16.04.2008

Bloggen auf dem Abstellgleis?

Sum1 und seine skeptische Sicht auf Weblogs, den Bloghype und die neuen Jungle-World-Blogs. Mein Kommentar dazu geriet mir etwas ausführlicher als gedacht. ;-)

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10.04.2008

Permanente Ablenkung und Gesprächskultur

Der Mangel an Konzentration, der nach der re:publica beklagt wurde, scheint bedingt durch ein Zuviel an beliebigen Themen im Internet der potenzierten Information ohne Relevanz und Gewicht. Vielleicht spielt auch die als cool und hip empfundene Fähigkeit zur permanenten Ablenkung eine Rolle, verstärkt durch Erkenntnissuche ohne Mühe, die sich auf getwitterte Infohäppchen und Meinungspenetranz im SMS-Format beruft. Der Gedanke, dass im Hinblick auf die Gesprächskultur technischer Fortschritt kultureller Rückschritt bedeute, ist ein erster Schritt, Klagen Nachdenken folgen zu lassen.

Hingeworfene Gedanken dazu: Fetisch Technik. Formzwang. Das Format eines Inhalts und seine Adresse bestimmen seine Relevanz, nicht die Aussage selbst. Webgetragene Hypes ersetzen Bildung und die Mühe (mit späterem Genuß), sie sich anzueignen. Aufmerksamkeitssucht, Trittbrettkommunikation und Wichtigtuerei blähen Techniken der Webkommunikation auf, so wird wichtig, was banal ist. Die Angst, etwas zu verpassen, bewirkt Lesen in Scannermanier, ohne das wirklich etwas hängenbleibt, was Erkenntnis bewirkt, vertieft, anstößt. Die Masse echter und falscher Information und ihr wildwucherndes Gemenge untergräbt die Urteilsfähigkeit und den fruchtbaren Dialog. Erinnerungsvermögen schult sich an Konzentration mit Vertiefung eines breitgestreuten Wissens, information-overflow bewirkt das Gegenteil von emphatischem Interesse.

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4.04.2008

Zahlenerlebnisse

Im Jahr der Mathematik gibt es hier und dort erstaunliche und banale Geschichten rund um Zahlen und Zahlenspiele. Mich faszinieren Zahlen immer dann, wenn sie nicht mehr vorstellbar sind und Vergleiche der Vorstellungskraft auf die Sprünge helfen, so wie ich es in meinem Beitrag Zahlen zur Globalisierung versucht habe. Daneben gibt es eine seltsame Magie der Zahlen, von der sich wohl kaum ein Mensch ganz freisprechen kann.

Zwar ist die 42 wie die 66 recht abgenutzt, doch als Ersatz könnte auch die Hälfte der Wahrheit reichen. Die 21 hat für mich ihre eigene Ästhetik und ihre Quersumme 3 führt schnurstraks zum Zahlenzauber, den auch die magische Zahl 7 ausstrahlt, die gleich zweimal in meinem Geburtsdatum enthalten ist und sich ein drittes Mal in den beiden letzten Ziffern meines Geburtsjahres als Quersumme versteckt.

7 Design Seit ich denken kann, ist die 7 meine Lieblingszahl, ohne dass ich gleich zu sagen wüsste, warum. Sie sei einfach schön, sie habe etwas geheimnisvolles. Das ist wohl einer der Gründe, dass ich eine Website von 1998 einmal 7 Design genannt habe. Für den einen oder anderen Menschen mag die 7 so banal sein wie die 24 – die als die Online-Zahl für eCommercer gelten kann, wurden doch für manche Domainnamen mit der Zahl 24 horrende Summen verlangt, wohl in der Hoffnung, dass der Kaufrausch rund um die Uhr stattfinde.

Interessant sind Zahlen, die nur dazu da zu sein scheinen, um unser Gehirn nicht allzu stark zu überfordern, als sei das ein Trick, um das Unvorstellbare vorstellbar zu machen. So habe unsere Galaxie einen Durchmesser von 100.000 Lichtjahren. 100.000 nur? Das ist in der Tat nicht viel im Vergleich zur Entfernung der faszinierenden Sombrero-Galaxie M104, deren Entfernung kein Mensch wirklich weiss, die man aber mit einer großzügigen Spanne auf einen Abstand zwischen 30 und 50 Millionen Lichtjahre beziffert. Auf die eine oder andere Million kommt es nun wirklich nicht an im Universum.

Angesichts dieser weiten Entfernung scheint unsere Galaxie recht klein. Wäre aber ein Wesen so groß wie unsere Galaxie, wären beide Galaxien recht nah beieinander. Wenn unserer Galaxie 1 Kilometer breit wäre, betrüge die Entfernung zu M104 lediglich 300 bis 500 Kilometer. Dächten wir uns unsere Galaxie mit dem Auto unterwegs, würden wir sicher nicht von einer großen Entfernungen reden. Mit deutscher Rasermentalität wäre sie in ein paar Stunden da. ;-)

Galaxie M104
Der “Sombreronebel” aufgenommen vom Hubble-Weltraumteleskop.

Doch wie belanglos wird der Vergleich zwischen 100.000 und 50 Millionen Lichtjahren, wenn ich mir vergegenwärtige, dass ein Lichtjahr etwa 9,5 Billionen Kilometer hat. Wir können uns ja nicht einmal den Erdumfang in seiner ganzen prächtigen Ausdehnung mit satten 40.000 Kilometern vorstellen! Was soll unser Kopf dann mit einem Lichtjahr anfangen, ausser dass er damit abstrakte Entfernungen zusammenrechnet oder bestenfalls ein faszinierendes Staunen zuläßt? Aber die Zahlen geben uns wenigstens eine Ahnung von unserer Ahnungslosigkeit.

Faszinierendes Staunen angesichts des unvorstellbar Großen und unvorstellbar Kleinen (wobei beides einen Freifahrtschein in die Unendlichkeit hat) ist verwandt mit dem Spieltrieb und was wäre der Spieltrieb ohne Zahlen? Gar nicht denkbar? Nur halb so schön? Ähnliches sagte sich wohl die Natur, ließ aber Taten folgen und machte sich schön nützlich mit Fibonaccizahlen. Auch Designer und Künstler mit ihrer Verehrung des goldenen Schnitts singen das Lied der schönen Zahl.

Halten wir fest, Zahlen sind schön, Zahlen sind unbegreiflich, Zahlen sind faszinierend. Wie geht es Euch mit Zahlen? An welche Zahlenerlebnisse denken Blogger, die gerne mal auf ein Blogstöckchen reagieren? Mich würde zum Beispiel interessieren, wie es um die Zahlenmagie und Zahlenabneigung, die Lieblingszahlen und Zahlenerlebnisse beim Herrn Paulsen und Pixelgangster, bei Lazerte und Gabi steht. Und der Herr Basic, der offen seinen Blogverdienst mit 3500 Euro bekannt gab, vielleicht macht der glückliche Robert ja auch mit. Und wer immer auch Bock hat, seine Zahlenerlebnisse loszuwerden, der Kommentarbereich steht offen. ;-)

Und was stelle ich beim Posten dieses Textes fest: Er wurde geschrieben am 4.4.2008. Wenn das kein harmonisches Datum ist, um über Zahlen zu schreiben. Zufall, aber trotzdem faszinierend und oben im Karteireiter sogar mit 04 dabei. Das passt!

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3.04.2008

Zahlen zur Globalisierung

Gingen wir von einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 75 Jahren aus, so hätte der Mensch eine Lebenszeit von 657.000 Stunden. Im Vergleich zum geschätzen Vermögen von Bill Gates ist das eine läppische Zahl. 56.000.000.000 Dollar (hoch geschätzt) oder 56 hoch 9 = 56 Milliarden Dollar. Pro Stunde dürfte der Mann 85.236 Dollar ausgeben, selbst im Schlaf. Pro Sekunde wären das immerhin noch 1420 Dollar. Was könnte man derweil mit 1420 Dollar in einem Land wie Indien oder Nigeria anfangen, letzteres in bitterster Armut trotz reicher Ölvorkommen?

Apropos Öl: Der Ölkonzern Shell hat im Jahr 2007 einen Gewinn von 30 Milliarden Dollar gemacht. Desweiteren werden laut Experten in der aktuellen Finanzkrise am Ende um die 600 Milliarden Dollar “verbrannt” worden sein.

Rechne ich diese 3 Summen zusammen, komme ich auf die unvorstellbare Summe von 696 Milliarden Dollar. Pro Stunde könnten davon 75 Jahre lang 1.059.361 Dollar in Projekte investiert werden, die die Welt sozialer, gerechter und schöner machen würden. Das wären über 25 Millionen Dollar pro Tag. Die “Entwicklungshilfe” ist im Hinblick darauf in der Tat mehr Schein als Sein.

Finanzexperten schätzen, dass rund 4000 Milliarden Dollar im Umlauf sind, die nicht investiert werden, sondern durch Finanzspekulationen vermehrt werden sollen. Vier Billionen Dollar, um kurzfristig angelegt und mit Gewinn wieder verschoben zu werden.

Diese Zahlen sind zwar abstrakt, aber sie machen die pervertierten Auswirkungen der unkontrollierten Gier einer Männerelite deutlich. Sie machen zudem deutlich, dass die Welt reich genug ist, um sich die Utopie einer Welt ohne Hunger und Krieg leisten zu können.

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2.04.2008

Krankengeschichten und Todesängste

Von dem Artikel Hypochonder und das Netz: Krank durch und im Web fühle ich mich als zur Hypochondrie neigender Mensch angesprochen, lese aber bei anbahnenden Leiden keine Meinungen und Erfahrungsberichte aus dem Web, denn das kann in der Tat kränker machen, als man ist. So krank bin ich dann auch nicht. ;-)

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2.04.2008

Kleine Helferlein für Grafik- und Webdesigner

Michael Preidel hat eine neue Version des Dashboard Widgets Designers Toolbox 2.5 vorgestellt. Für eine kleine Spende bekommt man einen Download-Link. Zudem gibt es eine kostenfreie aber etwas abgespeckte Version des Tools.

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1.04.2008

“Emotion Technology”

Steht bald auf den Programm kritischer IT-Aktivisten die Forderung: Mein Herzinfarkt gehört mir? Wenn es nach den Gefühlskontrolleuren der Firma Exmocare geht, sollen solche Gefahren durch permamente Fernüberwachung von abgeschobenen alten Menschen verhindert werden. TR: Verriss des Monats: Verschärfte Einblicke

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