zur Machart eine eintönige Kaufhausmusik, die zu oft zu dudeln anfing. Die Bilder und Dialoge waren in der Tat zu schwach, um für sich allein stehen zu können. Aber auch eine authentische Musikauswahl hätte den Film nicht retten können. Wie man eine politische Filmbiografie spannend und filmästetisch gekonnt macht, sogar über 3 Stunden hinaus, das zeigt das Meisterwerk Malcom X von Spike Lee. Dort sehe ich ein Niveau, das dem Intellekt des Zuschauers vertraut, eine Filmkunst, die vielleicht erst wieder in einer anderen Zeit erreicht werden will.

Autor: Ralph Segert   Tags:   1 Kommentar    

Der Konformist (1969)

05.03.09

3sat zeigt heute um 22:25 Uhr Der Konformist (I/F/D 1969, 115 Minuten). Regie führte Bernardo Bertolucci, der auch das Drehbuch nach dem gleichnamigen Roman von Alberto Moravia schrieb.

Autor: Ralph Segert   Tags:      

Leselacher

05.03.09

Eine Rechtsmedizinerin, die Tatort doof findet, auf der Spur des Verbrechens und mit einigen Tipps für das perfekte Verbrechen:

„Sie dürfen nur nicht den Fehler machen, die Person anschließend verbrennen zu lassen.“

Aufschlussreich eine kleiner Anekdote einer der diesjährige Chamisso-Preisträger. María Cecilia Barbetta im FR-Interview Geschichten vom verlorenen Spiegelbild:

„Die kleine Cecilia geht also aus diesem Kindergarten hinaus und ich sage zu meiner Mutter: ‚Guck mal, Mama, die beiden Herren da streiten sich.‘ Und meine Mutter sagt: ‚Nein, sie streiten sich nicht, sie sprechen Deutsch.'“

Autor: Ralph Segert   Tags: ,      

Ständig online in der Webciety?

03.03.09

Was für den Einen ein Graus, ist für den Anderen das technikfetischistische Nonplusultra: Ständig erreichbar, ständing ortbar, ständig online sein. Vernetzung bis in die Eingeweide, dass selbst private Blähungen sich einen bedeutsamen Nachhall in der „Webciety“ verschaffen, damit endlich das Internet das Herz der Gesellschaft“ werde. Auf ins schöne neue Netz der Welt!

Autor: Ralph Segert   Tags: ,   4 Kommentare    


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