Ratatatam

Quiet Earth und ein Traum

21.03.08

Quiet Earth Zum ersten Mal das Endzeit-Drama Quiet Earth von Geoff Murphy gesehen, gedreht 1985 in Neuseeland nach einem Roman von Craig Harrison. Mit bedrückendem Realismus in Szene gesetzt, überzeugende Handlung mit einem Minimum an zum Gähnen bringenden Klischees, mit überraschenden Wendungen, wenn wir es nicht erwarteten. Das Gefühl, wie schlagartig alles wertlos würde, wäre man ganz allein auf der Welt; wie nah auch am Wahnsinn. In der Nacht darauf träumte ich intensiv. So dunkelte sich immer wieder die Sonne vollständig ab, ich schien das als Einziger zu bemerken. Tag und Nacht wechselten im Minutentakt. Dann schlingerte die Sonne trunken über einen schwarzen Himmel, ich fühlte die Erde rasen und wusste, es ist gleich aus mit uns. Schrecken und schnelles Abfinden, dann das Bedauern, dass man danach nichts darüber in der Zeitung lesen könne, geschweige denn darüber bloggen. So ein Erlebnis ohne Feedback! Das beträfe jetzt ausnahmslos alle Menschen, war ein Trost im Traum.

Hyperlink-Falle und Webpranger

21.03.08

Ich stelle mir vor, ein falscher Klick auf einen Link und wenig später stünden Beamte des Bundeskriminalamtes vor der Tür. Ich hätte verbotene Websites besucht, sie hätten einen Durchsuchungsbefehl. Der Link wäre zwar ein Fake gewesen, aber allein die Absicht sei strafbar. – ? – In den USA sind staatliche Behörden um eine solche Argumentation nicht verlegen. Dort kann allein reine Neugier richtig gefährlich werden, wenn man einer Hyperlink-Falle nicht wiederstehen kann: FBI lockt Surfer in die Falle.

Das chinesische Regime dagegen inszeniert das Internet als Pranger und macht es zu einem Teil des Fahndungsappartes mit Hilfe von yahoo.com und Fahndungsfotos aus Überwachungskameras. Der chinesische Staat ist zudem wohl der erfahrenste, was Internetzensur und -konrolle angeht. China fahndet im Internet nach Verdächtigen für die Unruhen in Lhasa. Apropos Unruhen in Lhasa: Der Spiegelfechter fragt: Blutige Niederschlagung oder Pogrom?. Auch hier gilt, mit schablonenhaftem Denken kommt man der Sache nicht näher.

Gewinnen mit einem Kommentar

20.03.08

Über Ostern möchte ich etwas für mein Blogger-Ego tun und erfahren, wer dieses junge Weblog hier und/oder den Webzettel regelmäßig liest. Bitte schreibt mir dazu einen Kommentar. Das kann ein Gruss oder Statement, ein Zitat oder eine Empfehlung sein.

Umsonst möchte ich das Outing meiner Leser nun nicht haben und verlose deshalb unter den Kommentatoren die CD Swop von Club Des Belugas oder das höchst geniale Buch Eine kurze Geschichte von fast allem von Bill Bryson.

Der Gewinner kann sich aussuchen, ob er CD oder Buch haben möchte. Die Auslosung mache ich so, wie es aktuell Manuela Hoffmann macht, die ihr brandneues Buch Modernes Webdesign – Gestaltungsprinzipien, Webstandards, Praxis (später mehr dazu) als Gewinn in Aussicht stellt: Der Gewinner wird aus allen Kommentaren per Zufall ermittelt (bis heute Abend 20 Uhr). Kommentarschluss: 28.3. um Null Uhr.

Neues aus meinem Bloghaus

19.03.08

Fleissig nutzte ich die selbstbestimmte Pause zur Erholung vom Arbeitsalltag für neue Blogbeiträge. So stelle ich auf rare.de drei recht unterschiedliche Scheiben mit kurzem Anspielmix vor: Brazilian Playground fürs Herz und Freunde fröhlicher Kinderlieder, den Wagram-Doppelsampler Nu Jazz und die neueste Putumayo-Compilation Euro Groove, die wirklich nichts mit der EZB zu tun hat. ;-)

Auf dem Konsumblog steht dagegen wieder die traurigschaurige Wirklichkeit zur Diskussion. Ich stelle dort das äusserst lesenswerte Sachbuch Giftmüll macht schlank, das die mächtige PR-Industrie in den USA analysiert und lasse mich aus über die neueste Politkampagne aus dem dünnbrettbohrenden Verkehrsministerium namens “Runter vom Gas”: Symbol-Politik im Land der Raser und Drängler

Blogger gesucht

19.03.08

Dass meine diversen Aufrufe zum Mitschreiben in Weblogs wie Orwellness und Konsumblog keinen Erfolg mehr haben, liegt daran, dass die Lust auf freiwillige Mitarbeit wohl eher schwach ausgeprägt ist und dass es mittlerweile doch recht viele Aufrufe zum Mitschreiben gibt. Desweiteren gibt es zunehmend auch Angebote mit Aussicht auf Entlohnung, wie die Website Bloggerjobs zeigt – via Web Standards in Germany.

Über die fatale Trägheit der User

17.03.08

Richard Stallmann, der “praktizierende Atheist”, erzählt im Interview mit der taz über seine “drei Freiheiten” für den Gebrauch von Software, über die Propaganda für “geistiges Eigentum” und die “soziale Trägheit” der User:

“Das ist doch Wahnsinn. Die Tatsache, dass Sie eine Kopie von etwas weitergeben, das Sie gekauft haben, macht sie zum ‘Piraten’, zu einem Illegalen. Viele Menschen denken: ‘Hier geht es nur um Computer, das geht mich nichts an.’ Aber es geht darum, in welcher Gesellschaft wir leben wollen.”

IT der Zeit voraus: Newton MessagePad

16.03.08

Apple Newton MessagePad Der iPod Touch war nicht der erste Versuch Apples, einen Touchscreen-Computer für die Hosentasche zu etablieren. 1993 versuchte sich die Firma mit dem Newton MessagePad (allerdings nur für sehr große Hosentaschen geeignet ;-). In einem alten ct-Artikel von 2003 namens Apples Newton: Der Schwerkraft getrotzt, doch der Zeit voraus schreibt Detlef Borchers nicht nur über eine “sehr loyale Fan-Gemeinde”, die den Newton immer noch verehre, er berichtet auch über die Gründe des Scheiterns. Zudem:

“Als der Newton vor 10 Jahren debütierte, kündigte Apple in Boston gleich das nächste Produkt mit der neuen Technik an. WALT, das Wizzy Active Lifestyle Telephone, sollte eine Kreuzung aus Newton und Handy werden. Die Verträge mit regionalen Telefongesellschaften wie BellSouth wurden noch am selben Tag unterzeichnet. Doch in der kurzen Lebensspanne der MessagePads kam WALT nicht mehr zur Welt. Auf der CeBIT 1997 zeigte Siemens schließlich, wie ein Telefonssystem rund um den Newton ausehen kann, doch ging auch dieses Smartphone nicht in Serie.”

IT der Zeit voraus: Die Computermaus

14.03.08

Erste Computermaus Die erste Computermaus wurde 1963/64 von Douglas C. Engelbart am Stanford Research Institute entwickelt und 1968 der Öffentlichkeit als “X-Y-Positions-Anzeiger für ein Bildschirmsystem” präsentiert. In dem groben Holzkasten sah sie nicht grad sexy aus, aber was hieß das damals schon. Das Prinzip Computermaus musste aber noch 20 Jahre warten, bis es erfolgreich wurde. Ungemein hilfreich dabei war der 1984 eingeführte Apple Macintosh, der die User mit einer passenden grafischen Benutzeroberfläche begeisterte. Bereits 1985 bringt die Firma Logitech die erste Drei-Tasten-Kugelmaus namens LogiMouse C7 auf den Markt. An Ergonomie dachte zu der Zeit allerdings noch niemand. Apropos Holz, wer denkt, die Holzmaus sei heute kein Thema mehr, der schaue bitte einmal unter Pimp Your Mouse und staune.

Douglas C. Engelbart mit der ersten Computermaus
“Der Vater der Maus”: Douglas C. Engelbart

Unter anderem wegen der feinen Ergonomie favorisiere ich sowohl am Mac als auch am Win-PC die “Vaio USB Lasermaus”. Sie arbeitet auf unterschiedlichen Untergründen, hat einen leichten Rutsch, setzt unten an den Führungsflächen einfach keinen Dreck an und arbeitet vor allem beim Scrollen richtig schön leise. Apple-Mäusen kann ich nichts abgewinnen. Sie verdrecken und leiern zu schnell aus und kleben unangenehm bei feuchter Handfläche. Besonders ergonomisch sind sie auch nicht gebaut.

Mobben und bewerten im Internet

14.03.08

Die FR online über Cyber-Mobbing: Von der öffentlichen Bloßstellung der Ex-Freundin bis zur Bloßstellung von Schuldnern: Wenn das Internet zum Pranger wird. In der gleichen Ausgabe das Thema Bewertungsportale und ihre zunehmende Bedeutung für Konsumenten und Anbieter von Produkten und Dienstleistungen. Neben Missbrauch durch PR-Agenturen und Schmähschreiber würden die Vorteile für die “Verbraucher” und für die Werbewirtschaft überwiegen.

Liebäugeln mit Apple Time Capsule

14.03.08

Apple Time Capsule scheint mir eine Lösung für die einfache Datensicherung unserer Bürorechner zu sein, auch wenn ich Wi-Fi-Lösungen soweit es geht zu vermeiden suche. Für unsere Hauptrechner könnte ich auch die Ethernet-Anschlüsse nutzen, so würde ich es erwarten. ;)

Die Apple-Werbung verspricht eine problemlose Datensicherung, eine schnelle sollte man dagegen nicht erwarten. Neuerdings.com berichtet im Test namens Problemlose Datensicherung, gut und teuer von um die 17 Stunden für 101 GB bei drahtloser Übertragung, zudem würde bei drahtlosem Backup der Internet-Zugang spürbar langsamer. Bei der ersten Sicherung via Time Machine ist entsprechend viel Geduld aufzubringen, danach dürften die täglichen Mini-Backups für unsere Verhältnisse in annehmbarer Zeit ablaufen.

Interessieren würde mich, wie gut Time Capsule mit Windows-Rechnern (über das mitgelieferte Bonjour für Windows) zusammenarbeitet, wie sich das Gerät bei Nutzung des Gigabit-Ethernet-WAN-Anschlusses verhält und ob es ein Dauerstrahler mit voller Leistung ist. Abschalten wird man Wi-Fi wohl können.

Faltbare iPod Touch Tastatur?

13.03.08

Wer suchet, der findet, dachte ich, auch wenn er ohne Hoffnung suche, dachte ich, aber ich fand sie nicht, die faltbare Tastatur für den iPod Touch. Und anderen Suchern muss es wohl genauso gehen, auch wenn sie nur mit der Apple Bluetooth Tastatur liebäugeln. Also sei zum Trost gereicht, die virtuelle Vorwegnahme eines Wunsches in Form eines schlichtes Fotos. Wer staunet da nicht?!

Faltbare iPod Touch Tastatur?

7 Weblog-Layouts auf WordPress

13.03.08

Heute habe ich nach einigen Anläufen in freier Rede ein Video erstellt, in dem ich sieben Weblog-Layouts auf WordPress vorstelle, die ich in den letzten Jahren gestaltet habe. Dabei musste ich feststellen, dass ich spontan besser spreche als kontrolliert im Monolog vor einem Display. Wie dem auch sei, vielleicht ist die eine oder andere Anregung für den ambitionierten Weblog-Designer dabei, man weiss ja nie ;-) — Vier Layouts können in diesem Blog gewählt werden

7 Weblog-Webdesigns auf WordPress

Titel: 7 Weblog-Layouts auf WordPress
Größe: 15,8 Megabyte
Dauer: 15:56 Minuten


Internet, Information und fehlende Filter

12.03.08

Umberto Eco im FR-Interview: “Ich mag technischen Schnickschnack”. Meint seine 250 GB Festplatte, auf die er “den kompletten Inhalt der italienischen National-Bibliothek draufgepackt” habe. Wettert gegen das “alberne” Unterfagen, das Internet gegen Bücher auszuspielen, fordert “neue Form der Ausbildung” in Schulen, damit aus der Informationsflut das Relevante herausgefiltert werden könne. Findet “prinzipiell dumm”, Musik beim Spazierengehen zu hören, entsprechend mag er den iPod nicht.

Piwik Analytics

12.03.08

Im Nonsenseblog wird das vielversprechen Statistiktool Piwik vorgestellt. Piwik ist freie Software, könnte als Alternative für “Google Analytics” auf eigenem Webspace installiert werden, steht allerdings erst in der Alphaphase zur Verfügung.

Flauberts Beobachtungsgabe

12.03.08

Gustave Flaubert in Lehrjahre des Gefühls, Insel Verlag, 2001, S. 302f:

“Hussonet war nicht gut aufgelegt. Dadurch, dass er täglich über alle möglichen Themen schrieb, viele Zeitungen las, vielen Diskussionen beiwohnte und, um zu beeindrucken, paradoxe Behauptungen von sich gab, hatte er schließlich den genauen Begriff von den Dingen verloren und sich mit den schwachen Raketen seines Geistes selbst blind gemacht. Die Sorgen eines ehemals leichtsinnigen, jetzt aber schwierigen Lebens hielten ihn in dauernder Erregung; und seine Ohnmacht, die er sich nicht eingestehen wollte, machten ihn bissig, sarkastisch.”


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