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23.11.2008
Oft mache ich an gleicher Stelle nach dem Laufen Übungen und sehe ein Foto von Verena. Eine Lomographie in 9 x 13, entstanden im April 2000 in Barcelona. Wir waren auf “Hochzeitsreise” einige Wochen vor unserer Heirat. Wir hatten uns eingenistet in einem Hotel in der Nähe der Ramblas und kauften in der Stadt die Ringe. Wir wussten nicht, an welcher Hand man sie trägt und so fragten wir den Juwelier. Der meinte, hier trüge man ihn an der linken Hand, was für die Arbeit praktisch sei. Und so kam es, dass wir unsere Eheringe an der linken Hand tragen. So kam es, dass dort 5 Mai 2000 eingraphiert wurde. Ohne Punkt nach der Fünf. Als ob der Mann gewusst hätte, dass wir uns ohne Wenn und Aber lieben würden.

Das Bild weckt Erinnerungen, wie es nur wenige Bilder tun. Das Kennenlernen: Sie in der Ausbildung zur Mediendesignerin, ich “Dozent” für Webdesign. Einer dieser Jobs, die ich über Ecken bekam, weil ich in der Vergangenheit in einem anderen Job einen guten Eindruck machte. Ich war grad frei von allen meinen gescheiterten Lieben und solchen, die es werden sollten. Zu oft gingen sie zu Ende, ohne dass ich damit leben konnte. Aber in diesen Tagen zum Ende des letzten Jahrtausends fühlte ich mich frei. Ich war mir selbst genug und hatte keine Angst mehr vor der Einsamkeit.
Sie war in einer ähnlichen Situation und beide wollten wir das Leben allein bewegen. Doch im Kurs, den ich gab, kam alles ganz anders. Sie fragte mich nach einigen Wochen, ob es möglich sei, bei mir ein Praktikum zu machen. Ich konnte mir das gut vorstellen, da ich von ihrem Talent angetan war. Aber mein Büro in Witten war noch jung und ich hatte nur einen Arbeitsplatz. Ich vertröstete ohne Zusage. Aber alles lief gut und ich bestellte einen zweiten Platz. Und ohne Hintergedanken fing es dann an zu funken, dass es in jeder Faser knisterte.
Sie war nach dem Vorstellungsgespräch zum zweiten Mal in meinem Büro und wir arbeiteten an einem Plakat für Funkhaus Europa. Wir waren unbestimmt nervös, so dass der Mauszeiger uns nicht mehr gehorchte. Wir taten Dinge, die auf Verwirrung schliessen liessen. Wir hätten laut auflachen können, aber wir taten so, als ob wir noch wirklich alle beisammen hätten. Dann fuhr ich zum Zahnarzt, um eine Behandlung zu beenden. Als ich zurückkam, beschloss ich, Feierabend zu machen, da wir spürten, dass Arbeit keinen Sinn mehr machen würde. Wir fuhren auf ein Bier in den Bochumer Bahnhof Langendreer, jeder in seinem Auto. Wir sassen da, tranken nicht und schauten uns die ganze Zeit in die Augen. Es war der Tag der Verliebten und an dem Tag war es zwischen uns passiert.
Danach ging alles sehr schnell, wie im Rausch. Es gab so gut wie nichts, was mir schlechte Laune machen konnte. Im Kurs verheimlichten wir unser Zusammenkommen und wir spielten gut. In der Pause verzogen wir uns immer in ein Café und hielten selig Händchen. Bis ich einmal aus heiterem Himmel sagte, ich könne mir vorstellen, sie zu heiraten. Da hoben wir ab, irre vor Lust und waren uns sicher.
Natürlich hielten uns alle für verrückt, wir auch. Aber für Gedanken war kein Platz, das Datum stand fest und es gab zu organisieren. Wie von selbst brummte auch das Geschäft. Es lief wie in einem Traum.
4 Anmerkungen
1 — Kommentar von Verena am 24. November 2008 um 02:19:
Unsere kleine Geschichte, jetzt ist sie aufgeschrieben. Wie schön :-)
Track und was weiss ich für backs:
2 — Pingback vom 23.11.2008
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3 — Pingback vom 26.11.2008
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4 — Pingback vom 9.12.2008
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