Ratatatam

Wie haben die Eltern uns damals nur durchgebracht?

14.08.11

Wie konnten Babys und kleine Kinder überhaupt überleben ohne Beikostöl? Gar ohne Testurteil “Sehr Gut” und ohne ohne Lactose mit Stilldiätplan dazu? Ohne Siegelkunde beim Essen? Ohne das Riesenregal So-machen-sie-alles-richtig-Bücher? Ohne den Nieren- und Hüftultraschall auf hartem Gerät zweikommafünf Sekunden nach der Geburt? Ohne die minutenlange Blutabpresserei am Finger des noch die erste Vormilch verdauenden Säuglings; damit gewiss sei, dass das kerngesunde Neugeborene nicht an einer seltenen Eiweißerkrankung leide? Ohne neu kreierte Impfungen zum Wohle der Pharmawohltäter und ihrer Vertreter? Ohne die Vorstellung, dass der Mensch krank zur Welt komme aber gesund aufwüchse? Ohne Vorsorge der Vorsorge zur Vorsorge der Vorsorge? – Damals muss der liebe Gott noch mitgeholfen haben. Ganz viele Kinder überlebten damals, blieben gesund damals, schulten Intelligenz und Geschick damals, spielten auch mal allein damals und waren oft im Dreck damals. Das grenzt an ein Wunder!

Autor: Ralph Segert   Tags:   1 Kommentar    

Vorsicht Arzt!

23.05.11

Geht eine junge Frau mit ihrer Tochter (7 Monate) wegen rotrauher Backen zum Kinderarzt. Der Arzt diagnostiziert kurzerhand Neurodermitis. Er verschreibt eine cortisonhaltige Salbe. Die Mutter behandelt ihre Tochter damit, ohne zu wissen, daß Neurodermitis starken Juckreiz zur Folge hat. Der Arzt hätte das wissen müssen, wollte es aber wohl nicht. Nun weiss ich nicht, was trauriger ist, der zynische Arzt oder die naive Mutter, der später ein Lichtlein aufging: Ihr Baby war nur stark am Zahnen.

Auch unser erster Kinderarzt war schnell mit seiner Diagnose als Verena mit unserem zahnende Raulchen Gewissheit suchte. Verdacht auf Allergie. Daß er nicht auch ADHS diagnostiziert hat und gleich ne Runde Ritalin spendierte, hat mich stark erstaunt.

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Darf ich vorstellen: Raul Johannes Segert

01.11.10

Am 24.10.2010 um 00:46 Uhr war es soweit und es kam in natürlicher Geburt ein kleiner süßer und kerngesunder Raul Johannes mit überaus kräftiger Stimme auf die Welt. Die Vermessung des neuen Erdenbürgers ergab ein Gewicht von 3400 gr. und eine Größe von 52 cm. Die prägnante Nase erinnert an den Vater, der große Mund an die Mutter. Die Ohren müssen von beiden Elternteilen stammen, denn eines zeigt sich als Segert-Segelohr, das andere liegt platt wir eine Flunder. ;-)

Nach 7 Tagen Erdendasein und völlig ausgepumpten Eltern klappt es endlich und Himmel sei Dank mit dem Stillen und dem satten zufriedenen Lächeln beim Einschlafen. Selbst Wickelsessions ohne markdurchdringendes Schreien sind tatsächlich möglich. Das tut allen so gut, dass wir drei uns an diesem nebelig-stillen Novermbertag über Besuch freuen können.

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Guter Irre und schlechter Normale

24.09.09

Manfred Lütz macht in dem FR Interview “Gegen die Tyrannei der Normalität” Stimmung für sein neues Buch “Irre! Wir behandeln die Falschen. Das Problem sind die Normalen”. Die Wortwahl erinnert mich an populistische Techniken der Meinungsmache, vornehmlich durch Übertreibung und Beschwörung von Dichotomien.

“Verrückte halten sich nicht an die Regeln. Ich meine: Das hält die humane Temperatur in unserer Gesellschaft über dem Gefrierpunkt. Auf die Idee zu dem Buch bin ich ja gekommen, weil ich Tag für Tag mit rührenden Dementen, hinreißenden Manikern, liebenswerten Schizophrenen zu tun habe und abends in der Tagesschau aggressive Kriegstreiber, aalglatte Egomanen und hemmungslose Wirtschaftskriminelle präsentiert bekomme.”

In dem Werbevideo des Buchs auf Youtube werden dann die armen Normalen erst richtig weich gekocht, unterstützt durch peinliche Hintergrundmusik, die höchstens weltfremden Esoterikern Lust auf das Buch macht. Aber vielleicht ist nicht alles falsch, was Herr Lütz da sagt. Vielleicht ist das Buch besser als die Werbung dafür. Vielleicht lese ich es, wenn ich das Video wieder vergessen habe. ;-)

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Ein Jahr nach San Francisco

12.07.09

Da hat meine Tochter Lina (22) grad ihre Ausbildung als Hotelfachfrau beendet und nun fliegt sie bereits morgen früh für ein Jahr in die USA, um in San Francisco als Au Pair Land und Leute kennenzulernen. Finde ich mutig. Schnell habe ich ihr für ihre Erlebnisse noch ein Weblog eingerichtet. Wir sind gespannt, was dort passiert und wünschen auch von hier aus einen erlebnisreichen Aufenthalt. :-)

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Indien aus der Ferne

26.03.09

Hatte ich erwähnt, dass meine Liebste seit knapp einer Woche im nördlichsten Indien ist und dass ich sie schnell wieder bei mir wünsche? Aber was nützt mir wünschen, ich muss mich noch eine ganze Woche gedulden – wir haben danach auch einiges vor, wir leben Aufbruchstimmung in der Krise und freuen uns auf das Redesign unseres Firmenauftritts, erweitert um Texte über Icondesign und unsere Arbeit als Webdesigner.

Derweil lese ich aufmerksam das Blog der Reisenden namens Himalaya Klosterreise 2009. Hört sich jetzt nicht so prickelnd an, aber allein das Hinkommen war Abenteuer genug. Der Flugreise über Dubai nach Delhi folgte nach stundenlangem Warten eine 500 km lange “Autofahrt” nach Dharamsala, dem “little Lhasa”, dem Zielort. Mensch hat ja sonst keinen Stress und setzt sich zur Weiterfahrt in eine Jeepkolonne, die durch die unvorstellbaren Slums von Dehli und über wahnsinnig toll ausgebaute Serpentinen fahren. Der Indienlaie kann nur staunen darüber, wie wenig im Verkehrschaos passiert, das geprägt sei durch das Recht des Stärkeren. Dass unterwegs ein Fahrzeug ausfällt, fördert das Improvisationstalent. Es bleibt einem da in der Wildnis auch nichts anderes übrig, auf den ADAC würde man jedenfalls vergeblich warten.

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Mensch 3.0

09.03.09

Wie steht es um die totale Vernetzung? Wird es für die sogenannten Digital Natives leicht sein, zwischen Fluch und Segen frei lavieren zu können? Wird ausschalten, abschalten nicht erreichbar sein, intensive Kommunikation, echtes Lernen und Erfahren anstrengender; von inneren Zwängen bestimmt, von schlechtem Gewissen gelenkt? Die Fürsprecher der radikalen Vernetzung, die die Antworten über die Zukunft der Arbeit, der Freizeit und des Internets bereits wissen, reduzieren soziale und kommunikative Kompentenz sowie individuelle Freiheit auf Beschleunigung und Effizienz der Technik und Arbeit. Die Worte Seele und Bedürfnis, Krise und Anstrengung, Unsicherheit und Geborgenheit sind in ihren Verheißungen nicht vorgesehen. Das darf misstrauisch machen.

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Leselacher

05.03.09

Eine Rechtsmedizinerin, die Tatort doof findet, auf der Spur des Verbrechens und mit einigen Tipps für das perfekte Verbrechen:

“Sie dürfen nur nicht den Fehler machen, die Person anschließend verbrennen zu lassen.”

Aufschlussreich eine kleiner Anekdote einer der diesjährige Chamisso-Preisträger. María Cecilia Barbetta im FR-Interview Geschichten vom verlorenen Spiegelbild:

“Die kleine Cecilia geht also aus diesem Kindergarten hinaus und ich sage zu meiner Mutter: ‘Guck mal, Mama, die beiden Herren da streiten sich.’ Und meine Mutter sagt: ‘Nein, sie streiten sich nicht, sie sprechen Deutsch.’”

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Radio Schauma

05.01.09

Letztens erzählte mir ein alter Weggefährte von Verena, dass ich in dem Buch Als die Welt noch unterging von Frank Apunkt Schneider erwähnt sei. Wie tief muss der Autor gegraben haben, um an Exemplare dieser sinnfreien bis verzweifelten Collagen aus Musik- und Medienzitaten, Nonsenstexten und Umgebungsgeräuschen heranzukommen, die ich damals auf Kassetten in einer Auflage unter einem Dutzend an Artverwandte weitergab und Radio Schauma nannte! Zwei Ausgaben dieses Kassettenzines habe ich in meiner Sammlung gefunden, in der auch 30 Jahre alte Aufnahmen archiviert sind, die erstaunlicherweise immer noch gut klingen (die CD hätte längst eingepackt). Aufnahmen, die ich damals mit meinem kleinen tragbaren Cassettenrekorder überall und nirgendwo gemacht habe, ob im Fussballstadion von Bochum, zu Hause, in der Kneipe, im Jugendheim oder später bei Punkaufnahmen im Proberaum. Anscheinend war ich bereits in jungen Jahren reproduktionssüchtig.

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Was kann trotz Arbeit und Fest sehr erholsam sein?

03.01.09

Ich habe zum Jahresende eine kleine Website für die Automotive Claim Consulting GmbH mit Portraitfotografie und kleiner Geschäftsausstattung fertiggestellt und einen zufriedenen Kunden gewonnen. Ansonsten haben wir es in diesen Fest- und Kaufrauschtagen ruhig angehen lassen und mit Familie und Freunden das Zusammensein genossen. Verena und ich haben zudem eine Reihe genialer französischer Filmklassiker von Chabrol, Bresson, Melville und Verneuil gesehen. Welt Welt und Dummheit Dummheit sein lassen, sich auf seine Arbeit konzentrieren und dabei das Netz locker links liegen zu lassen, das kann sehr erholsam sein. :-)

Webdesign für die Automotive Claim Consulting GmbH

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Die Dinge des Lebens

24.12.08

Die Dinge des Lebens von Claude Sautet aus dem Jahre 1970 gesehen. Nebenbei fiel mir das Unvirtuelle der Alltagstechnik auf, ohne Glücksversprechen auf Zweck und Nutzen reduziert, nicht immer und überall die Sinne einnehmend und beschäftigend. Technik nahm uns nicht das Leben ab, der Alltag machte mehr Mühe und gab uns die Zeit dafür. Zeit für Erfahrung. Alles auf Knopfdruck gab es nicht. Technik war schwerer, größer, beständiger, realer, langsamer, nicht immer und überall und in so rasanten Verfallszeiten verfügbar, nicht erschwinglich oft. Niemand hatte auch nur eine Ahnung davon, wie umfassend sich eine Gesellschaft beliebigen Produkten und technisch geprägten Massenartikulationen hingeben würde, um sich über das Wegwerfen und Neukaufen zu definieren. Nein, kein Kulturpessimismus. Vielleicht Abneigung gegen eine Mentalität der mühelosen Verschwendung, vielleicht – Pause jetzt!

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Herr Search Request

13.12.08

Herr Search Request wusste nicht wie traurig er war. Den ganzen Tag versuchte er vergeblich ein Plattencover auf den iPod zu übertragen. Der iPod grinste höhnisch und das Plattencover suchte das Weite, so blieb Herr Search Request ohne Einsicht in das, was er war. Traurig.

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Blogrunde: Bilder und Geschichten

07.12.08

Mein Blogwurf Dein schönstes Bild im Raum hat einige Blogger dazu angeregt, das Stöckchen aufzunehmen, obwohl mein Wunsch etwas mehr Zeit als gewöhnlich abverlangt. Ich danke allen für die überaus gute Unterhaltung. Entdeckt habe ich bis heute folgende Beiträge:

Das war eine spannende Blogrunde. Und überhaupt machte es Spass, mich von einem Link zum anderen zu hangeln, um immer wieder überraschende Geschichten zu entdecken. Und es wären wohl noch mehr zu finden, wenn mich jetzt nicht der Laufdrang vom Compi weglocken würde. ;)

Edit – Auch schön: Sven Scholz über den Vater am Schlagzeug.

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Wir leben

06.12.08

Als leise Easy Living von Bryan Ferry anklang, kam mir der Gedanke, dass die Welt zwar krank sein mag und dass es so unendlich viel gibt, was unsere Herzen kränkt; aber wir leben! Früher als Kind staunte ich und fragte, warum kann ich mich bewegen? warum kann der Arm sich heben? warum geht der Mensch, wie macht der das –? Später kam hinzu, dass er denken kann, dass er im Glück gar was bewegen kann. Was nützt das Selbstmitleid, wenn man sichs leisten kann? Wir leben, was soll mehr noch zählen?

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Kaufrauschmob

03.12.08

Könnwe uns nich ma zusammraufen und unzen geilen Kaufrausch gönn? Einfach so mitte Horde unterwegs inne Konsumtempels drinne; laut, staunend, wie blöd auffa Suche. Sich kaputtlachend drüber, watt Kollege Mobnachbar sich antun will zu kaufen, anstatt die Kohle am Kaufrauschtag generöös zu verbrennen und laut zu rufen: Kohle! ich komm aus Dir! Und da datt allet so schön is, werden vorm Fest die Becha gehoben, dattet kracht! Datt macht am Ende zwar soooo! en Kopp, abba der erinnatt immahin drööhnend dran, watt man am Vortach so verbrochen hat. Datt geht, in echt gezz, nich so spurlos an einem vorbei. Aussa, man hatts soweit getrieben, datt man sich an gar nix mehr erinnatt. Abba dann is man eh ausgeschieden. Datt isso! —

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Lina malt den DJ Ralpf

27.11.08

Gestern unter den gesammelten Zeichnungen meiner Tochter entdeckt: Lina (9) malt “DJ Ralpf”. Es war zu meiner Anfangszeit, als ich feuereifrig und ohne DJ-Erfahrung einen Laden für meine Sets suchte. Ich lebte bereits seit zwei Jahren getrennt von meinen Kindern und wohnte in einer ziemlich chaotischen Studenten-WG in der Nähe der Ruhr-Uni. — Jetzt würde ich allzugerne wissen, wer da draussen Ruhe ins Fenster schrie.

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Kaffeeparade

26.11.08

Kann denn Kaffee Sünde sein? zitiert Bio Emma das Motto eines Blog-Karnevals und ich fühlte mich als alter Kaffeejunkie gleich angesprochen von dieser Kaffeeparade, die Manuel Rosenboom, der vitale Geniesser und der Kaffee-Satz-Blogger von Maskal ausgerufen haben. Und et gibt wat zu gewinnen. ;) — Die 5 Fragen und meine Antworten:

Wie bereitest Du Dir Deinen Lieblingskaffee zu und was muss für Dich in einen „perfekten“ Kaffee rein: nix, Milch(schaum), Zucker, Sirup… ?

Nachdem ich ungefähr tausend Techniken und Maschinen ausprobiert hatte, kam ich zurück zur alten Methode: In eine vorgewärmte Thermoskanne mit der richtigen Wassertemperatur einen starken Kaffee aufgiessen. Danach mische ich den Kaffee mit warmer Vollmilch. Auf die Mischung kommt es an. Thermoskanne deshalb, da wir in relativ kurzer Zeit drei Tassen vernaschen. Manchmal mache ich auch Milchkaffee mit einer schlichten Espressokanne und einem Milchaufschäumer. Schmeckt auch ohne Crema erste Sahne.

Achtest Du beim Kaffeekauf auf bestimmte Siegel (Bio, Transfair, UTZ Certified, Rainforest Alliance)? Wenn ja, warum?

Auf Bio und Transfair. Bin aber auf keine Marke festgelegt. Manchmal kaufe ich den Bio Bio bei Plus, manchmal im kleinen Öko-Laden (leider nicht grad um die Ecke liegend). Ich probiere immer mal wieder einen neuen Kaffee aus. Ich werde immer auf Kaffee neugierig bleiben. ;)

Ist Kaffee Deiner Meinung nach ein Problem für die Umwelt? Warum (nicht)? (C02-Verbrauch, Anbau, Pestizid- u. Herbizideinsatz, Energieverbrauch etc.)

Hm, beim Kaffee hört bei mir die Kritikfähigkeit auf, deshalb habe ich mir wohl darüber noch keine Gedanken gemacht. Oder könnte ich am Ende gar nichts mehr geniessen, wenn ich ständig das Umweltthema im Kopf hätte?

Fühlst Du Dich beim Kaffeekauf genügend informiert (Angaben auf der Packung, Webseite des Herstellers etc.) oder welche Informationen vom Kaffeeanbau bis zur Zubereitung vermisst Du?

Ganz ehrlich, mich interessiert in erster Linie, ob der Kaffee schmeckt, ob er Aroma hat, ob er gut durch den Filter läuft und ob er manchmal in der Küche noch nach Stunden zu riechen ist.

Was war bislang Dein schönstes Kaffee-Erlebnis (Flirt am Kaffee-Automaten, Diskussionen in der Espressobar… was auch immer)?

Häßliche Erlebnisse hätte ich mehr zu bieten, vor allem häßliche Geschmackserlebnisse. Aber Spass beseite und Freude vor. Mein schönstes Kaffee-Erlebnis war der erste Kaffee mit meiner Frau Verena. Wer die eine Geschichte dazu liest, wird das verstehen . :)

Schnell noch nachgetragen: Ein dickes Lob an Hans-Jürgen Langenbahn, den Betreiber von Maskal – fine coffee company. Das Webdesign ist einladend und die Site selbst bietet detaillierte Informationen rund um Kaffee, Kaffeeregionen, Kaffeegenuss und exklusive Kaffeesorten, die dort auch bestellt werden können. Das alles gefällt mir sehr gut und verlockt in diesen Tagen zum Beschenken von Kaffeeliebhabern.

Autor: Ralph Segert   Tags: ,   3 Kommentare    

Laufen im Schnee: Spritzplatschnass

24.11.08

Spätestens seit Murakamis Buch Wovon ich rede, wenn ich vom Laufen rede weiss ich jede billige Ausrede meines Körpers und seines Freundes (das ist der innere feige Faulsack) mit aller Härte zu kontern. Schließlich geht es um die Verhinderung des gemeinen biertrainierten Schmerbauchs. Den Plauzen-Paul und Wampen-Olli hebe ich mir für die Pflegestufe 3 auf. Denn die Wampe im Alter habe ich geerbt. Tue ich nichts, kommt sie und das sieht einfach Scheisse aus. Also ging ich heute Laufen. Über weisse Landschaften wirst du schweben, dachte ich. Von wegen schweben! Schwimmen vielleicht. Im Ruhrgebiet fällt Schnee nur, um gleich zu Matschbrei und weitläufigen Seen zu werden. Nicht nur auf der Straße, auch im Vorstadtwald, im Stadtpark, in Grünzonen jeder Art. Wer erst vor 20 Jahren geboren und niemals den Pott verlassen, wird nichts anderes kennen. Schnee ist hier Matsche, der fällt bereits als Matsche. Und was für eine Matsche! Den ersten Kilometer lief ich, als wollte ich Clusterbomben von Rheinmetall ausweichen. Die wenigen Spaziergänger, die ich traf, verdrückten sich spritzgeschützt in gestrüppgesäumte Seitengassen und schauten mich an, als käme ich von den Polkappen. Und wie die Matsche spritzte! Selbst die Meise im Dickicht duckte sich und zeterte, Scheiß Wetter oder so. Derweil übersah ich vor lauter Fluchen das heimelige Weiss der Bäume. Besonders gemein waren diese mit einer verlockenden hauchzartdünnen Eisschicht getarnten metertiefen Pfützen, in die ich mit Vorliebe hineinsprang, bis mir das kalte Wasser an den Füssen einfach scheissegal war. Echt! Waren ja nur noch 7 Kilometerkes. Also tröstete ich mich mit der Erfahrung des Strandgängers bei Ebbe zu kalter Jahreszeit und den Sprüngen über Flüsse im Sand, die oft mindestens mit nem nasskalten Fuss endeten. Wobei der Fuss aber trotzig mit Erwärmung konterte. Füsse sind das! Füsse müssen was besonders sein. Und so war es auch heute beim Hüpfen, Springen und Matschen. Bin einfach halbfröhlich ohne Lauern auf die nächste Untiefe weitergelaufen, habe einfach den feigen Faulsack ignoriert und bin nicht zurück ins warme Heim, nein! Spritz, Platsch, Nass, echt gezz, scheissegal. Schau nur an die weisse Pracht der Bäume — und die Luft! Obwohl. Unweit tobten bereits die Vorboten des feinstaubigen Ich-hetz-nach-Hause-Verkehrs. Aber auch das tangierte mich nicht. So lief ich auf Wasser jeder Art locker meine Runde und wünsche mir für Morgen endlich Schnee, der endlich hält, was er verspricht. Wehe, wenn nicht, doo!

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Blogwerfen: Dein schönstes Bild im Raum

23.11.08

Als Freund von Geschichten, die sich um alte oder neue Fotos oder Bilder bewegen, möchte ich nach Deinem schönsten Bild im Raum fragen und nach einer kurzen oder langen Geschichte dazu. Mein Betrag heißt: Es lief wie im Traum. Und da niemand mitmachen wird, wenn man nicht das Stöckchen wirft, wird jetzt geworfen. Und jetzt ab! Werfe zum Herrn Paulsen, zum Mann in LA, zum Herrn Konigorski, der mit dem gekonnt reduzierten Layout, zum Jungblogger Lorenz, zum Onno, der nicht nur ein filapper, zur Gabi im Bloghäuschen, zum photo.grapf und zu allen, die mitlesen und sich angeprochen fühlen, aber eigentlich keine Zeit dafür haben. ;-)

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Teures Wissen, aber ich brauche das Papier

18.11.08

Freunde meiner Weblogs werden festgestellt haben, dass ich öfter Artikel der taz vorstelle. Keineswegs heißt das, dass ich fixiert bin auf diese Tageszeitung. Gerne würde ich auch Artikel aus der Frankfurter Rundschau und der Süddeutschen Zeitung besprechen, aber Jahresabos von überregionalen Tageszeitungen sind nicht grad billig und bisher habe ich noch Niemanden gefunden, der mir ein Abo sponsert. *hüstel*

Wie teuer Bildung und Information sind, zeigt sich am Gesamtpreis der Vollabos. Die taz will für den Standardpreis 390 Euro im Jahr haben. Der ermässigte Strandpreis für all die saturierten linken Geizhälse beträgt nur 276 Euro im Jahr. Die Frankfurter Rundschau mag es krumm und verlangt 383,40 Euro. Die Süddeutsche dagegen baut auf den Bayernbonus und kostet 460,80 Euro. So kommen wir zum Höchstpreis von 1234,20 Euro im Jahr. Das ist fast ein Drittel von dem, was einem Bezieher von Hartz IV im Jahr zum Leben zusteht.

Dann und wann bestelle ich Miniabos dieser Tageszeitungen. Empfehlenswert zum Beispiel das Angebot der FR: Drei Monate lesen, zwei Monate zahlen und zudem noch ein Werbegeschenk erwarten, der Überfluss und China machen es möglich. Die Süddeutsche hatte ich einmal zum weihnachtlichen Vorzugspreis drei Monate meiner Liebsten vermittelt. Die taz haben wir nun fast ein Jahr zum halben Preis des günstigen Jahresabos bezogen. Es lohnt sich, auf Aktionen zu achten.

Warum aber Abo, viele Artikel gibt es doch online? Diese Frage hörte ich grad in manchen Köpfen drängeln. Richtig, aber ich lese sie nicht aufmerksam, ich bin zu sehr der flirrende Scannertyp am Rechner. Ich brauche das Papier. Das Knistern in den Händen, das Vorlesen im Bett beim Kaffee, die Ruhe auf der Couch. Papier ist geduldig und das überträgt sich auf das Lesen. Ich lese einfach konzentrierter, halte öfter inne und lasse den Gedanken Raum. Ich nehme Notizbuch und Stift zur Hand und notiere das Besondere der Artikel. Keiner wird bestreiten (wehe!), dass ich danach bessere Texte schreibe.

Lust hätte ich drauf: Täglich aus den drei besten überregionalen Tageszeitungen (oder was davon übrigbleibt ;) die interessantesten Artikel aus den Ressorts Wissen und Internet, Politik und Wirtschaft, Alltag und Kultur sprachlich geschliffen vorzustellen. Das wär doch was für den gebeutelten Horizont.

Autor: Ralph Segert   Tags: , , ,   2 Kommentare    

Videobeweis

12.11.08

Sind Sie noch nicht zusammengebrochen unter der Last der technikgesättigten Laien-Multimedia im niveaudrückenden Web 2.0? Sie ahnen also, dass das Alles Teil einer Chance um dringend benötigte Aufmerksamkeit sein kann. Das zeigen die im Westjordanland an Bauern verteilten Kameras, die rechtlich anerkannte Videobeweise gegen Misshandlungen liefern.

Heruntergestuft auf die Ebene der Saturierten wäre die Anerkennung des Videobeweises gegen dreiste Drängler und dressierte Raser hierzulande auch ein Fortschritt. — Ich dachte grad, ich täusche mich.

Autor: Ralph Segert   Tags: , ,      


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