Ratatatam

Teures Wissen, aber ich brauche das Papier

18.11.08

Freunde meiner Weblogs werden festgestellt haben, dass ich öfter Artikel der taz vorstelle. Keineswegs heißt das, dass ich fixiert bin auf diese Tageszeitung. Gerne würde ich auch Artikel aus der Frankfurter Rundschau und der Süddeutschen Zeitung besprechen, aber Jahresabos von überregionalen Tageszeitungen sind nicht grad billig und bisher habe ich noch Niemanden gefunden, der mir ein Abo sponsert. *hüstel*

Wie teuer Bildung und Information sind, zeigt sich am Gesamtpreis der Vollabos. Die taz will für den Standardpreis 390 Euro im Jahr haben. Der ermässigte Strandpreis für all die saturierten linken Geizhälse beträgt nur 276 Euro im Jahr. Die Frankfurter Rundschau mag es krumm und verlangt 383,40 Euro. Die Süddeutsche dagegen baut auf den Bayernbonus und kostet 460,80 Euro. So kommen wir zum Höchstpreis von 1234,20 Euro im Jahr. Das ist fast ein Drittel von dem, was einem Bezieher von Hartz IV im Jahr zum Leben zusteht.

Dann und wann bestelle ich Miniabos dieser Tageszeitungen. Empfehlenswert zum Beispiel das Angebot der FR: Drei Monate lesen, zwei Monate zahlen und zudem noch ein Werbegeschenk erwarten, der Überfluss und China machen es möglich. Die Süddeutsche hatte ich einmal zum weihnachtlichen Vorzugspreis drei Monate meiner Liebsten vermittelt. Die taz haben wir nun fast ein Jahr zum halben Preis des günstigen Jahresabos bezogen. Es lohnt sich, auf Aktionen zu achten.

Warum aber Abo, viele Artikel gibt es doch online? Diese Frage hörte ich grad in manchen Köpfen drängeln. Richtig, aber ich lese sie nicht aufmerksam, ich bin zu sehr der flirrende Scannertyp am Rechner. Ich brauche das Papier. Das Knistern in den Händen, das Vorlesen im Bett beim Kaffee, die Ruhe auf der Couch. Papier ist geduldig und das überträgt sich auf das Lesen. Ich lese einfach konzentrierter, halte öfter inne und lasse den Gedanken Raum. Ich nehme Notizbuch und Stift zur Hand und notiere das Besondere der Artikel. Keiner wird bestreiten (wehe!), dass ich danach bessere Texte schreibe.

Lust hätte ich drauf: Täglich aus den drei besten überregionalen Tageszeitungen (oder was davon übrigbleibt ;) die interessantesten Artikel aus den Ressorts Wissen und Internet, Politik und Wirtschaft, Alltag und Kultur sprachlich geschliffen vorzustellen. Das wär doch was für den gebeutelten Horizont.

Trackbacks ab ins Eckchen

18.11.08

Ich habe es tätsächlich geschafft, noch vor 2020 im Kommentarbereich die Kommentare von den Trackbacks zu trennen. Schleppte ich doch bis dahin ein Comment-Template aus der Steinzeit von Blog zu Blog, das zudem mit Codeschnipseln diverser Plugins gefüttet war. Entsprechend vorsichtig mußte ich als PHP-Laie ans Werk gehen. Geholfen hat dabei eine bereits in die Jahre gekommene Anleitung namens WordPress Track- und Pingbacks seperat listen, ohne Plugin von Frank Bültge. Jetzt können auch die großartigen Jungs wiederkommen, die das ganz böse finden, wenn Tracks und Pings zwischen Kommentaren nerven. ;)

Update: Vielleicht kann mir jemand in dieser Runde behilfreich sein bei einer Lösung für folgende Wünsche: Getrennte Zählung von Kommentaren und Trackbacks sowie ein Wenn-Dann-Schnipsel unter dem Motto: Wenn Tracksback vorhanden, wird die Überschrift „Trackbacks“ mit Anzahl der Trackbacks angezeigt, wenn nicht, bleibt sie verborgen.

Verenas Icons in WordPress 2.7

17.11.08

Wir wissen es bereits ein paar Tage, aber nun ist es offziell bekanntgegeben: Verena hat beim Icon-Voting den zweiten Platz gemacht. Aber ihre blaue Variante des Sets kam so gut an, dass es nun als alternatives Iconset in WordPress 2.7 eingebunden wird. Da freut sich doch das Herz und die schnelle intensive Arbeit hat sich gelohnt. Alles Konkrete dazu und alle Sets im Überblick im WordPress Blog: The Results of Project Icon. — Edit: Das fertige Iconset, welches wir natürlich stolz in unser Iconset-Portfolio aufnehmen ;-)

Icondesign für WordPress

Der Gedanke

17.11.08

Woher kam der folgende Gedanke, als ich auf einem Foto einen Herrschergipfel mit in Reih und Glied stehenden Männern und einigen Frauen sah? Die stehen da, als ob sie noch die Windeln trügen. — Trügt hier der Gedanke? Wahrscheinlich. Ist er doch des Truges bester Freund. Was nun nicht klärt, woher der Gedanke kam. Ich denke, aus der Tiefe wohl kaum. Auf dem langem Weg nach oben, wäre ihm die Luft ausgegangen. Dachte ich das jetzt? Dann wars ein Gedanke. Großer Kopf, wo soll das noch enden?

Der Fechter focht und traf Telepolis ;)

17.11.08

Der Herr Spiegelfechter jetzt auch auf Telepolis mit wirtschaftspolitischen Thesen: „Staaten wie Deutschland können nur dann Exportüberschüsse erzielen, wenn es andere Staaten gibt, die Außenhandelsdefizite aufbauen — ohne die hohe Verschuldung der Amerikaner und einiger europäischer Staaten funktioniert das ‚deutsche Modell‘ nicht mehr.“ — Gelesen unter der Phantasien gebärenden Überschrift (Headline): Der Berg kreißte und gebar eine Maus.

Webteufel am Werk?

16.11.08

Weiss der Teufel, was ich angerichtet habe, aber plötzlich funktioniert die Layoutwahl nicht mehr. Seltsam dabei: Local funktioniert sie, online nicht. Was geht da ab? Silver Note funzt, Application und Dark Tab verweigern den Dienst, browserunabhängig. Ideen, die mir auf die Sprünge helfen könnten?

Kalter Krieg in dumpfen Hirnen

15.11.08

Zum Eigentor des Lutz Heilmann rattern die Trackbacks auf Golem nur so ein. Ein empörter Text jagt den anderen. Hier und dort wird Die Linke über einen Kamm geschert. Gelegenheit, sein Mütchen zu kühlen. Selbst ein kluger Blogger wie Thomas Knüwer vom Handelsblatt-Blog Indiskretion Ehrensache leitet seinen Text mit Worten ein, die niedere politische Instinkte bedienen: „Lutz Heilmann demonstriert, was die Linke von Demokratie hält: nichts“.

Mark Seibert, Mitglied des Bundesausschusses der bösen roten Partei, hätte Knüwer ausnehmen müssen, denn der titelt in seinem Blog zwar übertrieben Wie peinlich: Lutz Heilmann (MdB) im Kreuzzug gegen Wikipedia, schämt sich aber für seinen Parteigenossen und läßt deutliche Worte folgen: „Das alles ist sehr ärgerlich. Einzelne Politiker meiner Partei lassen offenbar jede Fähigkeit und jeden Willen zu einer demokratischen Auseinandersetzung mit Kritik, mit Vorwürfen oder mit gegenläufigen Positionen vermuten.“ Geht doch.

Ansonsten möchte ich gar nicht weiter lesen, was sich dumpf auf den Fall zusammengereimt wird. Einfach bei Wikio nach Lutz Heilmann suchen und die Überschriften und Kommentare Bände sprechen lassen. Kalter Krieg in dumpfen Hirnen. Dagegen eine Leseempfehlung: Der peinliche Fall des Lutz Heilmann.

Update: Eine weitere Leseempfehlung aus dem PR-Kloster: Burks, Basic, Heilmann – die deutsche Blogosphäre diskutiert über Politik. Desweiteren ein Nachtrag aus der tagesschau: Politiker will nicht mehr auf Wikipedia-Sperrung bestehen.

Linker „Hansel“ läßt Wikipedia.de sperren

15.11.08

Der Diplom-Jurist und Volksvertreter Lutz Heilmann von der Partei Die Linke hat sich durch eine einstweilige Verfügung die Befriedigung verschafft, dass von wikipedia.de (siehe auch Screenshot unten) nicht mehr auf de.wikipedia.org weitergleitet werden darf. Die Entscheidung des Gerichts „wurde ohne Anhörung von Wikimedia Deutschland erlassen“ meldet der IT-Golem. Es geht wohl um den Eintrag Lutz Heilmann. Die Aktion des Bundestagsabgeordneten riecht nach Eigentor.

Update: Folgend auch der Artikel von Spiegel online, auf die sich der Wikipedia-Artikel stützte: Ein Stasi-Mann spaltet die Linkspartei, veröffentlicht am 4.12.2005.

Bitte bei aller Solidarität mit Wikipedia bedenken, dass es legitim ist, sich gegen Stasivorwürfe zu wehren, zumal Linkehasser aller Couleur schnell bei der Hand sind damit. Doch es spricht nicht für eine hohe Meinung zur Meinungsfreiheit, wenn man ein, zwar manchmal umstrittenes, doch populäres und informatives Wissensportal verbieten läßt. Das ist das Traurige und das bestätigt indirekt und aus subjektiver Sicht die Vorwürfe.

wikipedia.de gesperrt

Voten für das Iconset von WordPress 2.7

13.11.08

48 Stunden haben WordPress Freunde rund um den Globus nun Zeit, um aus fünf Iconsets von verschiedenen Icondesignern das neue WordPress 2.7 Iconset zu wählen. Und ich freue mich, dass Verena es bis in die Endrunde geschafft hat. Ich kann Euch sagen, sie ist sehr gespannt und wartet seit zwei Tagen auf das Voting (grad ist sie bei einer Freundin, sie weiss also noch nichts davon ;-). Welches Set aus 13 Icons sie erstellt hat, wird nicht verraten, denn das Voting läuft anonymisiert, was eine gute Entscheidung ist. Direktlink zum Voting.

Update: Und es wird bereits fleissig diskutiert über die Iconsets : Vote for the new WordPress icons. Einer der Kommentaren sieht btw nur Amatuere am Werk. ;)

Wie gefährlich ist das BKA-Gesetz?

13.11.08

In manchen Blogs wird noch gefragt und nicht definitiv gewusst. Zum Beispiel, ob die gestern beschlossene Reform des BKA-Gesetzes der „Willkür Tür und Tor öffnet“. Die Wendung ohne Fragezeichen zeugt von gedankenloser Übertreibung, von sprachlich hochgerüsteter Panikmache. Will man den „Willkürstaat“ konkret kennenlernen, dann studiere man die russische Justiz oder birmanesische Verhältnisse (die Militärjunta hat grad einen kritischen Blogger zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt).

Manche Aktivisten sehen ein „BKA-Ermächtigungsgesetz“ beschlossen. Diese Wendung reiht sich ein in die Mode, Gegenwartspolitik mit Begriffen aus der Terrorzeit der Nazis zu verklären. Das Ermächtigungsgesetz der Nationalsozialisten wird so zugleich verharmlost. Was hier bleibt, ist Populismus 2.0, griffige Phrasen, die dramatisch klingen und die umso lieber weitergereicht werden von Blog zu Blog. Wahrscheinlich kommt man sich dabei noch klug vor.

Selten bleibt die nüchterne Betrachtung, wie sie Gerhard Baum mit seinem Klagewillen gegen das BKA-Gesetz an den Tag legt. Empfehlenswert, um die Warnung vor der „Stasi 2.0″ mit ihrem „Überwachungsmonster“ auf eine sachlichere Ebene zu holen, ist ein Text von Christian Rath. Er schreibt über die neuen Rechte des bayerischen Verfassungsschutzes und der dortigen Polizei:

„Wenn sich in Bayern eine Gefahr andeutet, ist der Zugriff sogar in ganz Deutschland möglich. Und hier geht es nicht nur um Terrorgefahren, sondern zum Beispiel auch um Sexual-, Drogen- und Verkehrsdelikte. Dabei kann die Polizei die Daten von privaten Festplatten nicht nur kopieren, sondern auch löschen und sogar manipulieren. Was beim BKA-Gesetz für einen Riesenaufschrei gesorgt hätte, wurde in Bayern mehr oder weniger achselzuckend hingenommen.“ — aus Wer darf meine Dateien lesen?

Ich weiss auch, dass Kritik an einer Politik, die den Bürger unter Generalverdacht stellt und die Privatsphäre nur als lästiges Hemmnis des „Anti-Terror-Kampfes“ begreift, dringend nötig ist, wie der Widerstand dagegen. Mit persönlich widerstrebt aber die Übertreibung, die den Blick auf das verstellt, was längst Realität, aber noch längst kein Willkür- oder Polizeistaat ist.


Ansichten:  Frank · aurora · Markus · Ping

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