Ratatatam

17.11.08

Der Gedanke

Woher kam der folgende Gedanke, als ich auf einem Foto einen Herrschergipfel mit in Reih und Glied stehenden Männern und einigen Frauen sah? Die stehen da, als ob sie noch die Windeln trügen. — Trügt hier der Gedanke? Wahrscheinlich. Ist er doch des Truges bester Freund. Was nun nicht klärt, woher der Gedanke kam. Ich denke, aus der Tiefe wohl kaum. Auf dem langem Weg nach oben, wäre ihm die Luft ausgegangen. Dachte ich das jetzt? Dann wars ein Gedanke. Großer Kopf, wo soll das noch enden?

17.11.08

Der Fechter focht und traf Telepolis ;)

Der Herr Spiegelfechter jetzt auch auf Telepolis mit wirtschaftspolitischen Thesen: “Staaten wie Deutschland können nur dann Exportüberschüsse erzielen, wenn es andere Staaten gibt, die Außenhandelsdefizite aufbauen — ohne die hohe Verschuldung der Amerikaner und einiger europäischer Staaten funktioniert das ‘deutsche Modell’ nicht mehr.” — Gelesen unter der Phantasien gebärenden Überschrift (Headline): Der Berg kreißte und gebar eine Maus.

16.11.08

Webteufel am Werk?

Weiss der Teufel, was ich angerichtet habe, aber plötzlich funktioniert die Layoutwahl nicht mehr. Seltsam dabei: Local funktioniert sie, online nicht. Was geht da ab? Silver Note funzt, Application und Dark Tab verweigern den Dienst, browserunabhängig. Ideen, die mir auf die Sprünge helfen könnten?

15.11.08

Kalter Krieg in dumpfen Hirnen

Zum Eigentor des Lutz Heilmann rattern die Trackbacks auf Golem nur so ein. Ein empörter Text jagt den anderen. Hier und dort wird Die Linke über einen Kamm geschert. Gelegenheit, sein Mütchen zu kühlen. Selbst ein kluger Blogger wie Thomas Knüwer vom Handelsblatt-Blog Indiskretion Ehrensache leitet seinen Text mit Worten ein, die niedere politische Instinkte bedienen: “Lutz Heilmann demonstriert, was die Linke von Demokratie hält: nichts”.

Mark Seibert, Mitglied des Bundesausschusses der bösen roten Partei, hätte Knüwer ausnehmen müssen, denn der titelt in seinem Blog zwar übertrieben Wie peinlich: Lutz Heilmann (MdB) im Kreuzzug gegen Wikipedia, schämt sich aber für seinen Parteigenossen und läßt deutliche Worte folgen: “Das alles ist sehr ärgerlich. Einzelne Politiker meiner Partei lassen offenbar jede Fähigkeit und jeden Willen zu einer demokratischen Auseinandersetzung mit Kritik, mit Vorwürfen oder mit gegenläufigen Positionen vermuten.” Geht doch.

Ansonsten möchte ich gar nicht weiter lesen, was sich dumpf auf den Fall zusammengereimt wird. Einfach bei Wikio nach Lutz Heilmann suchen und die Überschriften und Kommentare Bände sprechen lassen. Kalter Krieg in dumpfen Hirnen. Dagegen eine Leseempfehlung: Der peinliche Fall des Lutz Heilmann.

Update: Eine weitere Leseempfehlung aus dem PR-Kloster: Burks, Basic, Heilmann – die deutsche Blogosphäre diskutiert über Politik. Desweiteren ein Nachtrag aus der tagesschau: Politiker will nicht mehr auf Wikipedia-Sperrung bestehen.

15.11.08

Linker “Hansel” läßt Wikipedia.de sperren

Der Diplom-Jurist und Volksvertreter Lutz Heilmann von der Partei Die Linke hat sich durch eine einstweilige Verfügung die Befriedigung verschafft, dass von wikipedia.de (siehe auch Screenshot unten) nicht mehr auf de.wikipedia.org weitergleitet werden darf. Die Entscheidung des Gerichts “wurde ohne Anhörung von Wikimedia Deutschland erlassen” meldet der IT-Golem. Es geht wohl um den Eintrag Lutz Heilmann. Die Aktion des Bundestagsabgeordneten riecht nach Eigentor.

Update: Folgend auch der Artikel von Spiegel online, auf die sich der Wikipedia-Artikel stützte: Ein Stasi-Mann spaltet die Linkspartei, veröffentlicht am 4.12.2005.

Bitte bei aller Solidarität mit Wikipedia bedenken, dass es legitim ist, sich gegen Stasivorwürfe zu wehren, zumal Linkehasser aller Couleur schnell bei der Hand sind damit. Doch es spricht nicht für eine hohe Meinung zur Meinungsfreiheit, wenn man ein, zwar manchmal umstrittenes, doch populäres und informatives Wissensportal verbieten läßt. Das ist das Traurige und das bestätigt indirekt und aus subjektiver Sicht die Vorwürfe.

wikipedia.de gesperrt

13.11.08

Voten für das Iconset von WordPress 2.7

48 Stunden haben WordPress Freunde rund um den Globus nun Zeit, um aus fünf Iconsets von verschiedenen Icondesignern das neue WordPress 2.7 Iconset zu wählen. Und ich freue mich, dass Verena es bis in die Endrunde geschafft hat. Ich kann Euch sagen, sie ist sehr gespannt und wartet seit zwei Tagen auf das Voting (grad ist sie bei einer Freundin, sie weiss also noch nichts davon ;-). Welches Set aus 13 Icons sie erstellt hat, wird nicht verraten, denn das Voting läuft anonymisiert, was eine gute Entscheidung ist. Direktlink zum Voting.

Update: Und es wird bereits fleissig diskutiert über die Iconsets : Vote for the new WordPress icons. Einer der Kommentaren sieht btw nur Amatuere am Werk. ;)

13.11.08

Wie gefährlich ist das BKA-Gesetz?

In manchen Blogs wird noch gefragt und nicht definitiv gewusst. Zum Beispiel, ob die gestern beschlossene Reform des BKA-Gesetzes der “Willkür Tür und Tor öffnet”. Die Wendung ohne Fragezeichen zeugt von gedankenloser Übertreibung, von sprachlich hochgerüsteter Panikmache. Will man den “Willkürstaat” konkret kennenlernen, dann studiere man die russische Justiz oder birmanesische Verhältnisse (die Militärjunta hat grad einen kritischen Blogger zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt).

Manche Aktivisten sehen ein “BKA-Ermächtigungsgesetz” beschlossen. Diese Wendung reiht sich ein in die Mode, Gegenwartspolitik mit Begriffen aus der Terrorzeit der Nazis zu verklären. Das Ermächtigungsgesetz der Nationalsozialisten wird so zugleich verharmlost. Was hier bleibt, ist Populismus 2.0, griffige Phrasen, die dramatisch klingen und die umso lieber weitergereicht werden von Blog zu Blog. Wahrscheinlich kommt man sich dabei noch klug vor.

Selten bleibt die nüchterne Betrachtung, wie sie Gerhard Baum mit seinem Klagewillen gegen das BKA-Gesetz an den Tag legt. Empfehlenswert, um die Warnung vor der “Stasi 2.0″ mit ihrem “Überwachungsmonster” auf eine sachlichere Ebene zu holen, ist ein Text von Christian Rath. Er schreibt über die neuen Rechte des bayerischen Verfassungsschutzes und der dortigen Polizei:

“Wenn sich in Bayern eine Gefahr andeutet, ist der Zugriff sogar in ganz Deutschland möglich. Und hier geht es nicht nur um Terrorgefahren, sondern zum Beispiel auch um Sexual-, Drogen- und Verkehrsdelikte. Dabei kann die Polizei die Daten von privaten Festplatten nicht nur kopieren, sondern auch löschen und sogar manipulieren. Was beim BKA-Gesetz für einen Riesenaufschrei gesorgt hätte, wurde in Bayern mehr oder weniger achselzuckend hingenommen.” — aus Wer darf meine Dateien lesen?

Ich weiss auch, dass Kritik an einer Politik, die den Bürger unter Generalverdacht stellt und die Privatsphäre nur als lästiges Hemmnis des “Anti-Terror-Kampfes” begreift, dringend nötig ist, wie der Widerstand dagegen. Mit persönlich widerstrebt aber die Übertreibung, die den Blick auf das verstellt, was längst Realität, aber noch längst kein Willkür- oder Polizeistaat ist.

13.11.08

Erstaunliche Fotos

Als Flickr anfing, populär zu werden, gab es dort bereits viele Fotos zu sehen, die einem die Socken auszogen. Spätestens ab diesem Zeitpunkt bildete ich mir auf meine Fotografie nichts mehr ein. Sicher, meine Fotoreports in S/W sind recht nah an den Menschen und ich scheine ein Talent zu haben, sie ohne großes Federlesen natürlich und ungestellt fotografieren zu können. Das ist gute Alltagsfotografie, die im Zusammenhang mit einem Ereignis ihre Wirkung entfaltet, aber nicht diesen Hingucker-Effekt hat, den viele erstaunliche Fotos von Amateuren und Semiprofis haben. Beispielhaft sei die Flickr-Group Ants genannt, die Herr Glaser unter der langen Nacht der Ameisen verlinkt hat. Auch empfehle ich einen Klick zu einer Portfolio-Auswahl vom Kwerfeldein-Blogger, der aus 90 in Kommentaren vorgestellten Portfolios seine sieben Lieblinge herausgesucht hat. Hey, da sind echte Hingucker dabei, mehr wollte ich anfänglich gar nicht schreiben. ;)

13.11.08

Bittere Bildung

Die Schüler haben die Nase voll von einer miserablen Bildungspolitik, die nicht über kleingeistiges Machtgerangel, hirnloses Schwafeln und kalte Täuschungsmanöver hinausgeht. Ein ganz toller Bildungsgipfel war das! Ein realitätsferner Idiotengipfel sich träge und satt gesessener Politiker war das, die nicht im Traum daran denken, einer Mehrheit in diesem Land etwas wirklich Gutes zu tun. Merkel und Co geht es ausschliesslich um ihre anmassenden Eigeninteressen. “Wir müssen eine gemeinsame Lösung finden”, heißt nur, wir müssen die Verarmung des Bildungswesens auf Kosten nachkommender Generationen ignorieren. Nun aber melden sich die Schüler zu Wort und legen das Lernen nieder, um gegen die Bildungspolitik zu protestieren. Das ist ein Anfang.

12.11.08

10 Fehlerfallen im Icondesign

Denis Kortunov hat für uns die 10 typischen Fehler im Icondesign auf den Punkt gebracht. Seine Argumente leuchten ein, sind aber umso schwerer zu vermeiden. Das verflixte Einfache.


Ansichten:  aurora · Markus · Onno · Ping

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