Ratatatam

24.10.08

Ist das ein Krampf! Seit Stunden versuche ich mich als dienstleistendes Ich zu erklären. Aber mir fallen nur die üblichen Worte ein, die sich in gähnende Sätze fügen. Was schreiben? — Denglische Protzerei auf keinen Fall. Sie macht einfache Dienstleistung zur nichtssagenden Attitüde, bläht Bedeutung, bis sie platzt.

Mir widerstreben nun diese Phrasen, was man alles könne und was alles unverzichtbar sei. Ich will das nicht. Ich bin das nicht. Ich kann das nicht.

Eine Runde Web bei der Konkurrenz und ich bin umtabbt von Internetmissionaren und Marktpropheten. Und alle sind sie “kreativ und erfolgsorientiert”. Ja, Teufel, was sonst? “Corporate Identity”. Unverzichtbar. Bald auch für die ICH-AG. Wer mehr will, bucht die Alleskönner: “Marketingmaßnahmen” mit “Marketing-Mix” plus “Internetprogrammierung” macht “Wettbewerbsvorteile”. Ganz große Kompentenzwurst, die gemeinsam mit dem Kunden bei “präziser Beratung” verzehrt wird. Richtig “professionell” und “individuell”, das muss betont werden!

Wann platzt diese Blase eigentlich mal?

Ich geselle mich zur Erkenntnis, dass eine noch so dick aufgetragene “Profilierung” keinen Kunden zusätzlich bringt. Wer liest Selbstdarstellungen von Firmen! Gute Wortwahl und verständliche Sprache erhöhen vielleicht die Chance, dass mehr als zwei Sätze gelesen werden, wenn überhaupt. 99,99 Prozent der Besucher interessiert nicht, was ich kann und wie gut ich es kann. Aufträge ergeben sich durch Weitersagen und Beziehungen. Ein Stein im Brett bei “Entscheidern” wird auch nicht schaden. Vorteilhaft ist auch, wenn man grad “angesagt” oder irgendwo schon “drin” ist. So kann es “von selbst laufen”.

   

13 Kommentare

  • 1 — Geschrieben von Michael Kostic am 24. Oktober 2008 um 02:16:

    Den Spieß einmal umgedreht:

    Offenes erstellen eines Wiki’s über IT-Leistungen. Von IT-Leistern, für IT-Leister und Auftraggeber. Darin sollte enthalten sein der Leistungsumfang, ein Kreativitätsfaktor, Qualitätsindex, technische Spezifikationen, eine relative Zeitachse zur Umsetzung (von/bis) etc. pp. (und was sonst noch so als relevant erachtet wird).

    Aufbau eines passenden Fragebogens für IT-Dienstleister.

    Dann Aufbau einer mehrschichtigen Suchmaske die an dieses Wiki anknüpft und auf Wunsch die Fragebogen berücksichtigt.

    Wenn ich dann Jemanden suche der mir z.B. meine Präsenz einrichtet (plus Extras bzw. Dies und Das), bekomme ich sicher interessante Ergebnisse :-)

  • 2 — Geschrieben von Ralphs am 24. Oktober 2008 um 16:10:

    @Michael: Warum hat denn noch niemand den Spieß umgedreht, wenn es so erfolgreich scheint? :)

  • 3 — Geschrieben von Denis am 24. Oktober 2008 um 18:33:

    Werbung muss sein! Warum?
    Hühner legen Eier, Gänse auch.
    Aber Hühner gackern – Gänse nicht.
    Na, kauft jemand Gänseeier?
    Henry Ford I (1863-1947)

  • 4 — Geschrieben von Ralphs am 24. Oktober 2008 um 19:11:

    Aber wenn zuviele Hühner gackern—?

  • 5 — Geschrieben von Michael Kostic am 24. Oktober 2008 um 21:15:

    @Ralphs:

    Ich habe nicht behauptet das es erfolgreich sein kann ;-)

    Es scheint mir lediglich die sinnvollste Annäherung an die gegebene Problematik, innerhalb des gegebenen Marktes, zu sein (Chaos hoch 5!).

    Schlussendlich kommt es ja nicht darauf an, wie das System aktuell genutzt/umgesetzt wird, sondern darauf wer, wodurch welchen Wettbewerbsvorteil erlangen und nachhaltig ausbauen wie sichern kann, bzw. wer eben nicht.

    Normierung und Standardisierung sind so zu sagen das Fundament eines stabilen Systems.

    Also? Warum nicht normieren und standardisieren?

    Früher oder später kommt das eh. Fraglich ist lediglich von welcher Seite dies aktiv vorangetrieben wird. So gesehen steht die Branche gar nicht mehr vor der Frage ob es geschehen wird. Sondern wer die Spielregeln definieren wird nach denen sich in 10 Jahren ohnehin Alle richten müssen, die hier wirtschaftliche Erfolge erzielen wollen…

    Und also sehe ich schon das in “good old Germany” die “Web-Fuzzies” zukünftig von der Mindestlohnregelung gebrauch machen müssen, während die “studierten” sich weiss der Geier was auf ihren “Bundesprogrammierertarif” Stufe X, Y oder Z einbilden ;-)

    Gruß

    (gibt es hier irgendwo eine Möglichkeit über Antworten auf dieses Post informiert zu werden? Stell ich mich wieder einmal zu dusselig an? Vermutlich schon…)

  • 6 — Geschrieben von Verena vdB am 25. Oktober 2008 um 13:05:

    Danke, Ralph, du sprichst mir aus dem Herzen! Die Marketinghülsen sind vll die Sprache einiger ‘Entscheider’, aber sind das deine potentiellen Kunden … , das ist die Frage.
    Einen Kompromiss sehe ich noch darin, dass man es sehr kurz formuliert. Ganz wenige einladende Worte.

    Danke für das Blog hier – tut gut, weil es sehr ‘echt’ ist. Das dunkle Layout vermisse ich ein wenig, aber ich lese dein Blog erst seit kurzem und hatte mich noch nicht ‘übersehen’ ;-)

  • 7 — Geschrieben von Ralphs am 25. Oktober 2008 um 14:58:

    Hallo Verena, ich fürchte, über wenige einladende Worte bin mit mit meinem jetzigen Entwurf hinausgeschossen. Aber immerhin ermöglicht er Lesefluss und zeigt, worauf es mir ankommt. Kritik? Nur zu.

    Danke für das Lob. :-) Das dunkle Layout war noch ziemlich jung, aber die langen Texte wirkten mir darauf textwüstiger und schlechter lesbar. Nun, ich experimentiere grad mit einem Styleswitcher, mal schauen wie ich da das dunkle Layout unterbringe.

    @Michael Kostic — Als Pluginminimalist gönne ich mir nur das Nötigste. Zuviel Technik kann manchmal leider nach hinten losgehen. Solange die Kommentare hier noch überschaubar bleiben, geht es auch ohne und zur Not kann man sich den Kommentarfeed abonnieren.

  • 8 — Geschrieben von Michael Kostic am 26. Oktober 2008 um 12:31:

    @Ralphs:

    Danke für den Feed :-)

    Und wie ist nun deine Einstellung zu oben genannten? Würdest Du an so etwas mitwirken (es als Projekt leiten), wenn wir z.B. den Platz kostenfrei zur Verfügung stellten?

    Gruß

  • 9 — Geschrieben von Ralphs am 26. Oktober 2008 um 14:14:

    Bei mir ist Mitwirkstopp ;-) Ich habe noch ein paar Anleitungen vor und diverse Artikel in Planung, das reicht vorerst für den Bereich Netzengagement.

  • 10 — Geschrieben von Verena vdB am 5. November 2008 um 12:16:

    Hi Ralph,
    hab grad deine Selbstdarstellung gelesen. Doch, ich find´s gut so. Es ist nicht zu lang, es ist sympathisch (Fotos sind gut), es ist engagiert, das Spektrum ist gut. Das Wesentiche bleibt sicher nach wie vor der persönliche Kontakt. Wünsche dir richtig spannende Auftraggeber, die beglückwünsche ich jetzt schon :-)

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